Obsoleszenz extrem

Im Dezember 2015 habe ich mir notgedrungen einen Business-Drucker gekauft.

Gute Kritiken waren der Grund, einen Epson Workforce 7610 zu kaufen.

Scannt, druckt, kopiert, faxt bis DiN A3, hat einen document-feeder und kann diverse Formate problemlos bearbeiten.

Das mit dem FAX war eher Nebensache. Eher verlockend der automatische Duplex-Druck.

Alles andere funktionierte zur Zufriedenheit.

Die Original-Druckerpatronen sind zwar etwas teuer, aber immerhin ausreichend ergiebig. Schreckliche Berichte über die schlimmen Folgen hinsichtlich Gerätefunktion und -garantie liessen mich brav die Original-Patronen verwenden.

Nach knapp 11/2 Jahren in Betrieb hat’s mich dann am Ostermontag erwischt.

Mitten in einem Druckauftrag warf das Teil ein halb bedrucktes Blatt aus und stellte den Betrieb ein.

Fehler 0x97. Siehe Betriebsanleitung, meldete das Display. Wie gefordert aus und wieder eingeschaltet.

Diesmal kam das Blatt völlig leer aus dem Drucker. Fehler 0x97.

Kommt übrigens in der Betriebsanleitung gar nicht vor.

Also im Internet Rat gesucht.

Oh weh!

Viele Stimmen, die voller Wut und Verzweiflung ihre Erfahrungen mit dem sogenannten Kundendienst der Firma Epson kundtaten.

Nicht sehr ermutigend.

Weitere Suche ergab dann, dass es sich um einen Fehler im Zusammenhang mit einem vollen Abfallbehälter handele. Epson biete aber ein „Wartungskit“ an, mit dem der Abfallbehälter ersetzt und der Drucker wieder zum Leben erweckt werden könne.

Flink bestellt.

Heute geliefert.

Problemlos eingebaut.

Fehler 0x97 bleibt.

Reinigungsarbeiten am Abfallsystem durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass ich jetzt sämtliche Winkel und Ecken kenne. Und schwarze Finger bekommen habe (Tinte ist gottseidank abwaschbar).

Fehler 0x97.

Also doch die Platine, wie die meisten Leidtragenden zu berichten wissen.

Schnell auf der Supportseite von Epson nachgeschaut.

Ja, mein Gerät hatte Garantie. Ein Jahr.

Und eine „extended warranty“. Läuft noch bis Dezember 2018.

Ui, Schwein gehabt.

Nächster Kundendienst: ist in Bremen.

Allein die Fahrtkosten hin- und zurück (2x, da man das Ding ja auch abholen muss und selbstverständlich nicht drauf warten kann) wiegen die Kosten für einen Neukauf auf.

Aber ganz sicher keinen Epson mehr.

MySQL-Update mit Tücken

Bislang habe ich MySQL für den MAC bevorzugt. Einfache Installation – für Privatanwender kostenfrei – und extrem leistungsfähig.

Das Upgrade für die jeweils neuen Versionen hat es jedesmal nötig gemacht, den Inhalt des Daten-Verzeichnisses

/usr/local/mysql-5.xxx-osx10.x-x86_64/data

in den Ordner der neuen Installation umzuziehen, den MySQL-Server neu zu starten – et voilà alles am Ort und funktionsbereit.

Diesmal leider nicht.

Irgendwie prangte in der neuen Installation am Data-Ordner ein Gesperrtzeichen als Hinweis darauf: Finger weg, nicht Dein Verzeichnis. Und tatsächlich, Öffnen, Bearbeiten, Hineinkopieren scheiterte kläglich.

Habe dann mehrfach vergeblich versucht, die wichtigen Daten in die neue MySQL-Installation zu importieren, war aber zu ungeschickt damit.

Auch das Entfernen des gesamten Ordners und Ersetzen mit dem data-Ordner der alten Installation konnte nicht befriedigen, da verweigerte MySQL-Server den Start mit einem deutlichen Hinweis darauf, das data-Verzeichnis sei ungesichert und für jedermann sichtbar. Das ist ja aus Sicherheitsgründen durchaus erwünscht – aber mir torpediert es das Upgrade!

Dann kam nach Wälzen diverser Bücher die Erleuchtung: wie wäre es, mich als User „xxxxx“ mit in die Gruppe „_mysql“ aufzunehmen, da müsste mir danach doch Zugriff auf das verbotene Terrain des Data-Ordners möglich sein?

