Wolle Rose kaufe?

Man kennt sie aus den touristischen Hochburgen. Meist dunkelhäutige Menschen, die mit einem riesigen Bukett unter’m Arm durch die Kneipen ziehen. „Wolle Rose kaufe?“ ist ihr Schlachtruf.

Spätestens der zweite, der beim Essen oder der Unterhaltung stört, wird als lästig empfunden.

Wohl dem Wirt, der sich ihrer unter Verwendung des Hausrechts erwehren kann. Wehe dem, der das muntere Treiben toleriert. Spätestens beim dritten „Wolle…?“ machen wir uns einen geistigen Vermerk, dieses Lokal künftig zu meiden.

Etwas völlig Neues sind jedoch beim Abendessen störende wandernde Handwerksburschen.

Etwa wie im Fischhüs letztens.

Da betreten zwei zünftig gekleidete Wanderburschen das Lokal und erhalten auch tatsächlich vom Wirt die Erlaubnis zu ihrem nun folgenden Auftritt.

Gekleidet wie Zimmergesellen auf der Walz (das sind viele, auch andere Handwerke, da die Zimmermannskluft als einzige industriell gefertigt wird und damit bezahlbar ist), tragen sie jetzt in Reimen vor, dass sie leider nach der langen Reise nach Westerland „abgebrannt“ seien. Hmm, reim dich, oder ich fress dich.

Zur Bekräftigung werden die Wanderstöcke zweimal kräftig auf den Boden gestossen, dann beginnt die „Kollekte“. Einzeln gehen sie zu den Tischen und beginnen den Nahkampf. „Unser“ Ansprechpartner zeigt sich milde gestimmt, als meine Frau erklärt, Geld haben wir nicht übrig, da wir doch auch erst gerade angekommen seien. „Koi Problähm“ schwäbelt er und zieht weiter.

Am Nachbartisch erfährt er unverhofft, man gebe kein Geld, lade aber zum Essen ein. Das lehnt er, jetzt ungewohnt ungnädig, strikt und vehement ab.

Aha.

Ich kenne mich mit der Walz nicht so im Detail aus, glaube aber, dass wandernde Handwerksburschen eigentlich bei einem Meister ihrer Zunft vorsprechen. Der gibt ihnen Arbeit, so er hat, aber zumindest Wegzehrung und notfalls auch ein bisschen Geld. Vom Betteln in Gaststätten weiss ich nix, aber das muss ja nichts heissen.

Im Hui sucht die Bande das Weite.

Da bleibt nur die Frage, ob ich nicht lieber Rosenverkäufer unaufdringlich um mich haben möchte beim Essen…

Reisesplitter – 1

Es war zu einer Zeit, als man noch in die USA reisen konnte, ohne die Schuhe ausziehen zu müssen vor dem Einchecken.

Also lange her.

Traditionell ist es leicht, in den USA zu reisen.

Wir hatten nur das Hotel am Ankunftstag reserviert, da wir nicht fertig vom langen Flug, der Einreiseprozedur und der Übernahme des Mietwagens noch lange herumsuchen wollten. Aber sonst: man fährt soweit, wie man mag, verlässt die Interstate oder den Highway und biegt auf die business-route der jeweiligen Stadt ein. Hier reihen sich Tankstellen, Burgerbuden, Restaurants und Motels aneinander. Sofern nicht gerade eine Messe oder ein Feiertag nationaler Bedeutung ist, hat man die freie Auswahl.

Wir waren auf einer Südstaaten-Rundreise und nach ungefähr 10 Übernachtungen in Motels eher unangenehmen Charakters diese Form der Übernachtung leid. Keine Gardinen vor’m Fenster, das Fenster zum Umgang hinaus, auf dem ständig Leute hin- und herliefen, so dass man gezwungen war, das Rollo zu schliessen, wenn man mal aus der Hose steigen wollte. Und dann war’s halt pottfinster, so dass man am hellichten Tag Licht brennen musste.

