Hexenwerk

Seit dem dritten Versagen einer konventionellen Festplatte war mein iMac im Besitz einer SSD. Die Grösse von 1 TB erschien mir ausreichend. Netter Nebeneffekt: da der Arbeitsspeicher nicht aufrüstbar  und deutlich zu gering ausfiel, war mein iMac immer langsamer und langsamer geworden. Nach der Renovierung lief’s jetzt wie geschmiert.

Na klar, der Auslagerungsspeicher war durch die Verwendung einer SSD jetzt pfeilschnell.

Na gut.

Natürlich war die verbaute SSD mit dem neuen APFS formatiert.

Da so wichtige Werkzeuge wie CarbonCopyCloner damit aber umgehen gelernt hatten, machte ich mir deswegen keine weiteren Gedanken.

Bis ich gestern – so aus Langeweile – mal die Informationen zu meiner Systemplatte eingesehen hatte.

Alarmierend! Der freie Speicherplatz würde knapp, es waren nur noch ca. 30 GB freier Platz vorhanden.

Der Menüpunkt „Speicher verwalten“ sollte da doch weiter helfen.

Ich begann, das sinkende Schiff zu erleichtern, indem ich die fettesten Passagiere über Bord warf. Dutzende von Videos (jedes etwa 1,3 GB gross) mussten gehen. Ohne Schwimmweste.

Aber: oh weh! Der freie Platz schien gar nicht grösser zu werden!

Heute nun fand ich eine Verfahrensanweisung im Netz, die mir da helfen könnte.

Und so stieg ich dann in die tiefsten Tiefen des Maschinenraums hinab, um freien Plattenplatz zu gewinnen.

Zu Anfang sah das noch so aus:

 

 

 

 

 

Man achte auf „Avail“: 24GI. Mehr Platz schien auf der Systemplatte nicht frei zu sein!

Der Anweisung entsprechend, begann ich nun, eine Datei „foo.bar“ zu erstellen und diese wachsen zu lassen.

Und siehe da, selbst als diese 240 GB Grösse überschritt, war noch keine Fehlermeldung bezüglich knapp werdenden Plattenplatzes erschienen, obwohl doch nur 24 GB als verfügbar angesehen wurden.

 

Und die Datei wuchs und wuchs und wuchs…

Bis ich dann irgendwann die Geduld verlor und den Vorgang abbrach.

Nach Löschen der Datei „foo.bar“ bin ich jetzt wieder im Besitz von unverhältnismässig viel freiem Plattenplatz.

 

 

 

 

 

Wobei die Grösse der Datei „foo.bar“ und nach Löschen derselben der angezeigte freie Platz („avail“) überhaupt nicht übereinstimmen.

So.

Da wäre es jetzt mal an Apple, mir zu erklären, was das soll.

Was habe ich von einem hochmodernen, speziell für SSDs gut geeigneten Dateisystem, das mir leider überhaupt nicht korrekt den freien Plattenplatz anzeigen mag?

Denn das beschriebene Verfahren ist umständlich und sicher nicht jedermanns Sache.

Alle mir bekannten Dateisysteme geben korrekt Auskunft über den freien und belegten Plattenplatz, wieso dieses nicht?

Mir ist bekannt, dass gelöschte Dateien erstmal nur ihren Eintrag im Directory verlieren, worauf der von ihnen belegte Plattenplatz bei Bedarf überschrieben werden kann. Darauf beruhen ja schliesslich auch alle Dateirettungstools, die gelöschte Dateien wieder herstellen können, sofern man in der Zwischenzeit keine Schreiboperationen auf der betroffenen Platte vornimmt.

Neben einer verwirrenden Struktur hat APFS offenbar auch eine Macke, was die Darstellung freien Platzes angeht, erschien es mir.

Eine Suche im Web half weiter: Es scheint so, als ob es nicht am Dateisystem liegt, sondern am „veralteten“ Werkzeugbesatz in High Sierra.

Jedenfalls entnehme ich das dieser netten Einführung in APFS. Die ist sehr ausführlich – und relativ beruhigend.

Leider ist ein „Aufrüsten“ auf Catalina, um aktualisiert Werkzeuge zu bekommen, momentan noch nicht möglich – zu viele 32-Bit-Anwendungen brauche ich einstweilen noch.

Nice to have

Im Dezember letzten Jahres konnte ich der Versuchung nicht mehr widerstehen und habe sie mir gekauft. Die Apple-Watch Serie 4.

Mit LTE. Wenn schon, denn schon.

Online geordert und zur Abholung im Apple-Store Hamburg bestellt. Da war ich gerade auf einem Kongress und hatte Musse genug, sie mir selbst abzuholen.

Das ist schon was, so eine Abholung im Apple Store. Einfach hingehen und eine Weile warten, bis jemand das gute Stück vom Lager geholt hat, ist nicht. Man bekommt eine Nachricht aufs iPhone, wenn es soweit ist, dass man sich dem Tempel nahen darf.

Daselbst wird noch selbst das profane Abholen zum Shopping-Erlebnis.

Nach Betreten des Tempels erstmal Verwirrung. Wohin wende ich mich? Hier geistern Massen von Kunden zwischen grossen Tischen, auf denen mal hier ein MacBook, mal da ein iMac einsam stehen, herum. Gelegentlich, eindeutig in der Minderzahl, sind mit bunten T-Shirts uniformierte Mitarbeiter des Stores. Die aber sind umlagert. Eine ganze Runde durch den Store gedreht. Nirgendwo ein Schild, das den Abholwilligen anweist, wohin er sich wenden möge.

Ah, da entdecke ich so eine Art Zeremonienmeister, der am Eingang von den schon geübteren Kunden zunächst angesteuert wird und der denen Anweisungen zu erteilen scheint, wohin sie sich mit ihrem Anliegen wenden mögen.

Fatal, an dem war ich Unkundiger einfach freundlich grüssend vorbeigelaufen.

Also noch mal zurück und alles auf Anfang.

Ja, hinten links, da sei die Ecke derer, die auf Abholung warten. Ein Mitarbeiter werde sich meiner annehmen. Weshalb er mich bei dieser Auskunft aber permanent Duzen muss, erschliesst sich mir nicht. Vielleicht hat er ja früher im Robinson-Club als Animateur gearbeitet?