Gesagt – aber wie getan?

Hier hilft alles Basteln mit der Systemsteuerung nix. Ich bin zwar der Administrator, aber deswegen zeigt man mir in der Benutzerverwaltung solche Gruppen wie „wheel“ oder „_mysql“ erst gar nicht an. Auch an Gruppen herumfingern geht nicht. Grafische Oberfläche adé. Im Filemaker-Server-Forum kam ich dann zu einem entscheidenden Hinweis:

Im Terminal

sudo dseditgroup -o -a Benutzername -t user _mysql

eingegeben. Nach einem Stoßgebet auf RETURN gedrückt – Passwort eingeben – und wieder der Eingabeprompt. Uff. Also scheint der Befehl ohne Mucken akzeptiert worden zu sein, denn in UNIX-Betriebssystemen gibt die Shell im Erfolgsfall keinerlei Kommentar ab.

Und siehe da, der Ordner data ist jetzt ohne Gesperrtzeichen und zugänglich.

Rasch die Unterordner hineinkopiert – seitdem ist meine MySQL-Installation wieder uneingeschränkt nutzbar.

Alles neu – alles gut?

Schnell mal was ausdrucken…

Damit fängt immer alles Elend dieser Welt an.

Heute früh noch schnell vor dem Weg zur Arbeit mal für Frau Gnä eine Fahrkarte ausdrucken. Ist schon ungeheuer praktisch, dass man Fahrkarten nicht mehr aus dem Automaten ziehen, geschweige denn nach längerer Wartezeit am Schalter buchstäblich „erstehen“ muss.

Aber was tut sich?

Nix.

Der Druckauftrag wurde erfolgreich übermittelt, aber der verdammte Drucker bleibt stumm und untätig.

Ach ja, unjüngst das Betriebssystem-Update eingespielt. OS-X „El Capitan“.

Schön, dass bislang funktionierende Druckertreiber sang- und klanglos eliminiert wurden. Mit dem alten Betriebssystem werden auch veraltete Druckertreiber durch aktuelle ersetzt.

Drucker, so verlangt es ja das Grundgesetz, muss man alle 4, spätestens 5 Jahre neu kaufen.

Gegen diese Bestimmung habe ich stets – bislang erfolgreich – verstossen.

Bei mir werkelt noch ein HP Deskjetz 970Cxi, der hat noch eine veritable Duplexeinheit, die tatsächlich auch noch automatisch die Rückseite meiner Druckseiten bedruckt, ohne dass ich mit Papierstapeln jonglieren muss. Der hat nur zwei Patronen, Farbe und Schwarz und druckt Text auch noch – meistens – mit dem reinen Schwarz dieser Patrone. Wann kam der noch mal in unseren Haushalt? Gefühlt kurz nach der deutschen Einheit.

Klar, dass seit Jahren schon keine Treiber, die den Funktionsumfang des Methusalems unter den Druckern nutzen, mehr verfügbar sind. Da muss man schon zu Spezial-Software à la „Printfab“ greifen.

Aber dass jetzt auch mein HP Photosmart aus dem Jahre 2009 eliminiert wurde, macht mich doch betroffen. Sooo alt ist der doch nicht? Aber das Grundgesetz kennt keine Ausnahmen…

Schaut man sich auf den Seiten diverser Versender um, auf denen der Kunde Kommentare zu seinen frisch erworbenen neuen Druckern abgeben kann, macht sich schon sehr bald Erschrecken breit.

Das typische Beispiel: von dreihundert abgegebenen Kommentaren sind 150 positiv, der Rest mehr oder weniger katastrophal für den Hersteller. Quietschen, Klappern und miserable mechanische Stabilität wird bemängelt. Schlechte Ausdrucke, hoher Tintenverbrauch, ständige Druckkopfreinigungen, fehlerhafte Farbwiedergaben – um nur mal bei den Tintenstrahldruckern zu bleiben. Viele heissen zwar irgendwas mit „Duplex“, aber verlangen vom Nutzer, nachdem die Seiten 1 – 3 – 5 – 7 usw. bedruckt wurden, den Stapel Ausdrucke erneut von Hand in den Drucker einzulegen, damit nun auf der Rückseite jeweils die passende Seite mit gerader Seitenzahl gedruckt werden kann. Sowas ist doch bestenfalls Behelf und kein Duplexdruck!

