Blutige Spielchen

Im allgemeinen Getümmel des abendlichen Fernsehprogramms bin ich gestern zufällig in eine Sendung aus der Rubrik „kritischer Journalismus“ gezappt.

Da wurde doch als völlig neu und bahnbrechend ein Ordinarius aus Frankfurt vorgestellt, der so etwas wie „patient blood management“ erfunden habe. Zumindest ist er ein eifriger Verfechter dieser Methode. Und hat es (leider) in Deutschland schwer.

Nun weiss man ja, dass Blutgabe per se schlecht ist. Es handelt sich immerhin um die Übertragung lebender Zellen, die im Körper dann das Immunsystem beschäftigen, ja ablenken vom eigentlichen Feind. Und insgesamt und überhaupt sterben die transfundierten Patienten früher, als diejenigen, denen kein Fremdblut übertragen wurde.

Schlimmer noch, es werden mit den roten Blutkörperchen auch weisse übertragen, die dann im fremden Organismus auf die Jagd gehen.

Kann so etwas moderne Medizin sein?

Soweit der Beitrag. Dass heutzutage sogenannte „leukozytendepletierte“ Erythrozytenkonzentrate (also solche, aus denen weisse Blutkörperchen entfernt wurden) verwendet werden, wurde mal locker unterschlagen.

Zitiert wurde auch wieder die Studie, die belegt, dass Krebspatienten mit Transfusion deutlich mehr Metastasen haben als solche, die blutsparend operiert wurden und eben keine Transfusion brauchten.

Die Aussage dieser Studie kenne ich schon seit langem. Sie wird aber nicht wahrer, wenn man sie nur oft genug wiederholt. Vielleicht wird ja umgekehrt ein Schuh draus: diejenigen, deren Krebsleiden (einschliesslich bislang noch nicht erkannter Metastasen) weiter fortgeschritten und oder die von invasiver wachsenden Tumoren befallen waren, konnten nicht blutsparend operiert werden und brauchten daher zum Überleben der Operation Blutübertragungen, während die, die keine Transfusion erhielten, weniger invasive Carcinome und weniger bis keine Metastasen aufwiesen.

Mit anderen Worten: Ursache und Wirkung wurden verwechselt. Möglicherweise. Bis zur Klärung braucht’s halt noch mehr Untersuchungen.

Es geht aber noch schlimmer: Es wurde vielleicht eine Aussage getroffen, bei der zwei Faktoren als Ursache und Wirkung ausgegeben werden, bei denen diese Verknüpfung nicht zulässig ist.

Dafür kenne ich ein schönes Beispiel: In Ländern mit Schweinefleischkonsum ist die Rate an Leberzirrhose-Erkrankungen statistisch hochsignifikant höher, als in Ländern ohne Schweinefleischverzehr. Ergo ist Schweinefleisch ursächlich für Leberzirrhosen.

Das ist der Klassiker, an dem Statistiker dann lernen, dass nichts so ist, wie es aussieht.

Erstens: es findet eine unzulässige Verknüpfung von zwei Variablen statt. Nimmt man statt Schweinefleisch Alkohol, dann passt’s genauso (und medizinisch gesehen ist eine Ursache-Wirkungsbeziehung wahrscheinlicher). Zufällig trinken die Schweinefleischverschmäher auch kaum bis gar keinen Alkohol.

Zweitens: die untersuchten Gruppen wurden manipuliert. Damit das Ergebnis so klar ist, muss man Israelis auslassen: die essen kein Schwein, trinken aber Alkohol. Und verwässern dann aufgrund der auch bei ihnen vorkommenden Leberzirrhose die ach so schöne eindeutige Studie.

Aber mal zurück zum Blut.

Immer wieder werden in der Sendung diejenigen, die Blut und Blutprodukte transfundieren, als rückständig und bequem gebrandmarkt. Gegen Ende die Frage, weshalb von den mehr als 2000 Krankenhäusern in Deutschland nur 120 bei der modernen, schonenden, guten Methode mitmachen.

Damit wird dem Zuschauer suggeriert, dass nur eine kleine Zahl Kliniken fortschrittlich und im Sinne des Patienten handelt.

Was bedeutet patient blood management denn nun?

Bei planbaren Eingriffen wird der Patient frühzeitig in die sogenannte PBM-Ambulanz bestellt und dort untersucht. Findet man eine Blutarmut, wird deren Ursache behandelt und so die Ausgangslage für die geplante Operation verbessert.

Löblich. Und auch wünschenswert.

Denn unbestritten ist der negative Effekt, den eine grössere Anzahl von transfundierten Erythrozyten im menschlichen Körper haben können. Nicht zwanghaft haben müssen, aber – je mehr man transfundiert, desto wahrscheinlicher werden die unerwünschten Wirkungen.