Auch hinten links in meiner mir zugewiesenen Ecke ein freundlicher junger Mann, der mein Enkel sein könnte und mich penetrant duzt. Nun ja, Schwamm drüber. Her mit der Watch und gut is….

Aber so einfach lässt er mich nicht ziehen. Ob er meine Watch gleich konfigurieren möge? Ernsthaft? Muss ich damit in die Werkstatt, wenn ich irgendwas einstellen möchte? Ich habe noch keine eSIM vorrätig und so lehne ich dankend ab. Das bisschen Einstellen kann ich doch wohl selbst? Kein Problem, er händigt mir nach ein wenig weiterem Brimborium das gute Stück dann doch aus. Bezahlt ist es – er hat’s überprüft, ebenso wie meine Personalien, damit nicht ein Fremder meine Uhr ausgehändigt bekommt. Und so verlasse ich schon nach einer halben Stunde den Tempel.

Ach ja, kurz drauf fragt mich Apple, wie denn mein Erlebnis im Store war, ob ich nicht eine kurze Umfrage mitmachen möchte…

Wertig verpackt ist die Uhr, das fällt gleich beim Auspacken auf. Ein Ladegerät, ein Ladekabel, ein kurzes Armbandstück, ein langes Armbandstück, ein Gegenstück, damit  man das Armband auch schliessen kann – muss alles noch an die Uhr gefummelt werden, klappt aber ohne Technikstudium und ist nach Anleitung in wenigen Augenblicken erledigt.

Jetzt noch die Uhr mit dem iPhone koppeln – und schon fällt auf, dass ohne ein iPhone die Uhr nix wert ist. Fast alle Konfigurationen einschliesslich Einlesen der eSIM werden am iPhone vorgenommen. Konfiguration der Zifferblätter, Auswahl derselben, Auswahl und Installation von Apps – alles ohne iPhone nicht machbar. Naja, wer so eine Watch haben möchte, kommt sicher auch nicht ohne iPhone aus….

Erste Ernüchterung: es lassen sich eine Menge Apps auf die Uhr installieren, die auch auf dem iPhone präsent sind. Allerdings ist der Nutzen doch sehr eingeschränkt: die eine Wetter-App weigert sich konsequent, Daten zu präsentieren. Angeblich findet sie den Ort nicht. Und so geht es weiter. Eine andere Wetter-App zeigt beharrlich Wetterdaten von Berlin. Ich bin aber in Hamburg!

Der DB-Navigator hat gleich was zu maulen, ich solle auf der App am Handy eine Verbindungsanfrage tätigen.

Die Banking-App meiner Bank lässt sich auch auf der Watch installieren, bevor es da aber irgendwie interessant wird, kommt die Aufforderung, ich möge auf dem Handy die App starten und freischalten, danach irgendwas auswählen.

Ja, so habe ich mir das vorgestellt. Die Verlängerung des iPhone mit anderen Mitteln.

Was prima funktioniert, ist die Schrittzählerfunktion. Angeblich kann die Aktivitäten-App automatisch erkennen, wenn ich trainiere. Sie fragt mich auch hin und wieder mehr zufällig, ob ich etwa jetzt trainiere und sie das Training aufzeichnen möge. Allerdings auch, wenn ich bloss zum Bäcker gehe. Die paar Schritte! Aber gern, fügen wir das als Training hinzu. Schliesslich will ja fleissig trainiert und bewegt werden, damit die App zufrieden ist. Nervig die ständige Aufforderung, man möge sich jetzt bitte bewegen. Oder auch nur mal aufstehen. Lässt sich aber gottseidank abschalten.

Die Navigation mit der Watch habe ich nicht ausprobiert, man sieht nur einen kleinen Ausschnitt der Karten-App und kann nicht beurteilen, ob man in die Irre geführt werden soll, oder ob der Kurs Sinn macht, den man mir empfiehlt. Dann doch lieber am iPhone, da sehe ich deutlich mehr auf der Karte.

Nach ein paar Tagen gab’s dann vom Provider die eSIM. Die zu installieren ist sehr kommod. iPhone fotografiert den Würfel-Code von der entsprechenden Seite des Kundencenters, die eSIM wird installiert und das Telefoniervergnügen mit der Watch kann losgehen. Allerdings muss man doch alleine im Raum sein, denn die Watch lässt den Gesprächspartner per Lautsprecher in die Gegend tröten, so dass alle Umstehenden lebhaften Anteil am Gespräch nehmen können. Müssen. Und die Netzbetreiber-Einstellungen am iPhone dürfen nicht ungültig sein, dann ist nämlich keine Verbindung mit der Watch möglich. Bei einem der letzten Updates des iOS erwischte mich genau das. Telefonieren mit der Watch nicht möglich, bitte aktuelle Netzbetreiber-Einstellungen anfordern und einspielen!

Die Notruffunktion habe ich – natürlich – nicht ausprobiert. Hält man die Seitentaste lange gedrückt, wählt das Telefon automatisch den Notruf (110? 112? – hängt von den Netzbetreibereinstellungen ab und sollte automatisch richtig sein) und übermittelt Positionsdaten. Sofern man nicht mehr sprechen kann, stirbt man nicht unentdeckt auf einsamen Feldwegen mitten in der Pampa, sondern wird womöglich noch vor Eintritt der Leichenstarre aufgefunden. Für Leute jenseits der 65 – oder auf Wunsch auch separat aktivierbar – gibt es eine Sturzerkennung. Diese fragt nach einem vermuteten Kollaps oder Sturz nach „Sind Sie gestürzt? Brauchen Sie Hilfe?“ und durch einfaches Schieben eines im Display eingeblendeten Schalters nach rechts wird die Notruffunktion aktiviert. Was aber passiert, wenn man auf diese Frage keine Reaktion mehr zeigt und gar nichts schiebt? Nach 60 Sekunden verliert die Watch die Geduld und kontaktiert den Rettungsdienst. Mit Standortangabe. Und ruft die hinterlegten Notfall-Kontakte an. Cool.

Inzwischen hat Apple die frühzeitig intensiv beworbene EKG-Funktion nachgereicht.