Und wenn dann noch clevere Hersteller die Verwendung von Nachfülltinte oder Fremdpatronen durch gut konstruierte Software ausschliessen, dann wird’s interessant. Man fühlt sich an die Royal Dutch erinnert, die seinerzeit den Chinesen Öllampen für „umme“ angedient hat. Aber das Öl hat dann diese Investition in kürzester Zeit wieder hereingebracht, denn das war teuer. Und nur das konnte man gefahrlos in den Laternen verfeuern.

Darf ich mal was wünschen?

Also, mein idealer Drucker muss:

  • echten Duplexdruck beherrschen,
  • mechanisch stabil sein – da er etwa 10 Jahre in Betrieb ist,
  • sparsam mit meinem Geld umgehen (also notfalls Tinten auch von anderen Herstellern zulassen),
  • keine gefaketen Fehlermeldungen ausgeben, wenn eine bestimmte Seitenzahl überschritten wird,
  • Din A4-Blätter genauso problemlos bedrucken, wie Briefumschläge oder Rezepte
  • und keinesfalls den Druck auch von Schwarz-Weiss-Dokumenten einstellen, sowie eine Farbpatrone leer ist!

Meint ihr Hersteller, dass ich so’n Ding umsonst haben will?

Nein, dafür bezahle ich sogar einen angemessenen Preis, schliesslich ist mein Auto ja auch nicht aus Pappmachée und hat Geld gekostet.

Ach ja, noch was. Die Betriebssystem-Stricker sollten nicht so flink bei der Hand sein mit dem Aussortieren alter Druckertreiber. Danke!

iTunes 12.3 – der Pausenclown

Es könnte so einfach sein.

Man brennt ein gekauftes Album auf CD, indem man davon eine Wiedergabeliste erstellt und diese dann brennen lässt.

Aber halt.

So einfach ist es dann doch nicht.

iTunes gibt sich alle Mühe, die Sache kompliziert zu machen.

Die Wiedergabeliste enthält alle Titel des Albums.

Soweit, so gut.

Aber leider nicht in der auf dem Album vorgegebenen Reihenfolge, sondern strikt nach Alphabet sortiert. Und das, egal, was man in der Listenansicht so eingestellt hat.

Das ist mehr als ärgerlich.

Nirgendwo lässt sich dieser Unsinn abstellen!

Man muss tatsächlich von Hand (!!) alle Titel der Wiedergabeliste in die richtige Reihenfolge bringen.

Brennt man diese dann – o weh! Alles wieder alphabetisch, als wenn man nicht mühsam von Hand…

Bullshit!

Der Trick, der weiterhilft: man wähle vor dem Brennen die richtig sortierten Titel der Wiedergabeliste noch mal komplett aus, wie macfan1 in einem Beitrag im maclife-Forum schon 2012 angemerkt hat.

Also: in die Wiedergabeliste klicken und dann: cmd-A. Dann: „Auf Medium brennen“ auswählen.

Nun kann iTunes plötzlich doch die Wiedergabeliste in der richtig sortierten Reihenfolge brennen.

Da muss man erst mal drauf kommen!

Ja, liebe Leute von Apple, da habt Ihr Euch ja so richtig was ausgedacht!! Alles so schön einfach und selbsterklärend hier… komme mir beinahe vor, wie damals, bei Windoze 2000.

Ach ja, die Nostalgie!

Haben die das nötig?

Neulich übers ach zu teure iPhone geklagt. Und natürlich ordentlich Mecker bekommen, ob der Gotteslästerung. Aber diese Gewinnspanne (Herstellungskosten von Fachleuten geschätzt: 200,- € – Verkaufspreis bei ca 800,- €) kommt nicht nur mir etwas unanständig vor.

Heute wollte ich dann Fotos auf das neue iPad überspielen, weil sie da so kommod zu bearbeiten gehen.

Den Adapter (USB auf lightning) hervorgekramt, Kamera damit ans iPad angestöpselt – doch oh weh!

Fehler: dieses Zubehör wurde nicht von Apple zertifiziert und kann möglicherweise nicht verwendet werden!

Dann die alles entscheidende zweite Meldung:

Fehler: dieses Zubehör kann nicht verwendet werden!

Ja sapperlot!