Allerdings lässt man der Einfachheit halber mal weg, was mit Notfalleingriffen ist. Bei einem rupturierenden Bauchaortenaneurysma zum Beispiel habe ich schon alles im Spektrum von „Blutbad mit Massivtransfusion“ bis zu „geringem Blutverlust ohne Transfusionsnotwendigkeit“ erlebt. Aber auch elektive Eingriffe können jäh hin zu furchtbarem Blutverlust entarten.

Da nützt natürlich kein noch so ausgeklügeltes PBM.

Und: so neu ist das Ganze auch nicht – schon 1989 haben wir in Bielefeld vor der OP dem Patienten einen Beutel Blut entnommen und durch die gleiche Menge an Volumenersatz wieder ausgeglichen. So konnten wir einen Beutel mit Eigenblut ausserhalb des Körpers parken und zu gegebener Zeit diesem wieder zurückgeben. Das spart eine gewisse Menge an (Fremd)Erythrozytenkonzentrat.

Vom sogenannten „Cell-Saver“ nicht zu reden. Dabei wird verlorenes Blut in einem speziellen Sammelgefäß aufgefangen, mit Heparin-Kochsalz-Lösung ungerinnbar gemacht. Um dann – sofern genug zusammenkommt – in einer Zentrifuge von Gewebetrümmern aus dem OP-Gebiet befreit und dem Patienten wieder zurückgegeben zu werden. Erspart auch Fremdblutgaben. Gibt’s auch schon recht lange, hat auch seine Einschränkungen und unerwünschten Wirkungen.

Kosten waren in dieser Sendung leider überhaupt kein Thema, da schneidet der Cell-Saver eher schlecht ab, wenn man das teure Verbrauchsmaterial rechnet und am Ende vielleicht nur 2 ganze Erythrozytenkonzentrate einsparen kann.

Man könnte eine richtige kleine Vorlesung daraus machen.

Der Fernsehbeitrag erschien mir allerdings wenig geeignet, diese Sachverhalte sachlich zu diskutieren. Inhaltlich verkürzte man auf den Konkurrenzkampf zwischen den Transfusionsfreunden (Transfusionsmediziner, bequemen Anästhesisten und Chirurgen) und die Fraktion der (modernen, patientenfreundlichen) fleissigen Anästhesisten und Operateure, die PBM praktizieren.

In meinen Augen eine unzulässige Parteinahme. Denn noch ist nicht klar, wer (mehr) Recht hat mit seiner Meinung. Am Ende vielleicht wie so oft: beide (ein bisschen)?

Aber wissenschaftliche Diskussion sieht anders aus – und sollte nicht vor (leicht zu beeindruckenden) Laien im Fernsehen erfolgen.

Der K(r)ampf mit der Hygiene

Der Herr Gesundheitsminister hat’s erkannt: mehr Hygiene braucht’s im ganzen Land.

Die Zahl an Infektionen mit nicht oder kaum noch behandelbaren Keimen ist eindeutig zu hoch – und verursacht hohe Kosten und leider auch eine nicht unerhebliche (vermeidbare!) Rate an Todesfällen.

Daher kommen jetzt auf die Beschäftigten im Gesundheitswesen eine Reihe neuer Gesetze und Verordnungen zu.

Damit kann sich dann die Politik wieder beruhigt zurücklehnen.

Ihr Werk ist getan – jetzt sind die anderen dran.

Und dabei ist es mit neuen Gesetzen und Verordnungen leider nicht getan.

Es fehlt an den Basics.

Beispielsweise ist in den Niederlanden ein jeder Patient bei Krankenhausaufnahme erst mal verdächtig und kommt in Quarantäne, bis sich dann herausstellt, dass seine Abstriche negativ sind.

Bei uns ist es leider genau umgekehrt: jeder wird ins Krankenhaus aufgenommen und kommt unbesehen ins Mehrbettzimmer. Da hat er einstweilen ausreichend Gelegenheit, seine Problemkeime weiterzuverbreiten, bis dann der Aufnahme-Abstrich ergibt, dass er einen Problemkeim hat. Dann wird er isoliert. Und behandelt. Nach drei negativen Abstrichen hat er wieder Kontakt zu allen anderen Patienten. Klar, was hier falsch läuft?

Und darüber hinaus wäre für mich interessant, wie denn der Durchseuchungsgrad beim Personal ist. Hier werden seltsamerweise keine regelmässigen Abstriche gemacht. Nicht mal bei der jährlichen Personaluntersuchung. Ist ja klar, warum: ein Mitglied des Personals hätte amtsärztliches Tätigkeitsverbot, wenn man bei ihm Problemkeime feststellen müsste. Bei vollen Bezügen! Bis zur Sanierung. Und vermutlich könnte man bei konsequenter Entnahme von Abstrichen ganze Stationen, ja ganze Kliniken schliessen, da kein Personal mehr übrig bliebe… Also lieber Kopf in den Sand, Augen zu und durch.

