Corona – nein, nicht schon wieder

Kritik an den Massnahmen oder der fehlenden Rückkehr zur Normalität – wird an diversen anderen Stellen geäussert. Da möchte ich mich nicht auch noch betätigen. Obwohl – aber lassen wir das.

Mir fiel nur hier und da auf, dass diese „Coronakrise“ etwas mit den Menschen macht.

Da sind zum Beispiel Leute, die vom Kreis Gütersloh aus nach Heringsdorf in Urlaub gefahren sind, gerade als die bei Tönnies durchgeführten Massentests an unbeeinträchtigen Mitarbeitern der Zerlegebetriebe erschreckende Ergebnisse zeigten. Den Schlüssel zur gebuchten Ferienwohnung haben sie in Ruhe abholen können. An der Ferienwohnung angekommen, wurden sie von Polizei und Gesundheitsamtmitarbeitern umringt und am Einzug gehindert. Nein, hier herrsche ein Beherbergungsverbot, erlassen vom zuständigen Innenministerium Meck/Pomm. Sie seien hiermit offiziell aufgefordert, sofort und ohne Aufenthalt die Rückreise anzutreten. Und sie durften noch froh sein, dass sie nicht an Ort und Stelle in Gewahrsam zwecks Quarantäne genommen wurden.

Anderen Urlaubern, die ihr Auto mit Gütersloher Kennzeichen geparkt hatten, haben die Meister der wortlosen Kommunikation mithilfe von Nägeln und Schraubendrehern auf dem Autolack die Botschaft hinterlassen, sie seien – entsprungen einem Corona-Hotspot – nicht willkommen.

Es gibt erste Berichte von Gütersloher Kreisbewohnern, die mithilfe eines Mietwagens mit Münchner Kennzeichen solchem Treiben vorbeugen.

Ein Bekannter auf Radtour entlang der ehemaligen deutsch/deutschen Grenze. Kommt nachmittags an seiner vorgebuchten Fahrradpension an. „Wie weit ist denn Bielefeld von Gütersloh entfernt? Oh, doch so nah? Ja, dann könnse hier nicht übernachten.“ Alternative Übernachtungsmöglichkeiten boten sich auch nicht, nicht im Ort und in der Nähe. Blieb nur, die Reise für beendet zu erklären und sich von der Tochter mit dem Auto aufsammeln zu lassen….

Oder: ein runder Geburtstag steht an. Die Dame möchte nicht allein feiern und lädt die engsten Freundinnen ein – immerhin sind sie noch zu acht. Und nicht aus dem gleichen Haushalt… Kaum sitzt das Kaffeekränzchen gemütlich und lässt sich Torte und Kaffee schmecken – klingelt das Ordnungsamt an der Tür. Die Party kostete die Veranstalterin 2500,- € Geldbusse und jede der Teilnehmerinnen nochmal 250,- €. Na, da hat sich das Anrücken der Ordnungsmacht aber so richtig gelohnt. Wie sich dann herausstellte, war der Nachbar so freundlich, die Ordnungsbehörde zu informieren. Ob aus Ärger darüber, dass man ihn nicht eingeladen hatte oder aus echter Besorgnis über einen drohenden Massenausbruch von Corona in seinem Viertel war nicht herauszubekommen.

Und dann neulich im Supermarkt. Vor mir ein betulicher älterer Herr, der beim Zahlen mit Kleingeld unsere Geduld auf eine harte Probe stellte. So lange, wie der im Portemonaie herumkramte! Und als er dann endlich seine Siebensachen wieder im Korb hatte, ging er nicht etwa weiter, um für uns Platz zu machen, sondern wandte sich an die Kassiererin: „Hönnsema, die Frau Dingens, darf die denn hier so ohne Maske rumlaufen!?!“ Offenbar eine MItarbeiterin des Markts. Nein, dürfe sie nicht. „Ja, habbich ihr auch gesagt, aber da kam dann nur ein dummer Spruch.“ So, Petze. Jetzt schleich dich! Aber nein, er blieb ganz entspannt stehen und wollte dieses Thema in aller epischen Breite erörtern – vermutlich solange, bis er endlich für sein Aufpassen und die sachdienlichen Hinweise gelobt wird. Jetzt platzt mir der Kragen: „Entschuldigen Sie, wenn ich diese nette Unterhaltung unterbreche, aber wir sind ziemlich in Eile…“ Jetzt schaut er dumm. Trollt sich dann aber doch. Ich kann mich gerade noch bremsen, ihm ein markiges „Blockwart!“ hinterherzuschreien.

Plötzlich sind sie alle wieder da. Die Gerechtigkeitsfanatiker, die selbstlos hinter der Gardine lauern und Falschparker anzeigen, haben jetzt ein neues Betätigungsfeld: Coronapolizei. Alle haben ruck-zuck Opas Blockwartausrüstung aus dem hintersten Winkel des Dachbodens hervorgekramt, wo sie seit ’45 Schimmel ansetzte und gehen auf Jagd. Ihre potentielle Beute: Maskenmuffel, Hände-nicht-Desinfizierer und ähnliche Gefährder der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Versammlungsverbotsbrecher und Coronaöffnungsdiskussionsorgienbetreiber, nehmt euch in acht!