Was bilden die sich ein bei Apple? So viel kann man doch mit so einem Adapter nicht falsch machen! Vor iOS8 funktionierte das Teil klaglos. Allerdings habe ich nicht das Original-Apple-Teil für ca 30,-€ angeschafft, sondern ein Fremd-Teil für ca 4,-€.

Und das rächt sich – falsch: das rächen sie jetzt!

Wer vom Glauben abfällt, den straft Gott Apple aber sowas von!

Bringt mich zur Volksweisheit: andere Mütter haben auch schöne Töchter. Soll heissen: das nächste Tablett muss nicht zwangsläufig angebissenes Obst als Logo tragen…..

Auf Abwegen

Ein neues Smartphone musste her.

So langsam wurde es Zeit; schliesslich kann so ein iPhone 4s mit LTE nix anfangen.

Zunächst erschrocken festgestellt, dass so ein neues iPhone preislich im Bereich dessen lag, was man sonst für einen fahrbaren Untersatz ausgegeben hätte (Studentenkarre). Nun, das muss doch billiger oder zumindest preiswerter gehen.

Die Hoffnung, für mein altes iPhone 4s noch einen brauchbaren Preis beim Reseller zu erzielen, zerschlug sich dann schnell: nach etwas über 2 Jahren sehr pfleglichen Gebrauchs hatte es doch gravierende Schäden: der Dock-Connector defekt, die Lade-Elektronik angeschlagen, die Hülle auf der Rückseite von feinen Kratzern verunziert, sowie ein Akku am Ende seiner Lebensdauer und das Ding hatte einen Restwert von schlappen 40,-€. Statt Restwert könnte man besser Schrottwert sagen…

Genervt von Features wie Apples mitdenkender Tastatur (bei der der Bereich für den nächsten erwarteten Buchstaben verdoppelt wurde – man kann so lange F-U-S-S tippen, wie man will, es kommt immer FUSD zustande!) sollte es diesmal vielleicht etwas werden, das eine eigene Hardware-Tastatur sein eigen nennt.

Im Bereich von iOS bin ich da – natürlich – nicht fündig geworden.

Aber ich musste nicht lange suchen: Blackberry Classic wurde es dann.

Ich gebe zu, der Umstieg war nicht problemlos, aber nach einigen Geburtswehen ist es dann gelungen.

Die meisten meiner unverzichtbaren iPhone-Apps gibt es auch als Android-Version. Einzig beim Installieren ist Phantasie gefragt – das Blackberry will nur aus der Blackberry-World oder dem Amazon-Appstore bedient werden. Kein Google-Play. Es sei denn, man hackt das Blackberry… Oder installiert Software, indem man das .apk-file auf das Blackberry kopiert und dann mit dem bordeigenen Dateimanager aufruft. Auch dann wird zunächst per Blackberry-Guardian geprüft, ob negative Berichte über die Software vorliegen und dann entweder die Installation durchgeführt – oder eben davon abgeraten.

Aber auch so kommt man zurecht. Banking4A statt Banking4i, HanDBase gibt’s auch – nur dessen Desktop-Connect ist bis auf Weiteres lediglich über einen workaround möglich… aber der funktioniert problemlos.

E-mails kann man dank pgp-App aus der Blackberry World auch verschlüsselt senden und empfangen (wobei die app sich so ins System einbindet, dass man aus der mail-Anwendung oder dem Blackberry-Hub direkt die fragliche mail übergeben kann), die Konnektivität ist atemberaubend und das Einrichten von e-mail-accounts geschieht nach einigen Angaben wie von Zauberhand. Und zwar richtig: IMAP statt POP, wenn vorhanden.

Musik, Bilder, Videos – für alles gibt’s Anwendungen, bei denen man im Vergleich zu Apple nichts vermisst.

Eine nette Abweichung zum iPhone gibt’s allerdings doch: man bilde sich nicht ein, das Blackberry im Flugmodus laden zu können. Da stellt es sich tot.

Konfigurierbar ist es ohne Ende – beispielsweise kann man es so einstellen, dass es bei Ablegen auf einem Tisch mit seiner Bedienoberfläche nach unten in den Flugmodus schaltet oder auch nur stumm. Der Kalender kann je nach Eintrag einen Wechsel des Betriebsmodus hervorrufen – kennzeichnet man einen Eintrag als „Besprechung“ wird das Blackberry dann – je nach Auswahl – für die Dauer der „Besprechung“ umgeschaltet – auf ein vorher konfigurierbares Profil. So stört es nicht, wenn während wichtiger Besprechungen eine mail oder ein Anruf eingeht.