Weiterhin gibt es ja in fast allen Kliniken mustergültige Hygieneordnungen. Und zur Durchsetzung dieser (zum Teil sogar nützlichen und hilfreichen) Bestimmungen werden Hygienefachkräfte eingesetzt, die unangemeldet Kontrollen durchführen. Vermutlich haben sie ihre Aufgabe aber noch nicht begriffen, denn die Hauptbetätigung liegt bei „Kontrolle“. Und da wird auch schon mal eine erfahrene und altgediente OP-Schwester tüchtig angepfiffen und mit Abmahnung und Kündigung bedroht, wenn sie es wagt, ihre Halskette auch im OP zu tragen. Die ja dann unter unsteriler Bekleidung und sterilem Kittel völlig verschwindet. Eine ernsthafte Bedrohung geht von ihr jedenfalls genauso wenig aus, wie von Ohrsteckern. Oder Brillen.

Statt solcher Auftritte wäre es besser, die Hygienefachkraft liesse uns Sterbliche an ihrem profunden Wissen teilhaben. Die Betonung ihrer Tätigkeit liegt meines Erachtens bei „Schulung“ und „Beratung„. Mitarbeiter, die stumpf und voller Angst die rigiden Bestimmungen einer am grünen Tisch ausgedachten Hygieneordnung erfüllen, sind nicht zielführend. Es wäre gut, wenn sie verstehen würden, worum es geht – und dann in der Lage wären, die Bestimmungen notfalls an geänderte Bedingungen anzupassen, damit sie sinnvoll werden.

Das ist sicher sehr mühsam.

Aber nötig.

Ich kann immer wieder erleben, dass einfache Sachen nicht richtig durchgeführt werden.

Stichwort „Einmalhandschuhe“. Staunend sehe ich, wie jemand Einmalhandschuhe anzieht (der Patient ist ja mit mehrfach-resistenten Keimen beladen) und dann damit in bunter Reihe den Patienten, Kugelschreiber, Narkosegerät, Medikamentenschublade, Telefon und Narkoseprotokoll anfasst. Gern auch Türgriffe. Und Stethoskop.

Die Handschuhe – einmal angezogen – werden erst am Ende des Falls abgelegt. So werden die Keime des Patienten natürlich überall hin verschleppt – auch dahin, wo normalerweise niemand damit rechnet. Wer ahnt schon, dass die harmlose Patientenakte kontaminiert ist, weil jemand darin mit verschmutzten Einmalhandschuhen nach der Kreuzprobenkarte gesucht hat? Oder weil sie beim Transport des Patienten mit Risikokeimen gemeinsam mit ihm im Bett gelegen hat?

Aber auch unsere Operateure helfen mit. Die Keime verbreiten sich im Nu, wenn man mit blutigen Handschuhen im Anschluss an die OP Verbände macht, beim Aufräumen hilft, Klemmen und Gerätschaften der Anästhesie anfasst. Gern werden auch Kabel aufgerollt und ordentlich weggehängt – mit blutigen Handschuhen. Wer kann garantieren, dass solche Kabel dann gründlich gereinigt werden? Äusserlich erkennbar ist ihre Kontamination ja nicht.

Leider ist der Zusammenhang zwischen Kontamination und späterer Infektion und Infektionserkrankung nicht offenkundig nachvollziehbar – sonst würde ja nicht so viel falsch gemacht.

Warum gehört Hygiene und hygienisches Arbeiten nicht zur Grundausbildung eines jeden, der im Gesundheitswesen tätig ist? Wie Griffekloppen beim Militär, damit’s dann eventuell auch bei Mitarbeitern klappt, die nicht so ganz konzentriert sind?

Es ist natürlich einfacher, den vielen Vorschriften noch weitere hinzuzufügen. Und dann jemanden einzustellen oder zu beauftragen, der die Einhaltung scharf kontrolliert.

Nur die Keime machen sich daraus nix.

Oetzi

Nein, nicht DJ-Oetzi, sondern der Namensgeber, sozusagen „das Original“ ist gemeint.

Wir haben ihm einen Besuch abgestattet. Auf drei Etagen wird dem staunenden Laien ein Einblick in die Zeit, aus der der unbekannte Leichnam zu uns kam, gegeben.

Natürlich haben wir auch das Original besichtigt – gut abgeschirmt, wohltemperiert und unter einer feinen Eisschicht lässt sich der Herr bestaunen.

Was aber am meisten verwundert, hat mit Medizin zu tun.

In dieser Zeit vor ca. 5000 Jahren war ein Menschenleben auch nicht beschwerdefrei. Arthrose der Kniegelenke, das rechte fast ohne Knorpel! Da fiel sicher das Gehen recht schwer. Weiter lesen wir von Parasitenbefall, Peitschenwurm und Flöhe. Auch kein Vergnügen.

Und als wenn das noch nicht genug wäre: beide Carotiden von Arteriosklerose befallen. Ötzi ein Fall für den Gefässchirurgen!