Naja, nett anzusehen, aber der diagnostische Wert ist eher gering. Ich sage nur 1-Kanal-EKG. Man sieht Zacken und kann meist sogar erkennen, ob ein Sinusrhythmus vorliegt. Wenn sich die P-Welle in der Ableitung darstellt. Wenn nicht – heisst das auch nichts weiter, als dass die gewählte Ableitung vielleicht unpassend ist. Mittels der Health-App des iPhone lässt sich sogar ein Ausdruck erstellen oder gar das EKG dem behandelnden Arzt als .pdf-file zustellen. Apple warnt jedesmal beim Starten, man könne mit diesem EKG keinen Herzinfarkt erkennen und die App ersetze nicht den Arztbesuch. Ehrlich sind sie ja. Eher nettes Gimmick.

A propos Gimmick, man kann die Uhr zum Sprechen bringen. Jaja, „Hey Siri“… Aber das meine ich nicht.

Wenn man Micky-Maus oder Minnie-Maus als Zifferblatt auswählt, wird die Uhrzeit angesagt. Da reicht ein Tippen aufs Zifferblatt, um die Ansage „Es ist XY-Uhr. Guten Morgen, Kumpel“ auszulösen. Tippt man erneut, bleibt es bei der Uhrzeitansage. Wohl damit man sich den frechen „Kumpel“ nicht leidhört. Tageszeitabhängig heisst es auch mal „Guten Tag“, „Guten Abend“ oder „Gute Nacht“ – „Kumpel“.

Das Zifferblatt ist dabei nett anzusehen, denn Micky oder Minnie wippt im Rhythmus der Sekunden mit dem Fuss, das teilt sich dem ganzen Körper mit, ein Arm dient als Stunden- und der andere als Minutenzeiger. Leider kann zumindest ich nicht exakt erkennen, ob auf diese Weise 20:14 oder 20:15 angezeigt wird.

Ach ja, Besitzer eines iMAC oder MacBook können ihre Geräte mit der Apple-Watch entsperren.

Man muss dazu aber leider beide Geräte im selben W-LAN angemeldet haben und auf beiden Bluetooth aktiviert. Das Entsperren funktioniert recht zuverlässig und kommod. Aber leider hat nach einer Weile mein iMAC nicht mehr regelmässig mitgespielt. Und die Watch war natürlich im W-LAN-Betrieb doch recht oft hungrig nach frischer Energie und musste ans Ladegerät.

Sollte man nicht allzu viel mit ihr herumtüdeln, kann man durchaus zwei ganze Tage ohne Nachladen auskommen. Dazu muss man sie aber über Nacht vom Arm nehmen, denn Herumdrehen oder Bewegen des Arms im Bett reichen völlig aus, um das Zifferblatt aufleuchten zu lassen. Und je unruhiger man schläft, umso eher überrascht einen die Mitteilung „Uhr laden!“ am nächsten Morgen. Oder man wählt die „Schwimmen“-Funktion, da bringen Bewegungen und Berührungen das Display nicht zum Leuchten. Auch „Theater“ hilft, da bleibt die Uhr dunkel, es sei denn man dreht wortwörtlich am Rad.

Apple-Pay funktioniert einwandfrei. Man muss die Funktion mit seiner Bank separat vom iPhone freischalten. Ist aber in wenigen Schritten erledigt. Und dann kann man großkotzig einfach die aktivierte Uhr an das Terminal beim Aldi halten und „pling“ erscheint ein Haken im Display und die Zahlung ist erledigt. Staunt aber meist niemand so richtig, denn das Ganze geht so schnell, dass das kaum einer mitbekommt. Sicher ist es auch, denn die Uhr erkennt, wenn man sie vom Handgelenk nimmt und will danach erst wieder alle Funktionen erlauben, nachdem man seinen Gerätecode eingegeben und sich als rechtmässiger Träger ausgewiesen hat.

Versuchsweise habe ich mal eine Golf-App installiert. Sie könne die Runde aufzeichnen. Leider klappt das nicht so, wie von der Garmin Approach S60 gewohnt. Die App steckt aber ordentlich voller Werbung (kann man sicher gegen Geld abstellen) und man nimmt unfreiwillig an der Betreuung durch Serien-e-mails teil, die man immerhin abstellen kann. Das Ergebnis einer aufgezeichneten Runde kann nicht so richtig überzeugen, Schlagweiten kann sie irgendwie gar nicht abmessen und auch bei der Darstellung des Spielverlaufs auf dem Course ist deutlich Luft nach oben. Die Positionsbestimmung per GPS frisst nur so Batteriestrom und ist leider recht ungenau. Also wieder deinstalliert, bleiben wir lieber bei der Garmin.

Es bedarf eines Armhebens um das Zifferblatt sehen zu können, sonst ist die Uhr schwarz. Dabei reagiert sie nicht ganz zuverlässig auf die Bewegung, meistens funktioniert’s, aber nicht immer.

Auch die Leuchtdauer des Zifferblattes variiert sehr – und sehr unvorhersehbar. Anfangs dachte ich, das hänge von der Batterieladung ab, aber das hat sich als Trugschluss herausgestellt. Es scheint seinen eigenen Gesetzen zu gehorchen.

Nervig: legt man die Uhr im dunklen Schlafzimmer auf den Nachttisch, dann leuchtet sie gefühlt eine Ewigkeit vor sich hin und stört die bereits schlummernde Ehegattin. Man kann die Leuchtstärke zwar mindern, indem man an dem seitlich angebrachten Multifunktionsrad dreht – aber nach dem Ablegen ist wieder die Standard-Einstellung aktiv.

Wenn ich genau darüber nachdenke, fällt mir jetzt nicht wirklich ein Grund ein, warum man so ein Gerät haben muss.

Aber Spass hat man damit schon – und jede Menge Motivation für körperliche Fitness. Kein „must have“, eher „nice to have“.

 

 

 

iTunes – mal wieder

Da ärgert man sich schon, wenn mal wieder fast die Hälfte aller Albumcover verschwunden sind. Auch solche, die man händisch mühevoll eingepflegt hat. Und sicher noch grösser ist der Frust, wenn man beim Musikhören von Systemsounds unterbrochen wird, die iTunes einfach nicht ausfiltern oder unterdrücken mag.

Alternativen zu iTunes gibt es nur wenige, einige davon sind leider den Windows-Nutzern vorbehalten.

Aber „Audirvana Plus“ ist eine – wenn auch nicht billige Alternative.

Echt Klasse – die Wiedergabe lässt sich per Voreinstellung auf ein bestimmtes Gerät festlegen, etwa den teuren Bluetooth-Kopfhörer. Dann gibt dieses Programm die Musik nur dort aus – und man bleibt von Systemsounds verschont, die weiterhin über die Bordlautsprecher tönen.

Ganz fein: man kann eine Erweiterung von Audirvana Plus bestimmte Systemaktionen, wie die Suche nach USB-Geräten oder TimeMachine- und Spotlight-Aktivitäten, die die Klangqualität negativ beeinflussen können, unterdrücken lassen. Es knackst jetzt deutlich weniger beim Musikhören.

Ein kleines Problem hat aber der Fremdsoftware-Musikplayer. Stösst er auf kopiergeschützte Dateien, lässt sich das Abspielen zwar starten – aber es wird nichts wiedergegeben. Das sind speziell bei Apple Dateien mit der Endung „m4p“ statt „m4a“.

Zunächst denkt man ja, das lässt sich beheben, wenn iTunes die Dinger als mp3-files exportiert.

Aber bei manchen weigert sich iTunes einfach. Man habe keine Berechtigung. Und exportiert nichts.

Und ob ich die Berechtigung habe, denn ich habe diese CD selbst importiert (wie dann einst aus m4a ein m4p wurde, lässt sich nicht mehr nachvollziehen, die halbe CD ist nicht kopiergeschützt, einige Dateien dann aber doch).

Was tun?

Suchen im Web ergeben diverse Hinweise auf Fremdsoftware, die da helfen könne.

Leider nicht. Ich habe einige ausprobiert – und nervig und wenig hilfreich gefunden. Und bevor es so richtig losgehen wollte, mussten schon Zahlungsdaten bearbeitet werden. Also nichts mit „Kopierschutz entfernen“ ohne finanziellen Aufwand.

Weitere machen zwar Anstalten, die Dateien von m4p nach m4a umzuwandeln, schrecken aber dann vor der eigenen Courage zurück und verweisen auf Kopierschutz und die Rechtslage…

Da kam die Erinnerung wieder. Selbiges Problem, kopiergeschützte Dateien in iTunes für andere Anwendungen greifbar zu machen, hatte ich doch vor langer Zeit schon mal (da waren probehalber einige Modelle von Blackberry in meinen Besitz gelangt – und wollten auch nur nicht kopiergeschützte Dateien abspielen).

Also, das völlig legale und an sich triviale Vorgehen ist wie folgt:

Man erstelle in iTunes eine Playlist (alle Titel auswählen und „Playlist aus Auswahl“). Ohne Playlist will iTunes seit einem früheren Update ja nichts mehr auf CD brennen.

Diese Playlist muss dann noch überprüft werden, ob die Songs in der richtigen Reihenfolge auftauchen. Dabei gibt sich iTunes gelegentlich von der kreativen Seite und ordnet neu, nach eigenem Gutdünken, sehr zum Ärger des Nutzers.

Diese Playlist kann dann als „Playlist auf Disc brennen“ exportiert werden. Als Ausgabeformat wählt man „Audio-CD“, dann klappt’s auch mit den kopiergeschützten Titeln. Sodann kann man die CD re-importieren lassen, siehe da, die Dateien hören jetzt auf „m4a“ (sofern in den iTunes Voreinstellungen diese Import-Option gewählt wurde, obacht, da schleicht sich gern „m4p“ ein und dann ist man wieder auf Anfang bei diesem Maneuver…) und der Kopierschutz, der andere Player als iTunes ausbremst, ist vergessen. Auswählen und löschen der kopiergeschützten Dateien (am besten im Finder, iTunes zeigt ja keine Endungen an).

Man sehe grosszügig darüber hinweg, dass iTunes jetzt die gelöschten kopiergeschützten Dateien mit einem Wölkchen dahinter im neu-importierten Album anzeigt. Man möge sie doch wieder downloaden. Nö, die wählen wir jetzt alle aus und verfügen „Aus Mediathek löschen“ – sie werden ab sofort ausgeblendet. (Vielleicht nur bis zum nächsten Update von iTunes – wer weiss das schon?)

Der Qualitätsverlust der Daten bei diesem Maneuver ist erstaunlich gering. Und ausser einem verbrannten CD-Rohling entstehen keine weiteren Kosten.

Frei nach dem Motto: „Warum denn einfach, wenn es nicht auch umständlich geht?“

Ich glaube, die bei Apple haben neben anderem Wichtigem die Usabiltiy-Tests abgeschafft, anders kann man sich die Entwicklung von iTunes zu einer ausgemachten Spassbremse langsam nicht mehr erklären.

Oder, wie meine Mutter früher immer sagte: „Gut gemeint ist die kleine Schwester von mies gemacht.

Auf dem absteigenden Ast

Seit geraumer Zeit fällt mir auf, dass das früher so leichte Gefühl beim Hantieren mit Apple-Software allmählich bösem Frust weichen will.

Früher hat man carddav- und caldav-accounts im Hui einrichten und benutzen können, seit neuestem funktioniert das gar nicht mehr so easy.

Ich habe eine NextcloudInstallation bei meinem Provider laufen. Klaglos und problemlos eingerichtet, updates eingespielt, zusätzliche apps aktiviert. So zum Beispiel den Kalender.

Nun hätte ich gern, dass auch mein Apple-Kalender damit was anfangen kann. Einrichten geht angeblich leicht; die Nextcloud-Kalender-App bietet eine eigene URL an, mit der man Android beispielsweise diesen Kalender nutzen lassen kann. Für Apple ist mal wieder eine besondere URL nötig, aber auch die wird bereitwillig präsentiert.

Frisch ans Werk.

