Ein Wort zu „hundert Jahre NIKON“

Nikon.

Feiert dieses Jahr das hundertjährige Bestehen der Firma.

Uns allen wohlbekannt für seine fotografischen Produkte.

Da möchte man gratulieren. Allerdings hat die Qualität der Erzeugnisse im Laufe der Jahre doch deutlich abgenommen.

Ja, früher, da war alles besser.

Als ich meine erste Kamera von Nikon kaufte, eine „FM„, da konnte man nicht viel falsch machen, wenn man Geräte im gold-schwarzen Karton kaufte.

Dieser Nikon-FM trauere ich heute noch nach. Ein Belichtungsmesser, der mittenbetont messen konnte. Nur mittenbetont. Die Blende musste man händisch am Objektiv einstellen. Eine Zeiteinstellung, per Einstellrad an der Kamera. Fertig. Fokussieren? Manuell, natürlich. Das Ganze mit zwei Knopfzellen betrieben, die je nach Einsatzhäufigkeit jahrelang hielten.

Solide und vertrauenerweckend gebaut. Es gab das Wort von „mit ’ner Nikon kannste Nägel in die Wand kloppen“. Fasste man sie an, hatte man genau den Eindruck.

Ich kann mich erinnern, dass ich 1985 in Schweden mit angesetztem 200er Tele einen Sturz gedreht habe. Anschliessend war sie defekt, es gab einen streifenförmigen Lichteinfall auf alle Aufnahmen. Ich bin damit zu einem anerkannten Servicebetrieb nach Hannover gepilgert und 10 Tage später bekam ich sie zurück. Diagnose: Spiegelkasten war verzogen, wurde gerichtet. Und weg war der Lichteinfall.

Später kam der Hang zur Automatiksteuerung in Gestalt einer Nikon FA hinzu. Zeitvorwahl, Blendenvorwahl, Programmsteuerung. Auch solide. Hier konnte man immerhin schon die Einstellscheiben austauschen, die mit dem Gitter war der Hit schlechthin. Nie mehr schiefe Architekturaufnahmen.

Als Zubehör gab’s noch einen Motorantrieb, der mit 3,5 Bildern/sec einen 36er Film in knapp zehn Sekunden durchziehen konnte. Korrekt belichtete Aufnahmen, natürlich!

Nach meinem Berufsantritt war Geld da, an der Ausrüstung nachzubessern. Es musste eine F90X sein, die schon in drei verschiedenen Modi automatisch die Belichtung steuern konnte sowie einen Autofokus ihr eigen nannte. Und natürlich einen Motorantrieb, der den Film mit bis zu 4,3 Bildern/sec durchschnurren liess. Die Filmempfindlichkeit musste man auch nicht mehr einstellen – das erledigte sie per Abtastung des Codes auf den Patronen selbsttätig. Nach der erforderlichen Einarbeitung machte sie Bilder wie die FM – nur eben automatisch. Man konnte sie per Spezialkabel an den Computer anschliessen und mit der von Nikon gelieferten Software die Kameraeinstellungen programmieren.

Unvergessen, wie sich mitten in Quebec plötzlich dieses Wunderwerk weigerte, auch nur noch ein einziges weiteres Bild aufzunehmen. „Full“ lautete die knappe und präzise Fehlermeldung. Ja, was „full“ – der Film hatte noch mindestens 20 Aufnahmen. Die Fehlersuche gestaltete sich schwierig. Erst Tage später, nachdem ich in Ottawa bei einem Nikonhändler voller Verzweiflung vor verschlossener Ladentür – an einem Werktag um 17:00 Uhr!!!! – gestanden hatte, kam mir die zündende Idee. Alle Einstellungen, die ich (ich gestehe mit roten Ohren) am Computer feingetuned hatte, auf „Werkseinstellungen“ zurückgesetzt – et voilà, Madame tat wieder. Scheinbar hatte ich irgendwas beim Behandeln des internen Aufnahmezählers falsch eingestellt.

Gern blieb auch dieses Zauberwerk der Computerisierung mitten im Betrieb mal „hängen“. Beim Auslösen ging der Spiegel hoch, der Verschluss auf – und dann passierte nix mehr. Das waren rabenschwarze Bilder! Und wenn man nicht wollte, dass das Ding mit offenem Verschluss eingefroren blieb – nun, dann musste man halt mal die Batterien rausnehmen und ein paar Sekunden Pause machen.

Nachdem ich so etwas einige Male zu unpassender Zeit geniessen durfte, setzte ich meine Hoffnung auf die Krone der Amateurkameras aus dem Hause Nikon, die F100.

Ich musste trotz Eintauschen der F90X noch eine namhafte Summe auf den Ladentisch des Fotohändlers blättern. Und konnte mir deshalb den Batteriehandgriff nicht leisten, der die F100 in ein Geschwindigkeitsmonster verwandelt hätte.