Erstaunlich, denn damals waren mit Sicherheit noch nicht die modernen Zivilisationskrankheiten üblich: Diabetes, Hochdruck, Nikotinabusus, Bewegungsmangel – und Fehlernährung (je nach Glaubensrichtung zuviel tierische Fette oder zuviel Kohlenhydrate).

Dass einer, dessen Leben Bewegung bedeutete, hauptsächlich pflanzliche Ernährung und viel, sehr viel weniger Zucker als uns heutzutage zur Verfügung steht, von Arteriosklerose betroffen war, erschüttert meinen Glauben an die Medizin als Wissenschaft.

Was erzählen die uns eigentlich? Früher sei der Mensch weniger anfällig für solche Erkrankungen gewesen, weil er mehr Bewegung hatte, einfachere Kost ohne viel tierische Fette und natürlich nicht geraucht hat?

Und unter dem Strich kommt heraus: Ötzi (ca. 5000 Jahre alt) hat Arteriosklerose beider Carotiden, wie bei einem heutigen Genussmenschen.

Kann es sein, dass wir in der Lehre die falschen Ursachen serviert bekommen haben?

Was unseren wie den damaligen Patienten mit Arteriosklerose gemein sein könnte, ist der Mangel an Mundhygiene. Ötzi hatte auch keine Zahnbürste dabei, obwohl sonst reichlich Gebrauchsgegenstände um ihn herum drapiert waren. Mangel an Mundhygiene geht mit Zahnverlust durch Entzündungen des Halteapparates einher. Zahnfleischentzündungen, die Bakterien in die Blutbahn einschwemmen können – die wiederum werden angeschuldigt, die Gefässwände zu attackieren, woraufhin der Körper mittels cholesterinhaltiger Plaques diese Defekte zu reparieren versucht – allerdings kommt es häufig zu Kalkeinlagerungen und die Arteriosklerose nimmt ihren Lauf.

Nun, Ötzis Gebiss ist wahrlich keine Pracht gewesen, zu seinen Lebzeiten fehlte schon dieser und jener Zahn. Und das, obwohl er ein wohlhabender Mensch gewesen sein muss, hatte er doch eines der damals ebenso hochmodernen wie teuren Kupferbeile als Waffe bei sich.

Seine sterblichen Überreste lassen allerdings keinen Rückschluss auf den Zustand seines Zahnfleisches mehr zu. So bleibt mehr die Vermutung, als ein Beweis für die Ursache seiner Arterienverkalkung.

Oetzi

Nein, nicht DJ-Oetzi, sondern der Namensgeber, sozusagen „das Original“ ist gemeint.

Wir haben ihm einen Besuch abgestattet. Auf drei Etagen wird dem staunenden Laien ein Einblick in die Zeit, aus der der unbekannte Leichnam zu uns kam, gegeben.

Natürlich haben wir auch das Original besichtigt – gut abgeschirmt, wohltemperiert und unter einer feinen Eisschicht lässt sich der Herr bestaunen.

Was aber am meisten verwundert, hat mit Medizin zu tun.

In dieser Zeit vor ca. 5000 Jahren war ein Menschenleben auch nicht beschwerdefrei. Arthrose der Kniegelenke, das rechte fast ohne Knorpel! Da fiel sicher das Gehen recht schwer. Weiter lesen wir von Parasitenbefall, Peitschenwurm und Flöhen. Auch kein Vergnügen.

Und als wenn das noch nicht genug wäre: beide Carotiden von Arteriosklerose befallen. Ötzi ein Fall für den Gefässchirurgen!

Erstaunlich, denn damals waren mit Sicherheit noch nicht die modernen Zivilisationskrankheiten üblich: Diabetes, Hochdruck, Nikotinabusus, Bewegungsmangel – und Fehlernährung (je nach Glaubensrichtung zuviel tierische Fette oder zuviel Kohlenhydrate).

Dass einer, dessen Leben Bewegung bedeutete, hauptsächlich pflanzliche Ernährung und viel, sehr viel weniger Zucker als uns heutzutage zur Verfügung steht, von Arteriosklerose betroffen war, erschüttert meinen Glauben an die Medizin als Wissenschaft.

Was erzählen die uns eigentlich? Früher sei der Mensch weniger anfällig für solche Erkrankungen gewesen, weil er mehr Bewegung hatte, einfachere Kost ohne viel tierische Fette und natürlich nicht geraucht hat?

Und unter dem Strich kommt heraus: Ötzi (ca. 5000 Jahre alt) hat Arteriosklerose beider Carotiden, wie bei einem heutigen Genussmenschen.

Kann es sein, dass wir in der Lehre die falschen Ursachen serviert bekommen haben?