Doch was ist das? Beim Einrichten wird der caldav-account mit „automatisch“ angeboten. E-mail und Passwort – und dann: nix. „Es ist ein Fehler aufgetreten. Benutzername und/oder Passwort konnten nicht überprüft werden.“

Na, dann nicht automatisch. Also „manuell“ ausgewählt. Damit kann man was anfangen, denn hier kommen Benutzername, Passwort und die spezielle URL vor, mit der man einen caldav-account so einrichten könnte. Aber leider auch hier: „Benutzername und/oder Passwort konnten nicht überprüft werden.“

Ja verbibbsch. WARUM können die Parameter nicht überprüft werden? Dann mal „erweitert“ angeklickt. Hier kann man den Server und den Serverpfad zum Kalender, den Benutzer und das Passwort eingeben. Ach ja, einen Port darf man noch angeben und wählen, ob SSL benutzt werden soll. Aber egal, was man hier eingibt – entweder das bekannte „Es ist ein Fehler aufgetreten…“ erscheint – oder es wird wortlos und flink ein caldav-account angelegt. Der aber nutzlos ist, denn im geöffneten Kalender erscheint der Hinweis, der Server habe einen ungültigen Kalenderpfad angegeben.

Na toll.

Im Internet werde ich nach einigem Suchen fündig. Dort schreibt ein Kundiger, Apple habe das Verfahren der Übergabe der Credentials geändert und seither funktioniere caldav mit Nextcloud nicht mehr. So lange, bis Nextcloud da etwas ändere.

Hallo? Wer hat denn da was geändert? Wer muss nachbessern?

Mein Bekannter fällt mir wieder ein, der mit Schaum vor dem Mund von den vergeblichen Versuchen berichtet hat, das iPhone ins Firmennetzwerk einzubinden. Nix. Null. Einfach nicht möglich. Katastrophe!

Ich glaube, das Apple-Universum ist eine feine Sache, solange man nicht versucht, zu Nachbarn Kontakt aufzunehmen. Leider wird das Apple-Universum aber von Tag zu Tag kleiner, so dass ich nicht recht verstehe, wie jetzt noch Leute glauben, mit Apple-Aktien reich werden zu können. Die erscheinen mir nach den letzten Software-Desastern und der immer bescheidener daherkommenden überteuerten Hardware (wegfallende Schnittstellen am MacBook, gestrichener Mag-Safe-Netzstecker, iPhone im Gegenwert eines guten Gebrauchtwagen) reichlich überbewertet.

Früher gab es sowas wie „Abwärtskompatibilität“ – aber das ist lange vorbei. Wer Photoshop in der Version 5 sein eigen nennt, verzichtet entweder darauf, das Betriebssystem auf High Sierra upzudaten, oder wirft sein nutzlos gewordenes Photoshop weg. Was alles mit Mojave nicht funktioniert (Wacom-Tablett – vergesst es!), will ich nicht im Einzelnen wissen. Mein MacBook Pro aus 2011 spielt jedenfalls nicht mit, „Installation nicht möglich“ heisst es lapidar, wenn ich dort Mojave aufrufe.

Na, Gottseidank muss ich ja gar nix.

Und eines Tages gibt’s eine LINUX-Installation für das MacBook….

Papierkorb reparieren

Seit einiger Zeit kam beim „Objekt XY in den Papierkorb legen“ immer der Dialog „wollen Sie xy wirklich löschen? Es wird sofort gelöscht und kann nicht wieder hergestellt werden.“

War irgendwie nicht wichtig, aber dann kamen mir doch leise Zweifel.

Was, wenn jetzt irgendwas Wichtiges versehentlich vollständig gelöscht wird, statt im Papierkorb noch eine Weile auf eine Wiederauferstehung zu warten?

Habe mich also mal umgesehen.

Es gibt im Netz eine Fülle an guten Ratschlägen – allerdings nicht zu High Sierra, sondern früheren Betriebssystemversionen. Aber gut, also Versuch macht klug, wie man so sagt.

Half aber alles nix. „Rechte reparieren“ – der Standardspruch, wenn jemand ein Problem hat. Gottseidank hat Apple das Herumfuhrwerken an den Dateirechten mittels Festplattendienstprogramm abgeschafft. Wohl zu viel Mist mit passiert.

Man möge schauen, ob „.Trashes“ im Stammverzeichnis der Betriebsystempartition vorhanden sei. War.

Man möge sehen, ob „.Trash“ im Stammverzeichnis des Benutzers existiere.

Ein Hauptgrund für ein nicht funktionierendes Löschen in mehreren Etappen über den Papierkorb sei mangelndes Schreibrecht des Benutzers. Auf seiner eigenen Partition? Äh, wie jetzt das?

Nachgeschaut – au! „Sie haben keinerlei Rechte“. Aha!

Mir selbst vollen Zugriff gewährt.

Kein Erfolg, das direkte Löschen ohne den Umweg über den Papierkorb blieb.

Auch das Hinzufügen von „Administrators“ zu den Berechtigten brachte keine Besserung.

Ja dann – weg damit. (Die Datei „.Trash“ wurde als vom Typ „Textedit“ und „Öffnen standardmässig mit Textedit“ bezeichnet – das kann ja nicht richtig sein!) Kurzerhand gelöscht. Einmal ab- und wieder anmelden – et voilá! Jetzt kommen Dateien wieder mit dem typischen Geräusch im Papierkorb zur Ruhe, bevor sie endgültig gelöscht werden. Nur schade, dass das keine Dauerlösung ist. Von Zeit zu Zeit muss man den Spass wiederholen….

Dazu habe ich jetzt ein kleines Shellscript, das bislang gute Dienste geleistet hat, wenn irgendwas im Papierkorb sich nicht auf natürlichem Weg löschen liess. Da es auch ~/.Trash am Ende löscht, ist nachher alles wieder wie neu.

#!/bin/bash
sudo rm -ri ~/.Trash

Nachtrag:

Zuerst betraf es nur mein MacBook pro, das mit der SSD. Das hatte beim Upgrade auf „High Sierra“ zwangsweise und ohne Nachfrage das neue Apple Dateisystem APFS erhalten. Mein iMac blieb solange davon verschont, bis auch er als Ersatz für seine sterbende Festplatte eine SSD spendiert bekam. Seither auch da dieses Problem…

Wie gut, dass es Shellscripte gibt.

Kategorien MAC

Nigeria calling

Heute hat’s mich erwischt.

Ein Anruf mit der signalisierten Nummer 03432150692.

Sieht harmlos nach einem Gesprächswunsch aus der Gegend um Berlin aus.

Krachen in der Leitung (wird wohl mehrfach weitergeschaltet) und dann eine gebrochen Englisch sprechende Stimme.

„Hello, ahm calling in behalf of Microsoft. You have a problem with your computer. The internet-part of your computer is out of order“

Ah. Auf die habe ich gewartet. Ich habe Zeit und Lust, zu spielen.

Also: „oh my god! Can you fix it?“

„Well Saa, luhk on de bottom left of jaah keyboaad. What do you see for a key there? <CTRL>?“

„Yeeah, I have that key right there!“

„O.K. next key to the right? What do you see there?“

Ich tu blond.

Erst mal eine längere Gesprächspause, als ob ich suchen muss.

„I don’t know“

„Is there a key with a windows-flag on it?“

„No“

„You see a windows-flag on  your keyboard anywhere?“

„No.“

Gut zehn Minuten halte ich durch Rückfragen und viel „Äh öh“ diesen Dialog in Gang.

Dann hat er scheinbar geschnallt, dass er so mit mir nicht fertig wird.

„Söah, I will connect you to a supaveisah.“

Und wieder Knacken und Rauschen.

Danach eine andere Stimme, die flüssiger Englisch fast ohne Akzent redet.

„What do you see on the screen of your computer?“

„Facebook“

„Could you minimize Facebook and tell me, what you see then?“

„A picture“

„What?“

„A seat leon in red“.

Knacks. Tüt tüt tüt tüt.

Auch er hat geschnallt, dass die Kosten bei weitem nicht durch irgendeinen Erfolg gekrönt werden und einfach aufgehängt.

Nun, 11 Minuten mit Nigeria telefoniert. Freundliche Leute dort.

Und scheinen Geld wie Heu zu haben, wenn sie sich so teure Auslandsgespräche leisten können…..

Kategorien MAC

Month 13 is out of bounds

So wird mein console-log im Sekundentakt regelrecht zugemüllt. Alle möglichen Apps bemerken, dass das Jahr mit dem 12. Monat endet – und der 13te wohl jenseits von Gut und Böse sei. Und protestierend schreiben sie diese Erkenntnis unermüdlich immer wieder ins console-log, das dadurch wächst und wächst…..

Da darf man sich schon mal fragen, was Apple eigentlich so treibt?

Schier im Wochentakt kommen für iOS und MacOS neue Bugfixes und Sicherheitsupdates heraus, nach deren Installation man dann verwundert feststellt, dass in Cupertino offenbar das Jahr nun 13 Monate hat. Oder von denen schon nach kurzer Zeit bekannt wird, dass sie zwar ein relevantes Sicherheitsproblem gelöst, aber gleichzeitig zwei neue Lücken aufgerissen haben. Ich kann die Bemerkung im Begleittext „dieses Update behebt Probleme mit dem iPhone X“ nicht mehr ohne Brechreiz lesen.

Und dazu noch jede Menge seltsame Ungereimtheiten. War früher der Klick auf „W-LAN aus“ ausreichend, um das W-LAN-Modul auszuschalten, bewirkt jetzt der gleiche Klick was? Eine Trennung der aktuellen Verbindung. Das stromfressende W-LAN-Modul bleibt nämlich jetzt sicherheitshalber mal an. Damit man sich morgens eines leergelutschten Akkus erfreuen kann.

Darüberhinaus muss ich feststellen, dass ein Update des Betriebssystems seit einiger Zeit Probleme mit zum Teil teuer bezahlter Software hervorruft. Da läuft dann mein geliebtes Photoshop CS3 (zugegeben alt, aber bislang ohne Probleme zu benutzen) beispielsweise nicht mehr.

Ist auch nicht wieder in Gang zu bringen.

Also weg damit.

Dann gab’s kürzlich ein neues Filesystem. Das alte war wohl nicht mehr zeitgemäss. Bevor ich aber so ein neues Filesystem installiere, wäre es schicklich, ein wenig Erfahrungen damit im Echtzeitbetrieb zu sammeln. Leider gibt’s keine Wahl: hat man ein MacBook mit Solid State Drive – schwupps ist das dortige HPFS nach der Betriebssystemaktualisierung auf das neue APFS umgestellt. Nun ja. Bei meinem iMac tat sich nichts, das ist leider noch nicht möglich, eine aktive Partition umzustricken. Ach wat. Neugierig war ich aber schon – darum habe ich mal eine meiner externen Festplatten umgestellt. Schien auch soweit alles o.k. – bis auf die Tatsache, dass ich jetzt jedesmal nach dem Hochfahren des Rechners die Meldung präsentiert kriege, dass ich ein Passwort eingeben möge, um diese besagte Platte nutzen zu können. Gebe ich ein. Und klicke auf „weiter“, kommt sofort die Meldung, die Platte sei bereits aktiviert, ich möge das Festplattendienstprogramm starten. Äh ja. Und dann?

Ist wohl auch normal, dass ich in den Rechten der Platte als Besitzer mit Schreib- und Lesezugriff eingetragen bin, aber jedesmal, wenn ich mit einer Datei darauf was anstellen will, werde ich aufgefordert, mich zu authentifizieren. Hey, ich bin der Besitzer dieser Datei! Klicke ich auf „authentifizieren“ – geht’s kommentarlos weiter, als wäre nie etwas passiert.

Also, vertrauenerweckend geht anders.

Hardwareseitig sieht’s auch nicht besser aus. Das ehemals als Ersatz für ein nicht mehr unterstütztes Wacom-Tablet angeschaffte Bamboo macht schon lange keine Freude mehr, zu rudimentär sind die Funktionen geworden, derer man sich noch mit den mühsam angepassten, schon wieder veralteten und nicht mehr erneuerten Treibern, bedienen kann. Abstürze inbegriffen.

Das alles erinnert mich sehr an Windows in seinen Glanztagen.

Mangelnde Abwärtskompatibilität, mangelhafte Sicherheit, dazu hektische Updateritis – deswegen habe ich seinerzeit den Sprung weg vom Mainstream-Windows auf den Mac gewagt.

Sollte Apple jetzt endlich gleichgezogen sein?

Dazu die Tatsache, dass die ohnehin nicht preiswerte Hardware aus Cupertino inzwischen wahre Mondpreise erreicht hat. Erinnert ein wenig an die Zeiten vor den diversen Währungsreformen. Wer – ausser strenggläubigen Appelianern – kauft sowas noch?

Dazu wird abgespeckt, wo’s nur geht: Früher kamen iMacs mit der Möglichkeit, selbst neue Speicherriegel einzubauen, wenn denn ein Upgrade des Arbeitsspeichers nötig wurde. Wo ist das dafür vorgesehene Kläppchen nur geblieben? Weg. Speicher jetzt fest verlötet. Upgrade nur noch durch Neukauf. Des ganzen Rechners, versteht sich.

MacBooks nahezu ohne Schnittstellen. Ein DVD-Brenner wurde schon zu früheren Zeiten ersatzlos gestrichen. Jetzt die Schnittstellen. Aber man kann schon für relativ kleines Geld Docking-Stationen kaufen. Nein, nicht kann, muss. Wenn man nämlich die altgewohnten externen DVD-Brenner und Festplatten weiter nutzen möchte.

Seid Ihr noch zu retten, möchte man etwa fragen, wenn für ein anerkannt zerbrechliches Brikett mit dem Namen iPhone X dann 1300,- € aufgerufen werden. So viel Geld! Für zwei durch einen Metallrahmen fixierte Glasscheiben, deren ach so schön stylish anzusehende Gläser bei einem Sturz aus weniger als einem Meter Höhe geschrottet werden. Immerhin, lange haben wir drauf warten müssen, „spritzwasser- und staubgeschützt“.

Vor dem Sturz.

Mann! Für diese Summe hätten wir früher einen Gebrauchtwagen gekauft und wären damit noch zwei – drei Jahre vergnügt herumgefahren.

Verlängert man diesen Trend mal in die Zukunft, dann ist auch der exorbitante Preis für eine Apple-Aktie durch nichts zu rechtfertigen.

Obsoleszenz extrem

Im Dezember 2015 habe ich mir notgedrungen einen Business-Drucker gekauft.

Gute Kritiken waren der Grund, einen Epson Workforce 7610 zu kaufen.

Scannt, druckt, kopiert, faxt bis DiN A3, hat einen document-feeder und kann diverse Formate problemlos bearbeiten.

Das mit dem FAX war eher Nebensache. Eher verlockend der automatische Duplex-Druck.

Alles andere funktionierte zur Zufriedenheit.

Die Original-Druckerpatronen sind zwar etwas teuer, aber immerhin ausreichend ergiebig. Schreckliche Berichte über die schlimmen Folgen hinsichtlich Gerätefunktion und -garantie liessen mich brav die Original-Patronen verwenden.

Nach knapp 11/2 Jahren in Betrieb hat’s mich dann am Ostermontag erwischt.

Mitten in einem Druckauftrag warf das Teil ein halb bedrucktes Blatt aus und stellte den Betrieb ein.

Fehler 0x97. Siehe Betriebsanleitung, meldete das Display. Wie gefordert aus und wieder eingeschaltet.

Diesmal kam das Blatt völlig leer aus dem Drucker. Fehler 0x97.

Kommt übrigens in der Betriebsanleitung gar nicht vor.

Also im Internet Rat gesucht.

Oh weh!

Viele Stimmen, die voller Wut und Verzweiflung ihre Erfahrungen mit dem sogenannten Kundendienst der Firma Epson kundtaten.

Nicht sehr ermutigend.

Weitere Suche ergab dann, dass es sich um einen Fehler im Zusammenhang mit einem vollen Abfallbehälter handele. Epson biete aber ein „Wartungskit“ an, mit dem der Abfallbehälter ersetzt und der Drucker wieder zum Leben erweckt werden könne.

Flink bestellt.

Heute geliefert.

Problemlos eingebaut.

Fehler 0x97 bleibt.

Reinigungsarbeiten am Abfallsystem durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass ich jetzt sämtliche Winkel und Ecken kenne. Und schwarze Finger bekommen habe (Tinte ist gottseidank abwaschbar).

Fehler 0x97.

Also doch die Platine, wie die meisten Leidtragenden zu berichten wissen.

Schnell auf der Supportseite von Epson nachgeschaut.

Ja, mein Gerät hatte Garantie. Ein Jahr.

Und eine „extended warranty“. Läuft noch bis Dezember 2018.

Ui, Schwein gehabt.

Nächster Kundendienst: ist in Bremen.

Allein die Fahrtkosten hin- und zurück (2x, da man das Ding ja auch abholen muss und selbstverständlich nicht drauf warten kann) wiegen die Kosten für einen Neukauf auf.

Aber ganz sicher keinen Epson mehr.

MySQL-Update mit Tücken

Bislang habe ich MySQL für den MAC bevorzugt. Einfache Installation – für Privatanwender kostenfrei – und extrem leistungsfähig.

Das Upgrade für die jeweils neuen Versionen hat es jedesmal nötig gemacht, den Inhalt des Daten-Verzeichnisses

/usr/local/mysql-5.xxx-osx10.x-x86_64/data

in den Ordner der neuen Installation umzuziehen, den MySQL-Server neu zu starten – et voilà alles am Ort und funktionsbereit.

Diesmal leider nicht.

Irgendwie prangte in der neuen Installation am Data-Ordner ein Gesperrtzeichen als Hinweis darauf: Finger weg, nicht Dein Verzeichnis. Und tatsächlich, Öffnen, Bearbeiten, Hineinkopieren scheiterte kläglich.

Habe dann mehrfach vergeblich versucht, die wichtigen Daten in die neue MySQL-Installation zu importieren, war aber zu ungeschickt damit.

Auch das Entfernen des gesamten Ordners und Ersetzen mit dem data-Ordner der alten Installation konnte nicht befriedigen, da verweigerte MySQL-Server den Start mit einem deutlichen Hinweis darauf, das data-Verzeichnis sei ungesichert und für jedermann sichtbar. Das ist ja aus Sicherheitsgründen durchaus erwünscht – aber mir torpediert es das Upgrade!