Kalender und Adressbuch lassen sich sogar mit Apples Kalender und Adressbuch in der iCloud synchronisieren – ohne Verlust an Komfort.

Aber das Beste: die Tastatur.

Hat einen knackigen Druckpunkt. Ist mit zwei Daumen so schnell bedienbar, wie sonst nur 10-Finger-blind… und das bei deutlich weniger Tippfehlern, als auf Apples „intelligenter“ Tastatur.

Und weist einige Features auf, die ich sehr schätzen gelernt habe.

Gross-Schreiben? Halten Sie den betreffenden Buchstaben einfach ein bisschen länger gedrückt.

Sonderzeichen? Noch ein bisschen länger gedrückt halten – und es poppt im Bildschirm-Fenster eine Zeile mit den gängigsten Sonderzeichen auf, einfach drauftippen und fertig.

Sonderzeichen abseits des Üblichen? Per „SYM“-Taste erreichbar. Zahlen? Per „ALT“-Taste erreichbar.

Das zunächst als Witz gewertete Trackpad (mini, mini!) erlaubt aber doch die genaue Positionierung des Cursors im geschriebenen Text. Wie sind wir bislang ohne so etwas ausgekommen?

Muss ich noch erwähnen, dass die Sprachqualität im Mobilfunkbetrieb deutlich besser daherkommt, als bei allen meinen bisherigen iPhones?

Ein nettes Gimmick fand ich dann im Taschenrechner: es gibt nicht nur den einfachen Rechner und zusätzlich eine Umrechnung zwischen verschiedenen Masseinheiten (Internationale SI-Einheiten versus angloamerikanische), sondern auch eine Lösung für das drängendste Problem der Menschheit: wieviel Trinkgeld muss ich dazurechnen, wenn wir alle gemeinsam gegessen haben, aber dann separat zahlen wollen? Dazu muss ich ein wenig ausholen. Nur in Deutschland ist es üblich, dass eine grosse Runde gemeinsam tafelt und bestellt – aber dann beim Bezahlen jeder für sich abrechnen möchte. Die Bedienung steht dann mit der Gesamtrechnung für Tisch X da (die Kassensoftware kann’s ja nicht besser) – und muss auf einem Blöckchen für jeden Gast ausrechnen, was dieser zu bezahlen hat. Dass dabei vielleicht mal ein Merlot übrigbleibt, für den sich niemand zuständig fühlt? Pech für den Kellner. Oder es wird einer doppelt aufgeschrieben? Pech für den Gast. Das ganze Spiel ist ziemlich unhandlich und eine Zumutung für die Bedienung, deren Langmut und Geduld man nicht genug loben kann.

Im Ausland geht das anders. Es gibt Extreme wie in Griechenland, wo die Männer sich nahezu darum prügeln, wer denn die (Gesamt!)Rechnung bezahlen darf. Nur als grosszügiger Gastgeber gilt man etwas.

Es geht aber sonst so vor sich: der Ober bringt die Rechnung auf einem Tellerchen. Darauf werfen alle gemeinsam soviel Geld, bis die Rechnung beglichen ist. Meist teilt man gerecht und rundet auf. Im englischsprechenden Amerika gibt es allerdings noch eine Besonderheit, man muss berücksichtigen, dass der Kellner vom Trinkgeld lebt, das in der Regel zwischen 15% und 20% der Netto-Rechnungssumme angesiedelt ist. Und hier tritt nun Blackberrys Rechen-App in die Lücke: die Rechnung durch die Anwesenden zu teilen, könnte noch im Kopf gelingen  – aber wieviel Trinkgeld sollte jeder hinzufügen, damit die Rechnung beglichen und die Bedienung das ihr zustehende Trinkgeld bekommt? Dass sich überhaupt um so etwas jemand Gedanken gemacht hat….

Fazit: ich würde es wieder tun, so ein Blackberry Classic kaufen.

Rubrik: Spott und Häme

Heute morgen überraschte mich folgende Mitteilung des Apple-Support:

Unter dem Titel „Wearing Apple Watch“ gibt’s eine Gebrauchsanleitung, wie man die Apple Watch denn genau am Besten tragen soll, To make sure you have the best experience, wie es dann weiter heisst…

Und was erfährt man da so?