Was unseren wie den damaligen Patienten mit Arteriosklerose gemein sein könnte, ist der Mangel an Mundhygiene. Ötzi hatte auch keine Zahnbürste dabei, obwohl sonst reichlich Gebrauchsgegenstände um ihn herum drapiert waren. Mangel an Mundhygiene geht mit Zahnverlust durch Entzündungen des Halteapparates einher. Zahnfleischentzündungen, die Bakterien in die Blutbahn einschwemmen können – die wiederum werden angeschuldigt, die Gefässwände zu attackieren, woraufhin der Körper mittels cholesterinhaltiger Plaques diese Defekte zu reparieren versucht – allerdings kommt es häufig zu Kalkeinlagerungen und die Arteriosklerose nimmt ihren Lauf.

Nun, Ötzis Gebiss ist wahrlich keine Pracht gewesen, zu seinen Lebzeiten fehlte schon dieser und jener Zahn. Und das, obwohl er ein wohlhabender Mensch gewesen sein muss, hatte er doch eines der damals ebenso hochmodernen wie teuren Kupferbeile als Waffe bei sich.

Seine sterblichen Überreste lassen allerdings keinen Rückschluss auf den Zustand seines Zahnfleisches mehr zu. So bleibt mehr die Vermutung, als ein Beweis für die Ursache seiner Arterienverkalkung.

Finger weg!

Sollte die ärztliche Schweigepflicht für Angehörige sensibler Berufsgruppen gelockert werden? Die Diskussion über diese Frage gewinnt vor dem Hintergrund der Germanwings-Katastrophe an Fahrt. Der CDU-Verkehrsexperte Dirk Fischer forderte eine Lockerung der Schweigepflicht für sensible Berufe: „Piloten müssen zu Ärzten gehen, die vom Arbeitgeber vorgegeben werden. Diese Ärzte müssen gegenüber dem Arbeitgeber und dem Luftfahrtbundesamt von der ärztlichen Schweigepflicht entbunden sein“, sagte Fischer der „Rheinischen Post“.

Der Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek (CDU) schlug eine Expertenkommission vor, die die Frage klären solle, wie mit ärztlichen Diagnosen bei Menschen in besonders verantwortungsvollen Berufen wie Piloten umzugehen sei. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte gegenüber der „Bild“-Zeitung, wenn Leib und Leben anderer Menschen gefährdet seien, sei „der Arzt verpflichtet, den Arbeitgeber über die Arbeitsunfähigkeit des Mitarbeiters zu informieren“. Weiter sagte er: „Dies gilt ganz besonders im Fall psychischer Erkrankungen und einer möglichen Selbstmordgefahr.“

Solches las ich heute im Internet-Auftritt der FAZ.

Und das von Leuten, die es besser wissen müssten.

Die ärztliche Schweigepflicht ist Grundstein des Arzt-Patienten-Verhältnisses.

Und daran darf nicht gerüttelt werden.

§ 203 StGB regelt das: Zur Verschwiegenheit verpflichtet sind unter anderem die Angehörigen folgender Berufe:

    Angehörige heilbehandelnder Berufe, wie Ärzte, Psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Zahnärzte, Apotheker oder Angehörige assistierender Heilberufe, deren Ausübung eine staatlich geregelte Ausbildung erfordert – z. B. Gesundheits- und Krankenpfleger, Altenpfleger und Mitarbeiter des Rettungsdienstes,
    Berufspsychologen mit staatlich anerkannter wissenschaftlicher Abschlussprüfung,
    Rechtsanwälte, Patentanwälte, Verteidiger,
    Steuerberater, Notare, Wirtschaftsprüfer,
    Ehe-, Familien-, Erziehungs- oder Jugendberater sowie Berater für Suchtfragen in einer staatlich anerkannten Beratungsstelle,
    Mitglieder oder Beauftragte einer anerkannten Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle,
    staatlich anerkannte Sozialarbeiter und Sozialpädagogen,
    Mitarbeiter eines Unternehmens der privaten Kranken-, Unfall- oder Lebensversicherung oder einer privatärztlichen Verrechnungsstelle,
    Amtsträger hinsichtlich ihnen bekannter Amts- sowie dienstlich bekannt gewordener Privatgeheimnisse
    Personen, die Aufgaben oder Befugnisse nach dem Personalvertretungsrecht wahrnemen,
    der Beauftragte für Datenschutz,
    Gehilfen der o. g. Berufsangehörigen. Zu den schweigepflichtigen Gehilfen eines Angehörigen der vorgenannten Berufsgruppen zählen z. B. in der Medizin alle Mitarbeiter, die dem behandelnden Arzt in irgendeiner Funktion zuarbeiten und dabei Kenntnisse von der betreuten Person erlangen. Der Kreis der unter die Schweigepflicht fallenden Hilfspersonen ist weit gefasst, nämlich „berufsmäßig tätigen Gehilfen“ und „die Personen, die bei ihnen zur Vorbereitung auf den Beruf tätig sind“ (§ 203 Abs. 3 Satz 1 StGB). Dazu gehören z. B. auch Steuerberater und ihre Angestellten und Laborpersonal, soweit sie „eine im unmittelbaren ärztlichen Zusammenhang mit der ärztlichen Behandlung stehende Tätigkeit“ ausüben. Bei Rechtsanwälten gehören dazu die Fachangestellten der Kanzlei, bei Rettungsdiensten alle Mitarbeiter der beteiligten Berufsgruppen.
    Personen, die beim Schweigepflichtigen „zur Vorbereitung auf den Beruf“ tätig sind, also z. B. Auszubildende, Berufspraktikanten im Verlauf eines Hochschulstudiums. [Zitiert nach Wikipedia]