Aber auch so war ich’s zufrieden. Schlicht und übersichtlich in der Bedienung, robust und solide gebaut, auch ohne langwierigen Einweisungslehrgang zu bedienen und mit Ergebnissen, die sich sehen lassen konnten. Kurz: die Fortsetzung der FM mit anderen Mitteln.

Für Reisen habe ich eine 35AWAF gekauft und war’s zufrieden. Bis – Jahre nach Ablauf der Garantie – der Autofokus nicht mehr wollte. Reparatur? Zu teuer.

Danach ging’s mit der Digitalfotografie los.

Es gab die Coolpix 990, die für sündhaft viel Geld in meinen Besitz gelangte. Mit Software zur Bildbearbeitung.

Bei dieser lernte ich zuerst die Funktion zur Stempelkorrektur von Bildfehlern, wie Staubkörner auf dem Sensor, zu bedienen und zu schätzen. Der Service hätte nochmal soviel Geld verlangt, wie sie gekostet hatte, um das Staubkorn zu entfernen, dessen Schatten ich mühsam mit dem Bildstempel entfernen konnte. Meistens, aber nicht immer.

Seltsamerweise klebt diese Kamera nicht an ihren „gummierten Flächen“ und – sie funktioniert immer noch.

Später war dann eine Coolpix P7000 daran, meine Lieblingskamera auf Reisen zu werden. Die hatte einen festen Platz im Gepäck, wenn’s mal nicht so viel Gewicht sein durfte. Sie trug kaum auf, hatte viele Funktionen, die das Mitschleppen des Handbuchs erfordert hätten, denn merken kann sich all diese trickreich anzusteuernden Funktionen doch niemand, der nicht täglich sein Brot mit dem Fotografieren verdient.

Inzwischen hat sie sich angewöhnt, ihre vom Benutzer angepassten Einstellungen und natürlich auch Datum und Uhrzeit zu vergessen, wenn man den Akku tauscht. Nanu! Das sollte doch wohl – richtig, ein Kondensator verhindern, der so lange die Betriebsspannung aufrecht erhält, bis der Akkublock gewechselt ist. Der ist nu hin. Der Kondensator. Der Service – ratet mal – würde ungefähr so viel kosten……

Da ich ja noch so viele altgediente Objektive von Nikon mein eigen nannte, blieb natürlich die Versuchung nicht aus und ich erstand, kaum dass sie bezahlbar war, eine D80. Da gab es schon modernere Kameras, die auch Filme drehen konnten. Aber Filmen ist nicht mein Ding und die D80 hatte im Neupreis schon deutlich nachgegeben – also gekauft. Kann man nix falsch machen, dachte ich.

Nicht schlecht gestaunt, wie viel Plastik an so einer Kamera verbaut werden kann. Früher war sowas aus Metall und robust – heute aber…

Ein Batteriegriff kam wenig später hinzu. Der hat den Vorteil, dass man zwei Akkus drin spazieren tragen kann, da bleibt dann wenigstens nicht mitten im Shooting in Floridas Everglades der Strom weg. Und wenn man mal so gar keine Möglichkeit hat, die Akkus wieder aufzuladen, kann man mit einem mitgelieferten Einsatz in den Batteriegriff so richtige AA-Zellen, erhältlich in jedem Supermarkt, einsetzen. Halt eine gute Reisekamera, vielseitig und – äh, nein, nicht „robust“.

Trotz Allwetter-Optik nix wetterfest, auch wenn die aussen aufgeklebte Gummierung und die Gummiklappen, die die Anschlüsse und das Kartenfach verdecken, einen anderen Eindruck erwecken.

Und diese Gummierung ist jetzt auch Quell unerschöpflichen Ärgers. Diese „Gummierung“ klebt neuerdings. Und dieses Kleben lässt sich nach Auskunft des Service nur abstellen, indem man die Kamera einschickt und sich kostenpflichtig die klebrige Gummierung gegen eine neue austauschen lässt.

Ärgerlich, da inzwischen auch die gebraucht erstandene D7000 das Kleben anfängt. Schüchtern, nur an einer Stelle, aber doch.

In den einschlägigen Foren werden Hausmittelchen gehandelt, vom Brennspiritus über Maschinenöl bis hin zu Babypuder und Cortisonsalbe.

Auf meine Nachfragen werden die Ratgeber aber erschreckend einsilbig, wenn sie den Erfolg mal näher beschreiben sollen. Ist schon klar, nach Anwendung von Maschinenöl ist die Klebrigkeit einer soliden Flutschigkeit gewichen, aber Cortisonsalbe?

Ich habe auf meiner Suche nach Lösungen kaum Beschreibungen anderer Hersteller gefunden, deren Produkte auch Klebrigkeit mit dem Alter entwickeln. Soll das heissen, das sei ein Nikon-Problem?

