Keine Plakette für Osterfeuer

Schon am Karsamstag wurden unter dem Deckmantel eines alten Brauchtums Gartenabfälle und ausgediente Weihnachtsbäume grossflächig verbrannt. Überall im Ländle sah man die grau-braunen Rauchsäulen in den Himmel steigen.

Erschwerend für den Verbrennungsprozess kam noch eine gewisse Feuchtigkeit durch die Niederschläge der vergangenen Tage hinzu.

Dicke Luft also. Und wer zu Asthma neigt, bekommt Probleme.

Was unsere Brauchtumspfleger und -innen allerdings nicht davon abhielt, sich mit alkoholischem Getränk und Grillwürsten in unmittelbarer Nähe zum Feuer aufzuhalten.

Wer nicht rechtzeitig alle Fenster verrammelt hatte, bekam nun gratis und frei Haus das geliefert, was derzeit für heftige (meist unsachliche) Diskussionen sorgt. Eine Feinstaubbelastung, die jeden Grenzwert albern aussehen lässt.

Während so illustre Vereine, wie die DUH, die Deutsche UmweltHilfe, sich vor Klagen gegen Kommunen nicht scheuen, wo an einigen Tagen der ohnehin sehr dubiose minimalistische Grenzwert, den die EU herausgegeben hat, überschritten wird, fackeln wir gemütlich unsere Gartenabfälle ab und führen die ganze Feinstaubdiskussion an zwei bis drei Tagen im Jahr ad absurdum.

Genaue Statistiken, wie gefährlich die geringfügige Überschreitung niedrigster Grenzwerte nun ist, gibt es nicht. Auch die immer wieder in die Diskussion geworfenen Todesfälle durch Feinstaub muss man als reine Spekulation ansehen. Denn eine Kausalkette, wie der überschrittene Grenzwert denn nun wann zum vorzeitigen Tod führt, konnte noch niemand aufstellen. Es gibt Hinweise, Vermutungen und die darauf fussenden Klagen.

Wir selbst richten mal wieder elegant und gekonnt einen ganzen, bislang florierenden Industriezweig hin, ohne auch nur die Spur einer Chance einzuräumen, dass dort Verbesserungen eingeführt werden.

Und machen in einem unnützen Selbstversuch deutlich, dass es ja so schlimm nicht wirklich sein kann, wenn ganze Heerscharen mit Kind und Kegel am Brauchtum Freude haben können.

Trotz „Dicker Luft“. Wahrscheinlich hat niemand bei dieser Gelegenheit auf die Feinstaubbelastung hingewiesen.

Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss.