about:Golf

Im Logo sind wir Mitglieder und bemühen uns, die Bälle weiter als die Divots fliegen zu lassen, vor dem Werfen von Schlägern “Fore!” zu rufen und ansonsten ein zügiges Spieltempo vorzulegen.

BTW: Das Wort “Scheisse” (Neuhochdeutsch: “shit”) ist kein böses „Bähwort“ oder gar verboten – es gehört zur Golfer-Fachsprache und bezeichnet einen nicht ganz so idealen Abschlag, bei dem der Ball die Tendenz hat, seitlich ins Gebüsch entkommen zu wollen…

Wie sind wir dazu gekommen? Am Anfang war ein Kurs der Volkshochschule Löhne. Zum Schnuppern. Hat uns meine Holde geschenkt.

“Ach – isses soweit? Spielen wir jetzt Golf? Ist das nicht elitär? Dürfen wir da überhaupt hin – so in Turnschuhen und Jeans?” war so das erste, was mir durch den Kopf ging. Aber naja, man ist ja kein Spielverderber. Also gehen wir mal hin. Drüber lustig machen kann man sich ja zur Not noch hinterher.

Erster Kurstag. Strömender Regen. Hömmm… Naja, man weiß ja, Golf wird auch bei Regen gespielt. Also sämtliche Tchibo-Fahrradregenklamotten angezogen. Solcherart unsinkbar gemacht erwartungsvoll durch die Regenfluten zum Golfplatz gefahren – und angenehm überrascht worden!
Golflehrer Holger Fricke – ein absolut lockerer Typ – erklärt uns, heute sei es zu nass, Golf solle ja schließlich Spaß machen – und ihm sei nass und Spaß nur vom Klang her ähnlich. Dies sei ein Golf- und kein Tauchkurs. Also wird ein Ersatztermin vereinbart und wir sind entlassen. Na, das ging doch.

Zweiter Kurstag. Wetter o.k. – Stimmung auch, die anderen Teilnehmer sind genauso ahnungslos wie wir – aber wenigstens nett. Nach kurzer Einführung und einer Demonstration durch den immer noch lockeren Herrn Fricke [Originalzitat: „Linke Schulter tief – rechte Schulter tief – weg ist die Murmel – so, meine Herrschaften, geht Golf!“] kriegen wir Schläger in die Hand gedrückt, Bälle in Massen und los geht‘s. Ab und zu fliegt mal ein Ball – wenn auch nur 20 – 30 Meter weit und mit ziemlicher Rechtskurve – aber es ist schon ein tolles Gefühl…

Am Ende des dritten Kurstages erwische ich mich mit einem Katalog in der Hand. Golfzubehör. Wie teuer? Ist ja erstaunlich, wie schnell das geht. Vom Saulus zum Paulus nach nur drei Kurstagen und einigen gut getroffenen Bällen… wenn das mal kein Sport mit Suchtfaktor ist.

Dass Golf etwas mit Spass und Freude zu tun haben muss, erfuhren wir bei unserem ersten Spiel auf dem grossen, grossen Platz. Mit Golflehrer. Ja, auch das gehörte zum unvergesslichen Erlebnis Golf im Rahmen des Schnupperkurses, dass wir in Begleitung ein paar Bahnen spielen durften. Ein sehr entspannter Golflehrer sah zu, wie wir an einem PAR 5 etwa 17 Schläge bis zum Abbiegen auf dem Dogleg brauchten und wollte sich schier ausschütten vor Lachen, als seine Rookies mal wieder ihre Taschen falsch aufhoben und den gesamten Schlägervorrat aufs Faiway purzeln liessen. Da war uns ruckartig klar – das macht ja Spass!

Inzwischen sind wir Mitglieder im Club und spielen begeistert – und ab und zu auch erfolgreich – Golf. Meistens allerdings leben wir unser Talent aus, auf dem Golfplatz immer wieder neue Hindernisse ausfindig machen zu können… Das hält uns jedoch kaum auf: wir spielen 18 Loch regelmässig in schottischen 3 1/2 Stunden. Kurz: nicht unbedingt schönes, aber ausreichend schnelles Golf.

Und Turniere gibt’s ja nicht nur, um Preise abzustauben. Absolut begeistert bin ich von denen, wo’s „um Nix“ geht – keine Handicapveränderung, keine dollen Preise, aber dafür jede Menge Spaß. Saisonabschlußturniere werden bei uns traditionell unkonventionell als Juxturniere durchgeführt, ein Dank an die Pro’s, denen immer was neues einfällt, um uns zu verblüffen. Manche Bahnen spielt man rückwärts, manche so, dass man auf die Nebenbahn muss (sowas passiert halt auch im richtigen Leben, nur hat man dann rote Ohren, wenn man den entgegenkommenden Flights sein „Falschfahrertum“ erläutern darf). Mal muss der Ball eine gewisse Strecke wie beim Bowling überwinden.