Der § 203 StGB regelt auch, was unter die Schweigepflicht fällt. Und er regelt auch, wann die Schweigepflicht nicht gilt, wann im Gegenteil eine Auskunftsverpflichtung besteht. (Beispiel: Infektionsschutzgesetz, Auskunftspflicht gegenüber Sozialleistungsträgern).

Und er enthält einen Verweis auf § 34 StGB – da gibt es dann eine Rechtfertigung für die Nichteinhaltung der Schweigepflicht bei Interessenkollision mit höherwertigen Rechtsgütern. Wenn also der besagte Fliegerarzt suizidale Tendenzen erkennen würde mit der Konsequenz der Gefährdung für Leib und Leben anderer Personen, müsste er zumindest eine Weile lang über den § 34 StGB nachdenken… und entsprechend handeln.

Wie man sieht – keine Notwendigkeit, dass jetzt eilfertig populistische Politiker am Strafgesetzbuch herumfingern. Nach allem, was diese Regierung bislang fertig gebracht hat (Tarifeinheitsgesetz, Pkw-Maut), kann man davon ausgehen, dass sie es verschlimmern statt verbessern würden.

Nochmal: die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen sind ausreichend!

Und wenn man einen verpflichtenden Besuch beim Flieger-TüV vorschreibt, der seine Erkenntnisse sofort weitermeldet – da kann ich nur vermuten, dass es zu meist erfolgreichen Versuchen der Dissimulation oder gar vorsätzlicher Täuschung kommen würde. Schliesslich ist der „Loss-of-License“ der Super-GAU für jemanden, dessen Zukunft von ebendieser Lizenz abhängt. Und sichere Krankheitszeichen, die eine suizidale Handlung mit Einbeziehung Unbeteiligter – mithin der Tatbestand nach § 34 StGB für die Relativierung der Schweigepflicht – gibt es nicht.

 

Gross im Kommen

Wie in einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung heute gemeldet wurde, habe der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Reinhard Burger, betont, dass hierzulande kaum eine Gefahr einer Ausbreitung des Ebola-Virus bestehe. Man sei auf einzelne oder mehrere Erkrankungsfälle vorbereitet.

Das haben auch die Gesundheitsbehörden in Spanien und den USA geglaubt.

Dort haben sich jedoch mehrere Mitarbeiter der Ebola-Patienten versorgenden Krankenhäuser angesteckt. Entweder aufgrund eigener, wenn auch winziger Hygienefehler oder aus bislang unbekannter Ursache. Eine aerogene Übertragung wurde bislang nicht in Erwägung gezogen, obwohl schon 2012 in Nature ein Artikel erschien, der genau das aber sehr wahrscheinlich erscheinen lässt! Infizierten Schweinen gelang es, im gleichen Raum ohne direkten Kontakt gehaltene Makaken zu infizieren. Alarmierend!!!

Nun, wie effektiv unsere Hygienemassnahmen in einem Einzelfall sind, kann man sehen, wenn vom Frankfurter Flughafen ein Ebola-Patient in die Isolierstation der Uniklinik überführt wird und sich anschliessend alle Verantwortlichen gegenseitig schulterklopfend im Fernsehen versichern, alles habe prima geklappt. Ja, mit einem solchen Patienten. Wie sieht’s denn mit hundert aus?

Oder vielleicht in einem Krankenhaus der Regelversorgung, das auf so etwas gar nicht vorbereitet ist? Einen Eindruck von deren Hygienestandards kann man gewinnen, wenn man die massive Ausbreitung von Antibiotika-resistenten Keimen betrachtet. Da haben wir inzwischen auch eine Epidmie, derer wir nicht Herr werden. Und was ich da so beobachten kann, was an kapitalen Hygienefehlern im Umgang mit solchen infektiösen Patienten tagtäglich begangen wird, da habe ich so meine Zweifel, dass Ebola hierzulande keine Chance hätte.

Nun, zur Beruhigung wird überall verkündet, ein Patient, der keine der typischen Symptome zeige, sei vermutlich auch nicht ansteckend.

Wie beruhigend! „Vermutlich“.

Und was sind die Symptome? Fieber, Erbrechen, Durchfall…. ach wie spezifisch sind doch die! Eine „simple“ Grippe kann das auch. Oder ein Noro-Virus. Der feiert immer wieder fröhliche Epidemien in Krankenhäusern und Altenheimen… trotz aller Versuche, ihm mit mehr Hygiene beizukommen.