Leute mit Nickelallergie oder Allergie gegen Methacrylat sollten die Apple Watch meiden, denn sie kann Spuren davon enthalten. Nickel, hmm. Das ist doch häufig in billigem Modeschmuck anzutreffen? Ja, soll das heissen, dass Apple Watch zum Preis einer guten Uhr aus Modeschmuck-Materialien „komponiert“ wurde? Au weia.

Und wir erfahren weiter: Another potential cause of discomfort is wearing your Apple Watch too tightly or loosely. Ach watt. Zu fest darf sie nicht getragen werden – zu lose aber auch nicht? Und es gibt auch Bilder, die verdeutlichen, was „too tightly“ oder „loosely“ genau meint… An wen richten sich diese Empfehlungen? Grundschüler der ersten Klasse?

Wie ist die Menschheit bloss bislang ohne diese Gebrauchsanweisungen ausgekommen? Jetzt wird mir auch klar, warum mein linker Arm in der Nähe des Handgelenks immer so schmerzt – meine Uhr sitzt zu stramm. Danke, Apple!

Apples neue Fotos-App

Lang erwartet, mit viel Vorschusslorbeeren garniert, ist sie also endlich verfügbar.

Nach einem ersten Blick fand ich nichts besonders Aufregendes daran.

Aber auf den zweiten!!

Man wird ganz höflich gefragt, ob man die vorgefundene Aperture-Mediathek importieren möchte. Gerne, bitte….

Fehler!

Nun importiert Fotos die Aperture-Mediathek. Und man hat die Fotos jetzt zweimal auf der Platte!

Hei, wie schrumpft da der verfügbare Plattenplatz.

Aber es geht noch besser:

Auf die harmlose Frage, ob man die Fotos-Mediathek online (in der iCloud) haben möchte, habe ich auch mal vorschnell mit „ja“ geantwortet.

Gestern nun erreichte mich die frohe Botschaft, mein iCloud-Datenvolumen sei fast aufgebraucht, ich möchte <hier klicken> um den account aufzupeppen mit weiteren, kostenpflichtigen Gigabytes…

Und tatsächlich! Von meinen mitgelieferten 5 GB waren nur noch wenige MB verfügbar – und der Mediathek-Import noch lange nicht abgeschlossen!

Etwas versteckt in den Einstellungen der Fotos-App kann man dann das Online-Spektakel beenden.

Nur den unnütz belegten Speicherplatz wieder freizugeben, erfordert mühsame Handarbeit.

In die iCloud eingeloggt, dort die Bescherung im Fotos-Ordner angeschaut – und vergeblich nach einer Möglichkeit der Komplett-Löschung Ausschau gehalten. Also eine muntere halbe Stunde vor dem Rechner mit vielen Mausklicks Fotos ausgewählt und gelöscht. Immerhin kann man mehrere auf einmal auswählen – aber leider nicht alle. Und so dauert es ein wenig, bis der account in alter Frische und mit alter Kapazität dasteht.

Die Fotos-App ist, was das Verwalten von Fotos angeht, noch deutlich verbesserbar, liebe Leute von Apple!
Kleiner Nachtrag (4.6.2015): die Fotos sind doch nicht doppelt auf der Platte. Fotos importiert diese nicht erneut, sondern setzt einen sogenannten „hardlink“. Das sieht dann allerdings im Finder aus, wie richtiger Plattenplatzverbrauch (warum eigentlich?). Allerdings läuft der Platz in der iCloud rasend schnell zu und man wird alsbald gebeten, kostenpflichtig aufzustocken….

Same old Shit

Hallo, da ist sie ja, die neue Ausweis-App der Bundesdruckerei. Mit dem Versprechen, jetzt funktioniere endlich alles, wird sie zum 3-Monats-Test bereitgestellt.

Ach ja, mit welchen Hoffnungen und Versprechen war die alte Ausweis-App in mein Leben getreten. Nichts davon war auch nur annähernd wahr geworden. Um meinen elektronischen Personalausweis nutzen zu können, hatte ich ein Lesegerät erworben, das für teuer Geld nun auf meinem Schreibtisch vor sich hin verstaubt.

Also erfreut die neue Ausweis-App geladen und installiert. Start. Ein paar Mal blinkt die blaue LED am Kartenlesegerät – schon mal viel versprechend.