Oder die vielen verschiedenen Sonderformen wie „Zwei-Schläger-Turnier“ oder „Vierer mit Auswahldrive“ und ähnliches mehr. Immer was los, gute Stimmung und eine nette Runde.

Meine kleinen und großen Nikons sind ständige Begleiter auf den Runden. Aus den Zillionen Bildern habe ich dann ein paar ausgesucht, um damit einen Kalender zu konstruieren.

2007 noch in kleiner Auflage, 2008 hat der Club einen großen Schwung Kalender bestellt und auch für 2009, 2010 und 2011 habe ich wieder einen zurechtgebastelt – oben rechts gibt’s Zugriff auf die verwendeten Fotos.
Der Kalender 2012 ist leider qualitativ nicht in Ordnung. Was daran liegt, dass der finale Verfertiger nochmal an meinen Bildern nachbessern zu müssen glaubte. Die Fotos geben solche Ausschnittsvergrösserungen technisch nämlich nicht her – aber das jemandem zu erklären, der den Begriff Qualität in Anführungsstrichen schreibt, war vergebens. Daher: es gibt von mir keine weiteren Kalender mehr. Oben rechts haben Sie übrigens Zugriff auf die Original-Fotos – halten Sie mal den Kalender dagegen, dann erklärt sich alles wie von selbst!

Ist schon ein faszinierender Sport. Da schleppt man 14 Schläger mit auf die Runde und bemüht sich, immer schön auf dem Fairway geradeaus zu spielen und den Ball mit möglichst wenig Schlägen ins Loch zu bringen. Ein Wirtschaftswissenschaftler hat mir aber die Augen geöffnet: ideal wäre es, nur einen einzigen Schläger, den Putter, mit auf die Runde zu nehmen, die Gestehungskosten wären geringer und man könnte fürs gleiche Geld eine hochwertigere Ausrüstung kaufen. Leider muss man auch die Bunker mit einkalkulieren, so dass die Ausrüstung aus mindestens zwei Schlägern bestehen sollte: dem Putter und einem Lob- oder Sandwedge. Dass bei einer solchen Ausrüstung die Zahl der Schläge natürlich viel höher wäre, wertete der Mann nicht als Nachteil – die Kosten pro Schlag würden so sinken, das zu tragende Gewicht ebenso wie die Zeit, die man für die richtige Schlägerwahl ansetzen müsste. Das leuchtet ein. Ausserdem könne man das Spiel schneller gestalten, da Zielen nicht so wichtig sei – man habe schließlich für den ganzen Platz bezahlt und könne daher nur froh sein, wenn man auch den ganzen zur Verfügung stehenden Platz ausnutze….

Und nochwas – allen Mutlosen mit auf den Weg gegeben: „Der einzige Unterschied zwischen einem Pro und einem Amateur ist, dass ein Schlag, der nach rechts weggeht, bei einem Pro Fade heißt, während er beim Amateur Slice genannt wird“. Na denn: schönes Spiel!

 

Golf macht Spass. Auch bei Regen… vorausgesetzt, die Ausrüstung passt zum Wetter (oder umgekehrt)….

 

 

… und noch ein „Schmankerl“. Die Frage: „Was ist Golf?“ beantworteten seinerzeit unsere sozialistischen Brüder und Schwestern auf diese Weise:

Das Spiel der herrschenden Klasse

Auszug aus: Kleine Enzyklopädie Körperkultur und Sport, Leipzig 1960, zitiert nach „Golf – Das Buch“ Süddeutsche Zeitung edition

Golf ist ein Rasenballspiel, bei dem es darauf ankommt, einen Hartgummiball mit möglichst wenig Schlägen über eine im Gelände festgelegte Strecke, die Spielbahn, in das Ziel, ein Loch, zu bringen. Das Schlagen des Balles erfordert infolge der notwendigen Anpassung an das Gelände viel Übung. Der Wert dieses Geschicklichkeitsspiels liegt aber vorwiegend in der Entspannung und Erholung beim Wandern über die parkähnlichen Spielbahnen. In der bürgerlichen Gesellschaft ist Golf ein Spiel der herrschenden Klasse. Die Statuten der Klubs und der finanzielle Aufwand verwehren den Werktätigen die Mitgliedschaft und die Ausübung des Spiels.

Aha. Golf also eine Art „Kampfwandern“ für Reiche. Zumindest der gesellschaftliche Hintergrund hat sich doch an einigen Orten etwas gewandelt – 1960 hätte man den Teil über die finanziellen Auswirkungen des Golfsports auch hierzulande wohl unterschreiben können….