Ein paar Gedanken zur „Coronakrise“

Also, der Sage nach ist eine Corona-Infektion nur für besondere Risikogruppen gefährlich. Alte, mit mehrfachen Vorerkrankungen geschlagene, haben häufig einen schweren Verlauf mit einer beidseitigen Lungenentzündung. Und wenn sie erst mal beatmungspflichtig werden, ist sehr häufig die Endrunde eingeläutet.

So etwas erleben wir aber jährlich im Rahmen der weltumspannenden Grippeepidemien. Und alle wirken dabei dann sehr unbeeindruckt.

Nicht so bei Corona.

Hier fahren wir sehenden Auges die komplette Wirtschaft im Rahmen eines allumfassenden Lockdown an die Wand.

Und ich habe mich gefragt, was wissen wir nicht, um das zu verstehen?

Nun, so langsam ruckeln sich die Mosaiksteine zurecht und es ergibt sich ein Bild.

Beginnen wir mal damit, zu überlegen, wie müsste eine ideale biologische Waffe konstruiert sein?

  1. müsste diese Waffe infektiös sein wie Windpocken.
  2. müsste sie, um sich weit zu verbreiten, eine lange Latenz zwischen Infektion und dem Auftreten von Symptomen haben, dabei aber den Träger in der symptomfreien Zeit zur Verbreitung benutzen. Der steckt andere an, ohne durch eigene Symptome alarmiert zu werden.
  3. müsste sie eine in hohem Mass tödliche Erkrankung auslösen.
  4. müsste sie, nachdem sie ihren Zweck erfüllt hat, wieder von selbst verschwinden oder unschädlich werden. Denn es wäre nicht von Vorteil, wenn das besiegte Territorium auf Jahre oder Jahrzehnte nur im Vollschutzanzug betreten werden könnte.

Das Corona-Virus erfüllt (gottseidank) diese Bedingungen nur teilweise. Hochinfektiös? Na, die vielgescholtene Heinsberg-Studie hat ans Licht gebracht, dass selbst wenn man mit einem Infizierten in häuslicher Gemeinschaft lebt, das Infektionsrisiko so immens hoch nicht ist. Obwohl andere sagen, es reiche, wenn man seinen Tischnachbarn um das Salz bitte und der höflich antwortet. Verlässliche Daten werden – völlig unverständlich – nicht erhoben. Man kann nicht die ganze Republik testen, schon klar. Aber wenn man Herrn Streeck nicht glauben und ihn kritisieren will, dann sollte man über eigene Untersuchungen an repräsentativen Stichproben verfügen. Oder zumindest jetzt mal damit anfangen, eigene Daten zu erheben!

Die lange Latenz bis zum Auftreten von Symptomen – check. Und tödlich? Ist die Infektion auch nicht, vorausgesetzt man gehört nicht zu den Risikogruppen oder wird immer wieder mit einer hohen Viruslast kontaminiert, wie beispielsweise die Mitarbeiter im Krankenhaus. Da sterben dann auch mal jüngere Semester unter Ärzten und Pflegepersonal. Mangels geeigneter Schutzausrüstung!

Also unterstellen wir den Chinesen erst mal nix Böses. Auch wenn das Narrativ vom Nassmarkt in Wuhan etwas zu schnell verbreitet wurde und zu gefällig daherkommt, um glaubhaft zu sein. Bei einer mit einer gewissen Latenz auftretenden Epidemie dann schnellstens den Ursprungsort ausmachen zu wollen, ist zumindest ambitioniert.

Die Hinweise auf ein Viruslabor in der Nähe der Stadt Wuhan kamen schon früh – und wurden heftigst dementiert. Inzwischen beklagen aber Fachleute den niedrigen Sicherheitsstandard im wohl doch dort existierenden Labor. Da tröstet noch so heftiges Dementi aus China erst mal gar nicht.

Nun ja. Als dann Wuhan komplett abgeriegelt wurde, kam schon ein wenig Angst auf. Was wussten die Chinesen, dass sie so brutal und konsequent reagierten? Dann machten Bilder von hundert kreiselnden Baggern die Runde, die ein Seuchenkrankenhaus in Wuhan errichten halfen. Auch nicht gerade beruhigend. Seuchenkrankenhaus? Was wissen die Chinesen, das sie uns nicht erzählen?

Was dabei leider erst später herauskam, war die Tatsache, dass ganz Wuhan abgeriegelt wurde – bis auf den Flughafen. Dort war business as usual angesagt. Das aber ist zumindet eine tödliche Dummheit, wenn man mal keine bösen Absichten unterstellen mag.