Auch das Publikum hier ging uns ein wenig auf den Geist.

Also habe ich die Reservierungs-Hotline einer bekannten und beliebten Hotelkette angerufen, um unsere letzten 10 Übernachtungen festzuklopfen.

Eine freundliche Stimme mit spanischem Akzent meldet sich, sie sei Ramona, wie könne sie mir helfen.

Nun, ich ordere also ein Doppelzimmer in derunder Stadt zu diesem und jenem Datum.

Soweit, so gut.

Jetzt aber will sie meine Daten.

Meine Bonusclub-Karte sei leider noch nicht im System.

Also alles „per Hand“ übermitteln.

Lustig, sogar das Buchstabieren von „Babbenhausener Str. 66a“ auf amerikanisch-englisch klappt sofort. Ich höre sie eifrig auf der Tastatur herumklappern. „Bad Oeynhausen“ ist schon eine leichte Übung im Buchstabieren auf Yankee.

Dann kommen wir zur Postleitzahl. „Your zip-code?“ begehrt sie nun zu wissen. Ich nenne ihn. Ihr entfährt ein jubelndes: „Oh, Sie wohnen in Fort Walton Beach, Florida!“

Nein, tu ich nicht. Bad Oeynhausen, Germany! Ja, das sei aber der zip-code von Fort Walton Beach, Florida!

Ich schlage vor, sie möge – wie international üblich – ein „D“ wie Dschörmany vor die Zahl setzen.

Nein, sie habe nur 5 Stellen, das gehe also nicht.

Es handelt sich, wohlgemerkt, um einen international agierenden Hotelkonzern!

Na gut, dann lassen wir’s halt dabei.

Ihre Frage: ob sie noch etwas für mich tun könne, bejahe ich freudig und will für den übernächsten Tag ein weiteres Hotel in einer anderen Stadt buchen.

Sie (unsicher): Ja, dann brauchen Sie die Reservierung von eben nicht? Dochdochdoch!!! Dies sei jetzt eine weitere Reservierung. Unabhängig von der vorangegangenen.

Und nun wiederholt sich das Spiel. „Oh, Sie wohnen in Fort Walton Beach, Florida!“ jubelt sie wieder bei der Eingabe der Postleitzahl.

Ein Versuch noch, ihr das auszureden, dann gebe ich’s auf.

Und buche – flüssig buchstabierend – noch 8 weitere Übernachtungen.

Natürlich hat sie keine Lust, sich das einmal auf einen Zettel zu notieren, auch als ich ihr das vorschlage, da ich ja noch viele Reservierungen tätigen möchte…

Jedesmal erneut alles buchstabieren. Das übt. Vielleicht hat sie ja auch beide Hände in Gips und tippt mit der Nase, so dass sie gar nichts auf einen Zettel notieren kann?

Egal.

Am Ende der Prozedur – die Stunde ist herum – verblüfft sie mich mit ihrem Scharfsinn. „Are you travelling, Sir?“ ist ihre Frage zum Abschied. Da fällt mir aber jetzt die Kinnlade auf den Schreibtisch. Was hat mich verraten?

 

Im ersten Hotel angekommen, eine Überraschung. Am Empfang eine gelangweilte Schwarze, die Fingernägel feilend hinter dem Tresen lungert. „Schäfer, I have a reservation for tonight..“ wird nach kurzem Tippen (wie kann man mit derart langen Fingernägeln eigentlich nur jeweils eine Taste erwischen?) mit „No!“ beantwortet.

Ich insistiere. Nein, nein und nochmals nein.

Ich frage: gibt’s noch ein MMM-Hotel in dieser Stadt?

Nö.

Ja, dann bin ich hier Gast!

Nö. Kann Sie nicht im System finden.

Ich raus ans Auto, den Zettel mit der Reservierungsnummer holen. Sie tippt erneut bravourös – et voilà, da isse ja, die Reservierung.