Nun, solange wir nichts Genaues über den Übertragungsweg und den Übertragungsmodus wissen, bin ich persönlich überhaupt nicht beruhigt. Es gibt durchaus Erkrankungen, bei denen Übertragung von Viren schon vor dem Auftreten von handfesten Symptomen möglich ist. Die Patienten fühlen sich anfangs nicht so richtig wohl – aber das ist dann auch alles. Niemand wird isoliert, weil er sich „nicht wohl“ fühlt – Fieber und sonstige Symptome treten aber erst später auf.

Meiner Ansicht nach ist es ein kapitaler Fehler, Ebola-Viren einen Freiflug in die restliche Welt zu spendieren, indem man erkrankte Mitarbeiter von Gesundheitsorganisationen aus Afrika ausfliegt. Bringt lieber die nötige Hilfe vor Ort, statt die Ebola-Viren zu exportieren. Typische Zwei-Klassen-Medizin: für die Eingeborenen der betroffenen Staaten kommt zwar Hilfe, aber die macht niemanden so richtig gesund und wirkt sehr improvisiert. Zu wenig insgesamt für die Vielzahl an Erkrankten. Wird dann einer der Helfer krank, wird er selbstverständlich mit hohem Aufwand ausgeflogen und für viel Geld in einer renommierten Spezialklinik gepflegt. Das Risiko, ihn vor Ort zu belassen und einem maroden, teilweise zusammengebrochenen Gesundheitswesen afrikanischer Bauart auszuliefern, mag niemand eingehen. In den betroffenen Staaten wäre entschlossenes Handeln und viel mehr Geld nötig, um die Epidemie einzudämmen.

Drastische Isolation und ein verlässlicher Impfstoff könnten diesem Spuk ein Ende bereiten.

Aber entschlossene Massnahmen sind nicht unsere Sache, wie schon am Vorgehen gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“ zu erkennen ist.

Das wird sich in beiden Fällen bitter rächen.

 

Nachtrag: am 16.10.2014 erschien in der ZEIT folgender Artikel, der meine Sichtweise dieser Dinge bestätigt.

Betriebswirtschaft kontra Gesundheit

Das deutsche Krankenhaus ist nach allen Versuchen, es in ein ökonomisch sinnvolles Institut zu verwandeln, das mindestens kostendeckend (öffentlich-rechtliche Betreiber) wenn nicht gar gewinnorientiert (private Betreiber) arbeitet, zu einer lebensfeindlichen Umgebung mutiert. Und zwar sowohl fürs Personal als auch für die Patienten.

In der Laienpresse – und nicht nur da – werden inzwischen Zusammenhänge zwischen Infektionsraten und sogar Überlebensraten einerseits und Streß beim Personal und Auslastung der Kapazitäten andererseits hergestellt und diskutiert.

Beispiel hier.

Gleichzeitig gibt es eine Initiative des Landes NRW,  den Krankenhäusern Vorgaben hinsichtlich der Stellenpläne beispielsweise für Intensivstationen zu machen. Warum eigentlich nur hier? Haben die anderen Bundesländer etwa keinen Bedarf?

Das stößt natürlich auf erbitterten Widerstand aller Finanzverantwortlichen in den Krankenhäusern. Die beispielsweise wie in der Neuen Westfälischen aus Bielefeld geschehen, eine Klage gegen einen solchen Bescheid ankündigen und immer noch negieren, dass da ein Zusammenhang zwischen Streß und Belastung beim Pflegepersonal und dem Outcome der Patienten auf der anderen Seite bestehen mag. Vogel-Strauß-Politik? Oder kaltschnäuziges Negieren wissenschaftlich untermauerter Erkenntnisse? Zumindest aber eine schlechte Aussenwirkung ist ihnen gewiss.

Bei aller Kritik kann ich deren Denkweise verstehen.

Das wissen doch alle BWL-Studenten im ersten Semester, dass man Kosten sparen muss, soll das Produkt bei nicht frei verhandelbaren Preisen noch Gewinn abwerfen. Grösster Kostenfaktor in Kliniken: das Personal. Und so wird outgesourced, zusammengelegt, Personal eingespart, wo es nur geht. Da ist jeder Trick recht. So zum Beispiel der, dass man eine Intensivstation formal mit ein paar Intermediate-Care-Betten ausstattet. Das bewirkt einen anderen  (niedrigeren) Personalschlüssel – wieder Kosten gespart. Dass die sogenannten IMC-Betten in Wirklichkeit regelmässig mit echten Intensivpatienten belegt werden – Pech fürs Personal. Die sollen dann halt sehen, wie sie fertig werden. Ist ja nur für den Moment…

Was hier Not täte, wäre das ehrliche Eingestehen, dass unsere Krankenhausfinanzierung dringend renoviert werden muss.

Und nicht nur in  Nordrhein-Westfalen!