Ach, wie vorher auch – die Meldung: „Kartenlesegerät fehlt“. Kenn ich schon.

Neue Treiber braucht das Land. Die Reiner-Homepage gibt sie her. Installiert und neu gebootet, wie zu Windows 3.5-Zeiten.

Jetzt klappt’s – zumindest teilweise. Der Kartenleser wird erkannt – aber nur kurz, dann ist die blaue LED wieder aus.

„Diagnose“ gestartet. Klappt erst bis zuende, wenn man den Ausweis mal kurz abzieht und wieder einsteckt.

Der Versuch, die PIN zu ändern, klappt im vierten Anlauf.

Immerhin kommen wir mit openecard-Plugin und Karte samt Leser soweit, dass auf der HUK24-Homepage beim Login mit ePerso dessen Daten abgefragt werden, jedenfalls muss ich nacheinander am Lesegerät bestätigen, dass und was  gelesen werden darf. Die PIN eingeben klappt auch noch – aber dann verabschiedet sich die HUK mit „Ein Fehler ist aufgetreten“.

 

Alles wie gehabt.

Zum einen ist OS X Yosemite nicht gerade gastlich zur Ausweis-App und den Reiner-Treibern. Zum anderen ist die Ausweis-App zwar elegant anzusehen, aber weiterhin so nützlich, wie ein Kropf.

Ob ich das noch erleben werde, dass man seinen ePerso zu irgend etwas nutzen kann?

Willkommen im Club

der Insuffizienten!

Da hatte Apple nix Besseres zu tun, als hurtig iOS 8 auf den Markt zu werfen. Und dann das!

  • die HEALTH-App funktioniert nicht. Nachbessern versprochen – aber dauert mindestens ein paar Wochen.
  • die iCloud funktioniert nur, wenn alle Geräte entweder iOS 8 oder OS X Yosemite verwenden. Wenn nicht, dann synchronisiert da nix. Schlimmer noch: die einen synchronisieren mit der iCloud, die anderen warten auf die App-eigene Synchronisation. Das kann nicht funktionieren. Wann war noch mal der Release von Yosemite? Oh. Ende Oktober. Was soll dann also die standardmässig in iOS 8 aktivierte iCloud?
  • neue Apps, die niemand braucht – und die man nicht einfach deinstallieren kann, bevölkern jetzt das iOS-Gerät. „Tipps“ zum Beispiel. Muss das eigentlich sein?
  • der iCloud-Schlüsselbund muss in iOS 8 erneut aktiviert werden. Dazu braucht’s erst mal die Anmeldung an der iCloud: Passwort eingeben. Dann die Aktivierung auf dem Gerät: Passwort eingeben. Dann die Verifizierung über einen an das „Sicherheitsgerät“ (auch als Mobiltelefon bekannt) versendeten Code. Der wird aber erkennbar gar nicht versandt. Jedenfalls warte ich seit Mitternacht auf einen Verifizierungscode…. Wie auch. Jetzt heißt es, die Zwei-Stufen-Authentifizierung sei Anfang Oktober verfügbar.

Aha. Da sind wir also da, womit andere „Weltfirmen“ schon seit Jahrzehnten die Geduld ihrer User strapazieren. Nämlich mit Insuffizienz in höchster Vollendung. Halbgare Updates, die niemanden so recht zufrieden stellen!

Das lässt tief blicken. Kann es denn wirklich sein, dass so eine Weltfirma nur von einem einzigen Mann, Steve Jobs, auf Kurs gehalten wurde? Und jetzt? Kein Steuermann, kein Kurs.

Wir sind gespannt, wie’s weitergeht.

Das Update auf „Yosemite“ wird sicher einige Zeit field-tested werden müssen, bevor ich auch nur daran denke, es einzuspielen. Von der Updateritis bin ich jedenfalls nachhaltig geheilt.

Und den Gedanken, ein überteuertes iPhone6 oder 6+ zu erwerben, schiebe ich einstweilen in die hinterste Ecke meines Kleinhirns. Da braucht es erstmal Beweise für die Nützlichkeit…

Nachtrag: 23. September. Herbstanfang. Und Super-Gau für Apple. Das iOS-Update 8.01 wurde zurückgezogen, da es mehr Probleme schafft, als behebt. So langsam komme ich mir vor wie Bill Murray in „Und ewig grüsst das Murmeltier“. Wo habe ich so ein Desaster nur schon mal gesehen…..