Mr. Rainer Rainer aus Fort Walton Beach, Florida.

Hömm.

Später, auf dem Zimmer, rufe ich erneut die Reservierungshotline an.

Schildere einem diesmal ohne Akzent sprechenden Menschen das Problem. Ich sei nicht „Rainer Rainer, Fort Walton Beach, Florida“. Er verspricht Abhilfe, ja, das könne schon mal vorkommen, wenn die Leitung schlecht sei… versucht er, sich höflich herauszureden. Ich misstraue dem Ganzen und korrigiere erstmal nur die nächste Reservierung.

Neuer Tag, neue Stadt, neues Hotel – neues Glück?

„Schäfer, I have a reservation for tonight“ wird mit „yes, Mr, Schafer“ beantwortet. Alles klar, na geht doch!

Und dann kommt: „Ich sehe gerade, Sie teilen sich Ihr Zimmer mit Rainer Rainer aus Fort Walton Beach, Florida“….

Ich kann nur noch geistesgegenwärtig stöhnen: „Rufen Sie mich an, wenn der hier eintrifft?“

Immer diese Radfahrer

Frei nach Heinz Erhard.

Mal wieder muss ich hier über eine unheilvolle Begegnung mit einem Autofahrer berichten.

Abends noch eine kleine Runde durch Vlotho gedreht, immer schön an der Weser lang. Dann geht’s über die Weserbrücke und man landet unvermittelt auf einer Strasse. Nicht viel los hier, rechts Büsche und links ein Parkplatz. Ein Schild weist auf die nahe Polizeiwache hin – die ist aber nicht durchgängig besetzt.

Alles sehr idyllisch.

Da biegt ein Pkw vom Parkplatz aus auf die Strasse ein, fährt stracks auf mich zu und nötigt mich zu einer Vollbremsung.

Idiot! Was soll das? Bin ich nicht zu sehen?

Ich nehme die Verfolgung auf – ist nicht schwer, denn das Auto tuckert nur mit geschätzen 20 – 30 km/h vor mir her.

Durch das Heckfenster kann ich sehen, wie der Fahrer – telefoniert.

Handy am Ohr. Und ganz mit sich und dem Telefonat beschäftigt ist.

Ja was…

Wie oft soll man denen noch geduldig erklären, dass sowas eigentlich gar nicht geht. 60 € und ein Punkt in Flensburg.

Aber nur, wenn das der alleinige Verstoß ist. Kommt noch Gefährdung anderer hinzu, wird’s so richtig teuer.

Eine Freisprecheinrichtung wäre zum Anklemmen an die Sonnenblende schon für ungefähr 30 € zu haben und würde das Bussgeld verhindern, das man zahlen müsste, wäre die Polizei zugegen.

Allerdings löst das nicht das Unaufmerksamkeits-Problem.

Viele Leute sind mit dem Autolenken an sich schon gut ausgelastet. Kommt noch ein Telefonat, eventuell mit hoher Beanspruchung der geistigen Fähigkeiten hinzu, wird’s schon mal chaotisch.

Da hilft auch keine Freisprecheinrichtung.

Meint Tip: wichtige Telefonate nicht mal so nebenbei erledigen, sondern doch kurz anhalten.

Bekommt allen besser!

Wer die Wahl hat

hat die Qual, nach einem deutschen Sprichwort.

Eine Wahl als solche setzt meines Erachtens die vorherige Beschäftigung mit den anstehenden Themen voraus. Wie kann es da sein, dass in Umfragen mehr als 40% erst in letzter Sekunde eine Entscheidung treffen? Bis zum Wahltag unentschlossen sind, wem sie ihre Stimme(n) geben sollen? Hier geht’s doch nicht um ein Dessert, da kann ruhig mal das Bauchgefühl entscheiden. Eine gewisse Qualifikation erwarte ich, wenn ich eine Entscheidung durch eine Wahl treffen lasse. Aber wie überprüft man das?