Daseinsvorsorge ist das Stichwort. Wie bei der Bundeswehr, von der auch niemand verlangt, kostendeckend zu arbeiten. Die hält auch Dinge vor, die – hoffentlich – niemand jemals gebrauchen muss, aber die man einfach zur Hand haben muss, wenn es soweit ist.

Einem Krankenhaus Wettbewerb und ökonomisches Arbeiten zu verordnen führt halt dazu, dass man (früher wurde nach Liegedauer bezahlt) die Patienten länger dabehält, als nötig. Inzwischen werden wir – modern – nach Leistung(sgruppen) bezahlt und hier besonders nach Operationen. Art und Schwierigkeit sind entgeltwirksam. Wir schreiten also fort, von der Geiselhaft zur Körperverletzung. Wir werden (ob zu recht, darüber kann man streiten) beschuldigt unnötig oft und unnötig viel zu operieren. Das muss einfach mal aufhören, dass ein Patient das dumme Gefühl hat, es werde ihm etwas angetan, was er nicht nötig hat, nur damit die Kasse stimmt!

Das wäre mal eine schöne Aufgabe für eine Grosse Koalition, die damit beweisen könnte, dass es sich tatsächlich um eine solche handelt und nicht um eine „Koalition des kleinsten gemeinsamen Nenners“.

Fataler Fehlgriff – Teil 2

Im Dezember 2011 habe ich den Fehler eines PJ-Studenten und die Ausreden- und Fahrerfluchtmentalität des verantwortlichen Klinikdirektors kommentiert.

Der ehemalige PJ-Student erfuhr nun unjüngst, dass auch die zweite Instanz (Landgericht Bielefeld) kein Erbarmen mit ihm hat. Das erstinstanzliche Urteil wurde nicht aufgehoben, man hält daran fest, dass er schuldhaft den damaligen Fehler begangen habe.

Allerdings ist nun doch auch der Staatsanwaltschaft die Idee gekommen, diese Sache mal im Hinblick auf ein Organisationsverschulden der Klinik zu untersuchen, wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet.

Da darf man gespannt sein, ob mein Weltbild noch ein Geraderücken erfährt….

Volldampf zurück!

Lautet das Kommando. Was ich neulich boshaft/scherzhaft erwähnt habe, jetzt ist es eingetreten: Mädchenbeschneidung ist die nächste laut gewordene Forderung.
Zwar noch weit genug weg, um unsere Volksvertreter in Unruhe zu versetzen – aber ein Anfang wäre dann schon mal gemacht!
Und bis zu einer Klage gegen das von denen hastig zusammengebastelte „Beschneidungsgesetz“ wegen Verstoß gegen das Gleichbehandlungsprinzip ist es nicht mehr weit, fürchte ich. Auch ein „alternativer“ fraktionsübergreifender Entwurf macht es nicht unbedingt besser!

Wer macht diesem Beschneidungsunfug denn mal ein Ende?
Aus religiösen Gründen hilflose Kinder zu verstümmeln, gehört ins finstere Mittelalter. Wer später als Erwachsener statt Piercing und ähnlicher Hirnlosigkeiten seine Genitalien zurechtschnitzen lassen mag – nur zu! Aber als Erwachsener und in der Entscheidungsfreiheit lediglich für sich selbst. Finger – äh Messer – weg von hilflosen Kindern!
Wie schon gesagt: die Welt entwickelt sich weiter, liebe Fundamentalisten! Das solltet Ihr ruhig auch tun, oder bringt noch jemand veritable Menschenopfer dar, wie seinerzeit Abraham – dem ist ja auch sein Gott in den Arm gefallen bevor sein einziger Sohn dran glauben musste. Das symbolische Opfer hat IHM genügt. Muss uns das nicht zu denken geben?

Schnipp-Schnapp die Zwote

So, nun ist es also auch durch den Bundesrat.
Das Gesetz, das Traditionalisten aus religiösen Gründen die Körperverletzung kleiner Jungs erlaubt. Sofern medizinische Standards gewahrt bleiben. Und dazu gehört eine anständige Betäubung.
Können die Traditionalisten jetzt zufrieden sein?
Vermutlich nicht. In der Bibel und im Koran steht nix von betäuben. Also muss das Gesetz doch sicher noch mal „nachgebessert“ werden, bis die Taliban – ach verflixt, vertan! Sollte doch „Traditionalisten“ heißen. Shit! Aber wo ist eigentlich der Unterschied zwischen den einzelnen Gruppen verbohrter Traditionsanhänger?
Die ganze Welt entwickelt sich weiter, warum nicht auch die Religionen?

Und das Ganze ist nur eine halbe Sache, denn wie ich hörte, sind Mädchenbeschneidungen immer noch verboten, Betäubung hin, medizinischer Standard her. Na, das schreit doch danach, den europäischen Gerichtshof anzurufen ob dieser geschlechtsbezogenen „Diskriminierung“!
Man darf gespannt sein.

Den Politikern aber sei deutlich gesagt: Gut gemeint ist immer das Gegenteil von gut gemacht!