Dann kam nach Wälzen diverser Bücher die Erleuchtung: wie wäre es, mich als User „xxxxx“ mit in die Gruppe „_mysql“ aufzunehmen, da müsste mir danach doch Zugriff auf das verbotene Terrain des Data-Ordners möglich sein?

Gesagt – aber wie getan?

Hier hilft alles Basteln mit der Systemsteuerung nix. Ich bin zwar der Administrator, aber deswegen zeigt man mir in der Benutzerverwaltung solche Gruppen wie „wheel“ oder „_mysql“ erst gar nicht an. Auch an Gruppen herumfingern geht nicht. Grafische Oberfläche adé. Im Filemaker-Server-Forum kam ich dann zu einem entscheidenden Hinweis:

Im Terminal

sudo dseditgroup -o -a Benutzername -t user _mysql

eingegeben. Nach einem Stoßgebet auf RETURN gedrückt – Passwort eingeben – und wieder der Eingabeprompt. Uff. Also scheint der Befehl ohne Mucken akzeptiert worden zu sein, denn in UNIX-Betriebssystemen gibt die Shell im Erfolgsfall keinerlei Kommentar ab.

Und siehe da, der Ordner data ist jetzt ohne Gesperrtzeichen und zugänglich.

Rasch die Unterordner hineinkopiert – seitdem ist meine MySQL-Installation wieder uneingeschränkt nutzbar.

Alles neu – alles gut?

Schnell mal was ausdrucken…

Damit fängt immer alles Elend dieser Welt an.

Heute früh noch schnell vor dem Weg zur Arbeit mal für Frau Gnä eine Fahrkarte ausdrucken. Ist schon ungeheuer praktisch, dass man Fahrkarten nicht mehr aus dem Automaten ziehen, geschweige denn nach längerer Wartezeit am Schalter buchstäblich „erstehen“ muss.

Aber was tut sich?

Nix.

Der Druckauftrag wurde erfolgreich übermittelt, aber der verdammte Drucker bleibt stumm und untätig.

Ach ja, unjüngst das Betriebssystem-Update eingespielt. OS-X „El Capitan“.

Schön, dass bislang funktionierende Druckertreiber sang- und klanglos eliminiert wurden. Mit dem alten Betriebssystem werden auch veraltete Druckertreiber durch aktuelle ersetzt.

Drucker, so verlangt es ja das Grundgesetz, muss man alle 4, spätestens 5 Jahre neu kaufen.

Gegen diese Bestimmung habe ich stets – bislang erfolgreich – verstossen.

Bei mir werkelt noch ein HP Deskjetz 970Cxi, der hat noch eine veritable Duplexeinheit, die tatsächlich auch noch automatisch die Rückseite meiner Druckseiten bedruckt, ohne dass ich mit Papierstapeln jonglieren muss. Der hat nur zwei Patronen, Farbe und Schwarz und druckt Text auch noch – meistens – mit dem reinen Schwarz dieser Patrone. Wann kam der noch mal in unseren Haushalt? Gefühlt kurz nach der deutschen Einheit.

Klar, dass seit Jahren schon keine Treiber, die den Funktionsumfang des Methusalems unter den Druckern nutzen, mehr verfügbar sind. Da muss man schon zu Spezial-Software à la „Printfab“ greifen.

Aber dass jetzt auch mein HP Photosmart aus dem Jahre 2009 eliminiert wurde, macht mich doch betroffen. Sooo alt ist der doch nicht? Aber das Grundgesetz kennt keine Ausnahmen…

Schaut man sich auf den Seiten diverser Versender um, auf denen der Kunde Kommentare zu seinen frisch erworbenen neuen Druckern abgeben kann, macht sich schon sehr bald Erschrecken breit.

Das typische Beispiel: von dreihundert abgegebenen Kommentaren sind 150 positiv, der Rest mehr oder weniger katastrophal für den Hersteller. Quietschen, Klappern und miserable mechanische Stabilität wird bemängelt. Schlechte Ausdrucke, hoher Tintenverbrauch, ständige Druckkopfreinigungen, fehlerhafte Farbwiedergaben – um nur mal bei den Tintenstrahldruckern zu bleiben. Viele heissen zwar irgendwas mit „Duplex“, aber verlangen vom Nutzer, nachdem die Seiten 1 – 3 – 5 – 7 usw. bedruckt wurden, den Stapel Ausdrucke erneut von Hand in den Drucker einzulegen, damit nun auf der Rückseite jeweils die passende Seite mit gerader Seitenzahl gedruckt werden kann. Sowas ist doch bestenfalls Behelf und kein Duplexdruck!

Und wenn dann noch clevere Hersteller die Verwendung von Nachfülltinte oder Fremdpatronen durch gut konstruierte Software ausschliessen, dann wird’s interessant. Man fühlt sich an die Royal Dutch erinnert, die seinerzeit den Chinesen Öllampen für „umme“ angedient hat. Aber das Öl hat dann diese Investition in kürzester Zeit wieder hereingebracht, denn das war teuer. Und nur das konnte man gefahrlos in den Laternen verfeuern.

Darf ich mal was wünschen?

Also, mein idealer Drucker muss:

  • echten Duplexdruck beherrschen,
  • mechanisch stabil sein – da er etwa 10 Jahre in Betrieb ist,
  • sparsam mit meinem Geld umgehen (also notfalls Tinten auch von anderen Herstellern zulassen),
  • keine gefaketen Fehlermeldungen ausgeben, wenn eine bestimmte Seitenzahl überschritten wird,
  • Din A4-Blätter genauso problemlos bedrucken, wie Briefumschläge oder Rezepte
  • und keinesfalls den Druck auch von Schwarz-Weiss-Dokumenten einstellen, sowie eine Farbpatrone leer ist!

Meint ihr Hersteller, dass ich so’n Ding umsonst haben will?

Nein, dafür bezahle ich sogar einen angemessenen Preis, schliesslich ist mein Auto ja auch nicht aus Pappmachée und hat Geld gekostet.

Ach ja, noch was. Die Betriebssystem-Stricker sollten nicht so flink bei der Hand sein mit dem Aussortieren alter Druckertreiber. Danke!