Ganz radikal ist die Lösung, mit Isopropyl-Alkohol die besagte „Gummierung“ anzulösen und dann vorsichtig abzuschaben. Ziemlich sicher aber die einzige, die meine betagte F100, die ich neulich mal wieder zur Hand nahm – und gar nicht mehr loslassen mochte, sie klebt nämlich auch – wieder anfassbar werden lässt, denn da gibt’s laut Service keinerlei Ersatzteile mehr. Gottseidank, kann man sagen, denn um die Rückwand zu entkleben, hätte ich mir eine komplett neue kaufen müssen.

Für meine Zwecke war hilfreich, mit Brennspritus aus dem Drogeriemarkt ein Läppchen zu tränken und mehrfach die befallenen „Gummierungen“ damit abzureiben. Trocknen lassen – fertig. Die roten Design-Elemente vorn am Handgriff der Nikons scheinen empfänglich für Gummipflegemittel zu sein, wie man es für Autodichtungen zu kaufen bekommt. Es wird sich weisen, ob damit die Oberflächen dauerhaft geheilt sind, oder nicht.

Im Übrigen weist der Support mir die Schuld am Kleben der Oberflächen zu, ich habe möglicherweise mit Handcreme, die von meinen Fingern auf die Oberfläche übertragen wurde, diese ruiniert. Nun, so einfach kann man es sich machen.

Davon, dass diverse Klein-Knipsen mit „Coolpix“ im Namen relativ bald nach Ende der Garantiezeit ihren Geist aufgegeben haben. Hier war ein Fehler im Autofokus, da brach schlicht und ergreifend der Auslöse-Knopf ab.

Wenn die Verarbeitungsqualität weiter so rapide abnimmt, sehe ich schwarz. Es würde deutlich helfen, mehr auf Kundenzufriedenheit abzustellen, als auf Design. Besinnt Euch doch auf alte Tugenden!

Ein Schelm…

… der Böses dabei denkt.

Habe jetzt zum hundertsten Mal versucht, eine Version von Adobe Lightroom 6 zu kaufen. Und zwar als Upgrade von der ehemals gekauften Version 5.0.

Erst muss man lange suchen, um den Link auf der Adobe-Seite zu finden, mit dem sich Lightroom kaufen lässt – unten rechts ganz klein in der Ecke…

Denn schliesslich hat man ja das neue Abo-Modell favorisiert. Dabei müssen die Leute monatlich abdrücken für ein mehr oder minder grosses Bündel Adobe-Software. Die kann man dann auf dem eigenen Rechner installieren und solange nutzen, wie man eben monatlich zahlt. Endet das Abo – endet die Nutzung der Software. So habe ich das jedenfalls verstanden. Damit ist man auch automatisch immer auf dem neuesten Stand. Vorausgesetzt, man zahlt brav monatlich sein Abonnement. O.k. – für professionelle Nutzer mag das durchaus seinen Charme haben – für mich als Privatier aber nicht. Und was man mit seiner Bildbearbeitungssoftware anfangen kann, ohne monatlich zu zahlen? Nun, nichts eben.

Aber zurück zum „Kauf“ eines Upgrades.

Dabei kann man das Upgrade erst nach erfolgten Klick auf „Kaufen“ auswählen. Bis dahin erscheint schon mal die Vollversion mit 129,- € im Warenkorb. Jetzt ändert man das Ganze auf „Upgrade“ und nach Angabe des Vorproduktes erscheint dann der Upgrade-Preis: 73,78 €. So. Und nun? Nirgendwo gibt es eine Taste zum Aktualisieren des Warenkorbes.

Und so wundert auch nicht, dass der Preis für die Vollversion immer noch bei „Gesamt“ angezeigt wird, egal, was man weiter oben eingegeben hat und dort angezeigt bekommt.

Adobeshop 1

Und je öfter man es versucht – desto besser wird’s. Beim nächsten Durchlauf hat man dann zwei Produkte im Warenkorb – eine Vollversion und ein Upgrade. Na, da löschen wir doch die Vollversion. Und behalten das Upgrade. Aber, wie seltsam, es lässt sich nur das Upgrade löschen… Dann halt noch ein Durchgang, jetzt sind es schon zwei Upgrades und eine Vollversion. Da so lange dran herumgeschraubt, bis das Ergebnis zu passen schien: 0 Vollversionen, 1 Upgrade…. Nach erneutem Aufrufen des Warenkorbs (Abmelden vom Konto, erneutes Anmelden, Warenkorb…) habe ich zu meinem Erstaunen schon 2 Vollversionen und 3 Upgrades im Korb…

Am Ende eines langen Arbeitstages und vieler Mühen habe ich einen ganz tollen Warenkorb:

Adobeshop 2

Spätestens jetzt könnte ich mir vorstellen, doch auf die stets am rechten Bildrand verführerisch leuchtende Taste mit der Inschrift „abonnieren“ zu klicken. Schliesslich – so rate ich jetzt – wird’s da keine „technischen“ Probleme geben…