Bei den Erfindern der Demokratie war’s noch recht übersichtlich: wählen und abstimmen durfte nur das Besitzbürgertum. Und da auch nur die Männer. Unfreie, solche ohne Besitz, die ihre Arbeitskraft vermieten mussten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, Bauern und Handwerker – alle hatten schlicht keine Zeit, auf dem Forum herumzuhängen und mit den anderen dort zu diskutieren und abzustimmen. Bei derart übersichtlicher Klientel konnte man noch davon ausgehen, dass mit (Sach-)Verstand abgestimmt wurde. Die Müssiggänger hatten einfach genug Zeit, um alle Aspekte einer Entscheidung zu besprechen. Aber heute? (Und nix gegen Frauenwahlrecht! Bevor hier Missverständnisse aufkommen).

Für mich setzen die Qualen aber erst nach der Wahl ein.

Die Enttäuschung: alle vier Jahre darf man mal seiner Meinung in Form eines Kreuzchens auf dem Wahlzettel (ja, ich weiss, es sind eigentlich zwei Kreuze) Ausdruck verleihen. Um dann anschliessend wieder zu erleben, wie sich etablierte Parteien die Republik aufteilen. Ja richtig, wo war er denn, der parteilose Kandidat aus meinem Wahlkreis? Niemandem sonst verpflichtet, als seinem Gewissen – und dem Auftrag seiner Wähler?

Wo doch schon im Grundgesetz steht „Artikel 21
(1) Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit.“

Einen „Fraktionszwang“ kennt das Grundgesetz nicht – wohl aber die politische Wirklichkeit.

Für mein Erleben wirken sie nicht mit, sondern bestimmen. Und ohne Parteizugehörigkeit und Liste kommt niemand nach Berlin. Oder Düsseldorf. Oder zumindest fast niemand.

Und dann noch eins: nach den Wahlen geht der Koalitionspoker los. Das läuft dann im Extremfall letztendlich auf die Verkehrung des Wählerwillens hinaus. Kann man nicht mal irgendwo festschreiben, dass ein Jahr nach den Wahlen nur Koalitionen gebildet werden dürfen, die vor der Wahl dem potentiellen Wähler als möglich oder angestrebt bekannt gemacht wurden? Sonst wähle ich gelb, bekomme aber am Ende gelb/rot/grün. Was ich eigentlich überhaupt nicht haben wollte, war irgendeine Kombination mit rot. Aber nach der Wahl endet mein Einfluss und die Herrschaften machen, was sie wollen – oder zumindest ihrem Machterhalt dient.

Dann wäre da noch der Umgang mit dem politischen Gegner. Hat so gar nix Sportliches. Entweder man schwimmt im Strom mit, oder man kommt in die rechte Ecke, wird mit brauner Sauce übergossen und hat fertig. Eine sachliche Auseinandersetzung mit den Ideen oder gar dem Parteiprogramm gewisser Parteien findet nicht statt.

Dafür gibt es nahezu keine Satiresendung (oder solche, die sich dafür halten) ohne mindestens einen personalisierten Angriff auf Schrulligkeiten der/des Vorsitzenden einer solchen Partei.

Gab’s das bei den Piraten seinerzeit auch, oder waren die schlicht und ergreifend nicht (an)greifbar?

So geht also Demokratie? Ach watt!

Ich glaube, die skandalös niedrige Wahlbeteiligung (heutzutage jubeln sie ja schon, wenn 60% und mehr erreicht werden) würde sich bessern, wenn die Wähler nicht von vornherein das Gefühl haben müssten, es sei ja egal, was sie ankreuzen, „die da oben“ machen es sich hinterher sowieso wieder passend….

Klimawandel – ein Märchen?

Wie ich auf wetteronline.de zufällig lese, sei die Methangaskonzentration in der Atmosphäre nicht durch höheren Ausstoss (Landwirtschaft, Verbrennung fossiler Materialien) angestiegen, sondern durch verminderten Abbau.