Dann begann das Virus, sich weltweit auszubreiten. Bestürzend, mit welcher Gelassenheit die WHO reagierte und abwiegelte. Unsere Politiker nicht minder. Inzwischen besteht der Verdacht, dass China die WHO belogen haben könnte.

Den weiteren Verlauf kennen wir ja – wobei mir noch nicht klar ist, wieso die Leute in den Südländern, vor allem Italien, dahinstarben wie die Fliegen. Genetische Unterschiede? Corona doch keine neue Grippe? Ein kaputtgespartes Gesundheitswesen? Falsche Therapie, gar ein falsches Beatmungsregime? Oder alles zusammen? Oder ist bei denen das Virus im Laufe der Zeit von einer aggressiven in eine harmlosere Variante mutiert, das heisst, wir haben hier nicht dasselbe Virus wie die Italiener? Dagegen spräche der Zeitverlauf der Infektionswelle in Europa.

Weiter ist mir nicht klar, ob „infiziert“ gleich „krank“ bedeutet. In den offiziellen Verlautbarungen wird da kein Unterschied gemacht. Und die „Heinsberg-Studie“ macht da schon Hoffnung, dass nicht jeder, der positiv getetstet wird, auch Symptome entwickelt. Wobei: getestet. Nicht ganz sauber kommuniziert wird der Unterschied zwischen den verschiedenen Tests. Wobei auch nicht klar wird, ob der Nasen-Rachen-Abstrich dann positiv auf Covid-2 ist oder ob er auf alle Corona-Viren positiv reagiert. Mangels geeigneten Zahlenmaterials wegen unterlassener Tests kann man getrost von einer hohen Dunkelziffer an Infizierten hierzulande ausgehen.

Inzwischen schauen alle in banger Erwartung auf Schweden. Dort hat man – eigentlich nichts gemacht. Ausser an die Vernunft der Bürger zu appellieren – eine für Deutschland völlig undenkbare Idee. Man weiss hier schliesslich, wie weit her es mit dem „mündigen Bürger“ ist.

Es ist aber in Schweden nicht zu der befürchteten Explosion von Erkrankungs- und Todeszahlen gekommen, obwohl wir insgeheim ja noch auf diesen Effekt warten. Jetzt äussert sich sogar die WHO lobend über das „schwedische Modell“. Irritierend. Haben wir etwa unsere Wirtschaft völlig umsonst vor die Wand gefahren? Zumindest kann man den Eindruck gewinnen, blickt man nach Schweden. Oder hört, die Infektionszahlen seien hierzulande schon vor dem Lockdown rückläufig gewesen.

In treu deutscher Tradition werden alle, die an den von den Landes- und der Bundesregierung ergriffenen Massnahmen etwas auszusetzen haben, mundtot gemacht, statt die sachliche Diskussion aufzunehmen. Egal, ob ein Herr Wodarg, Herr Streeck, völlig egal ob der gemeine Bürger Fragen hat – wer nicht mitschwimmt ist im nu in der rechten Ecke. Aber ganz rechts, dort, wo Aluhut und Verschwörungstheoretiker eine innige Verbindung eingehen. Schade.

Dabei darf man ruhig Zweifel haben, ob ein Infektionsschutzgesetz per Verwaltungsakt im Grundgesetz festgeschriebene Rechte der Menschen ausser Kraft setzen kann. Für beliebig lange Zeit. Und ohne jede Kontrolle durch das Parlament! Denn die Regierung stellt den „überregional bedeutsamen Epidemiefall“ fest – und erklärt ihn (hoffentlich) auch wieder höchstselbst für beendet.

Das gab es selbst bei der alten Weltmacht Rom nicht. Zwar konnte der Senat im Krisenfall mit dem berühmten „videant consules…“ den beiden Konsuln quasi diktatorische Macht übertragen. Aber aus gutem Grund nur beiden gemeinsam. Und der Senat beschloss auch, wann das Spiel zu enden hatte.

Ich kann mir durchaus Situationen vorstellen, wo eine Regierung blitzschnell sehr weitreichende Massnahmen in Kraft setzen muss, um ungeheuren Schaden vom Volk abzuwenden. Bon. Aber danach ist doch sicher Zeit, die getroffenen Blitzmassnahmen dem Parlament zu erläutern und sich von dort die Bestätigung der Rechtmässigkeit abzuholen? Warum nicht bei uns zulande?

Diese Frage bedarf dringend der Aufarbeitung.

Genauso wie ein nationaler Katastrophenplan. Da ist jahrzehntelang geschlampt worden und das rächt sich nun.

Inzwischen hoffen wir auf das Abklingen der Epidemie trotz vorsichtiger Lockerung der Verbote.

Und hoffen wir, dass internationale Konflikte nicht dadurch angefacht werden, dass Geheimdienst“informationen“ geleakt werden, die das Ganze als chinesischen Freilandversuch im Rahmen der Biowaffenentwicklung „aufklären“.

Erinnern wir uns lieber an den alten Spruch:

Nichts ist, wie es aussieht und nichts sieht aus, wie es ist.