Das ist ja mal ein Schlag ins Kontor der Klimawandel-gleich-menschenverursacht-Fraktion.

Und ein weiterer Baustein in der Argumentation: wir wissen einfach nicht genug, um überhaupt von einem Klimawandel zu sprechen.

Das setzt nämlich zwei Dinge voraus:

a) das derzeitige Klima ist das bestmögliche

und

b) wir haben genügend belastbare, exakte Messwerte aus vergangenen Jahren, um überhaupt einen „Wandel“ feststellen zu können.

Nein, ich rede nicht einer hemmungslosen Umweltbelastung das Wort.

Aber ich rate dazu, mehr zu forschen und mehr zu rechnen, bevor man mir unvermittelt die bislang stabile Energieversorgung durch irgendwelche Energiewende-Mätzchen zerstört.

Obsoleszenz extrem

Im Dezember 2015 habe ich mir notgedrungen einen Business-Drucker gekauft.

Gute Kritiken waren der Grund, einen Epson Workforce 7610 zu kaufen.

Scannt, druckt, kopiert, faxt bis DiN A3, hat einen document-feeder und kann diverse Formate problemlos bearbeiten.

Das mit dem FAX war eher Nebensache. Eher verlockend der automatische Duplex-Druck.

Alles andere funktionierte zur Zufriedenheit.

Die Original-Druckerpatronen sind zwar etwas teuer, aber immerhin ausreichend ergiebig. Schreckliche Berichte über die schlimmen Folgen hinsichtlich Gerätefunktion und -garantie liessen mich brav die Original-Patronen verwenden.

Nach knapp 11/2 Jahren in Betrieb hat’s mich dann am Ostermontag erwischt.

Mitten in einem Druckauftrag warf das Teil ein halb bedrucktes Blatt aus und stellte den Betrieb ein.

Fehler 0x97. Siehe Betriebsanleitung, meldete das Display. Wie gefordert aus und wieder eingeschaltet.

Diesmal kam das Blatt völlig leer aus dem Drucker. Fehler 0x97.

Kommt übrigens in der Betriebsanleitung gar nicht vor.

Also im Internet Rat gesucht.

Oh weh!

Viele Stimmen, die voller Wut und Verzweiflung ihre Erfahrungen mit dem sogenannten Kundendienst der Firma Epson kundtaten.

Nicht sehr ermutigend.

Weitere Suche ergab dann, dass es sich um einen Fehler im Zusammenhang mit einem vollen Abfallbehälter handele. Epson biete aber ein „Wartungskit“ an, mit dem der Abfallbehälter ersetzt und der Drucker wieder zum Leben erweckt werden könne.

Flink bestellt.

Heute geliefert.

Problemlos eingebaut.

Fehler 0x97 bleibt.

Reinigungsarbeiten am Abfallsystem durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass ich jetzt sämtliche Winkel und Ecken kenne. Und schwarze Finger bekommen habe (Tinte ist gottseidank abwaschbar).

Fehler 0x97.

Also doch die Platine, wie die meisten Leidtragenden zu berichten wissen.

Schnell auf der Supportseite von Epson nachgeschaut.

Ja, mein Gerät hatte Garantie. Ein Jahr.

Und eine „extended warranty“. Läuft noch bis Dezember 2018.

Ui, Schwein gehabt.

Nächster Kundendienst: ist in Bremen.

Allein die Fahrtkosten hin- und zurück (2x, da man das Ding ja auch abholen muss und selbstverständlich nicht drauf warten kann) wiegen die Kosten für einen Neukauf auf.

Aber ganz sicher keinen Epson mehr.

Ein Hauch Süditalien

Zufällig sind wir wieder drauf gestossen: (süd)italienische Küche der feinsten Art. Und das mitten in Herford.

Es gibt das italienische Restaurant „Il Trullo da Cosimo“ dort schon seit 13 Jahren.

Wie man auf seiner Webseite sehen kann, ist die Speisekarte übersichtlich. Das, was da geboten wird, kann sich aber sehen lassen.

Nudeln eigener Herstellung, al dente (und nicht halbroh). Leckere Rigatoni con Filetto (mit Filetspitzen und getrockneten Tomaten in einer Tomaten-Sahnesauce) kann ich empfehlen. Madame hatte die Rigatoni alla Siciliana (die in Sizilien „alla Norma“ heissen).

Und zum guten Schluss hat uns das Fell gejuckt: Zabaione als Dessert. (In Wikipedia als Zabaglione gelistet)

Wenn da bei Ihrem Italiener in der Küche die Handrührmaschine angeworfen wird, bestellen Sie lieber was anderes.

Nicht so bei Cosimo: der Schneebesen wird geschwungen. Und es wird eine Zabaione serviert, die sich sehen lassen kann. Etwas dunkel (das liegt der Sorte des verwendeten Marsala), aber von schöner Konsistenz und gutem Geschmack. So muss das!

Das hat Spass gemacht – da gehen wir öfter mal hin.

Der Frühling naht…

… und damit auch wieder ein munteres Treiben des Zweirad-fahrenden Völkchens.

Auch ich habe meine Sachen aus der Packstation per Velociped abgeholt.

Hat Spass gemacht, so bei frühlingshaften Temperaturen in die Pedale zu treten.

Hat auch wieder „unheimliche Begegnungen der dritten Art“ mit anderen Verkehrsteilnehmern gegeben.

Mehrere Male musste ich notbremsen, um vorwitzigen Autofahrern nicht in den Weg zu geraten. Die haben einen einfach noch nicht auf dem Schirm.

Und wäre beinahe vom Rad geschubst worden.

Eine „Silberrücken“-Lady in ihrem Golf witschte so dicht an mir vorbei, dass ich Mühe hatte, keine Spuren im Lack ihres Gefährts zu hinterlassen. Wäre doch zu schade, das Auto war gepflegt.

An der nächsten Ampel will ich sie zur Rede stellen.

Klopfe energisch ans Seitenfenster.

Sie erschrickt, sucht die Ursache des Klopfens – und findet dann nach längerem Umherblicken mich.

Sie möge das Fenster ein wenig öffnen, ich habe mit ihr zu reden, bedeute ich ihr.

Sie sucht hektisch herum, bis sie den Knopf für „Scheibe herunter“ findet, öffnet aber erstmal verzweifelt umhertastend das Fenster gegenüber.

Nun denn, als es ihr endlich gelingt, das Kommunikationshindernis zu beseitigen, frage ich, wer ihr denn das Recht gebe, mich vom Fahrrad zu schubsen.

Verwirrter Blick. Fahrrad? Nie gehört. Nie gesehen! Was will er?

Ich werde deutlicher: na, da vorn habe sie mich doch überholt, mit einem Seitenabstand, der nahezu nicht messbar war. Sie möge mich doch bitte leben lassen. Künftig etwas mehr Abstand, vielleicht so in etwa die von der Rechtsprechung mehrfach angeführten 1,50 m?

Die Ampel zeigt grün, dankbar lässt sie ihr Gefährt anrucken zum Zeichen, dass die Audienz beendet sei – und hat mich beinahe ein zweites Mal umgenietet.

Also Freunde, ich bin ja kein Gegner von Senioren am Steuer. (Bin ja selbst auch nicht mehr so weit davon entfernt).

Aber ab einer gewissen Unbeweglichkeit (geistig wie körperlich) bin ich mehr für das begleitete Fahren.

Vom Bus-, Taxi- oder Bahnfahrer.

Und bitte hinten sitzen!

Fussball und Gewalt der Fans

Die Gewalt der Fans in und ums Stadion sei nicht in den Griff zu kriegen.

Jedes Wochenende Überstunden ohne Ende für die Bereitschaftspolizei.

Und trotzdem.

An diesem Wochenende waren Dortmund-Fans so freundlich, ihre Leipziger „Kontrahenten“ zu verprügeln.

Sehr sportlich, zumal der BVB auch noch gewonnen hatte.

Ich bin solche Nachrichten sowas von leid.

Eine einfach Lösung gefällig?

Nun, die Mannschaft, deren Fans Randale machen, kriegt drei Punkte abgezogen.

Beim nächsten Mal dann sechs, dann zwölf…. und so weiter.

Mag sein, dass das nach Sippenhaft klingt.

Aber so können sich die Fans dann ausrechnen, was sie ihrem Verein „Gutes“ tun, wenn sie herumrandalieren.

Bengalos in der Fankurve trotz Feuerwerkverbot im Stadion?

Sie ahnen es: drei Punkte weg.

Hart? Trifft die Falschen?

Mag sein.

Aber wirkt.

Was Trump im Grossen, das können wir auch – hier im kleineren Maßstab.

Augen auf!

Beim Umgang mit unseren Medien fällt mir zunehmend jene Unschärfe auf, die andere Leute zu dem Begriff „Lügenpresse“ gebracht hat. So schlimm ist es aber wohl nicht, denn der Begriff „Lüge“ setzt eine bewusste Täuschung mit dem Ziel, einen bestimmten Effekt zu erzielen, voraus.

Bewusst „lügt“ unsere Journaille aber wohl nicht.

Sondern verkürzt beim Versuch des Einpassens in die vorgegebene Lücke in der Zeitung, beim Versuch, den Rundfunkbeitrag passend für die Nachrichtensendung zu machen in unzulässiger Weise. Nämlich sinnentstellend.

Beispiele gefällig?

Da wird ein Politiker zum Fall Amri zitiert. Der sagt im Original-Interview: „… da könnte jetzt der Bürger kommen und voll Empörung fragen: ‚was ist das für ein Rechtsstaat, der nicht ermöglicht, Gefährder festzusetzen'“. In der ersten Nachrichtensendung wird noch das gesamte Zitat abgespielt – klar, dass nicht der Politiker diese Frage stellt, sondern er die Bürgermeinung zitiert.

Schon eine Stunde später ist nicht mehr Platz genug für das ganze Zitat. Da heisst es plötzlich, der Politiker habe gefragt, was das für ein Rechtsstaat sei…. und wird mit dem letzten Teil seines Zitats im Original (verkürzt) abgespielt. Jetzt ist es tatsächlich er, der diese Frage stellt.

Noch so’n Ding: Trump wird das Zitat zugesprochen, die Nato sei „obsolet“. Grosse Aufregung. Au weia, jetzt lässt uns der stärkste Bündnispartner im Regen stehen…

Das Original-Interview sieht jedoch anders aus. Auf die Frage, wie er zur Nato stehe, gibt Trump zum Besten, es habe mal eine Zeit gegeben, da die Sowjetunion zerfallen sei, da sei die Nato obsolet gewesen. Inzwischen sehe das anders aus. Allerdings tragen nicht alle Staaten die vereinbarten Beiträge in voller, vereinbarter Höhe (und mahnt auch die Bundesregierung mit deutlichen Worten).

Übrig geblieben von diesem (differenzierten) Statement ist nur der Halbsatz, die Nato sei obsolet (‚gewesen‘ wird auch noch weggelassen).

Das überschreitet schon fast die Grenze zur bewussten Verfälschung, zuminest ist es schlicht schlechtes Handwerk, beim Verkürzen die Original-Aussage zu verändern.

Aber was will man erwarten, wenn die heutigen Journalisten schon’dass‘ und ‚das‘ nicht richtig unterscheiden können?

Bevor man sich also voller Inbrunst über die unhaltbare Aussage eines beliebigen Politikers hermacht, recherchiere man besser das Original-Zitat. Mit allem Drumherum.

Und häufig kommt man aus dem Staunen nicht heraus.