Kitty

Vor zwei Jahren erschien sie zum ersten Mal in unserem Garten. Kam neugierig näher. Und traute sich dann herein.

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Zunächst noch sehr schüchtern.

Das sollte sich bald ändern, der kleine Feger eroberte – nicht nur – unser Haus im Sturm.

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IMG_2905 IMG_3325Schnell bildeten sich feste Gewohnheiten heraus.

Erst ein kleiner Imbiss – und dann ein wenig Fellpflege, gefolgt von ausgiebigen Schläfchen. Bevorzugt auf Plätzen, auf denen vorher der Mensch gesessen hatte. Das bunte Polster auf dem Gartenstuhl war ihr bevorzugter Ruheplatz – am Fenster und der Heizung.

Ihr gepflegter und gut genährter Zustand liessen schnell die Vermutung aufkommen, sie habe ein festes Zuhause und mache nur Station bei uns, wenn ihre sonstigen Geschäfte das zuliessen. Vor kurzem erkannte eine Nachbarin sie wieder. Kitty sei ihr Name.

Sie hat sich bei uns recht wohl gefühlt. Besondere Anziehungskraft hatte natürlich der essende Mensch. Da wollte sie stets gern mittun.

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In einem unbeobachteten Augenblick gelang auch ein schwerer Fall von Mundraub: Das Blutwurstbrot meiner Holden hatte es ihr angetan. Und als Madame dann vom Tisch aufstand, um ans Telefon zu gehen, war die Gelegenheit günstig. Brot ist für die Katze nicht – aber die Wurst kann man ja heruntertatzeln. Auch wenn die dann auf dem Boden landet, kann sie in Ruhe verspeist werden.

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Wir haben das unter „Missverständnis“ verbucht – die Katze interpretiert das Weggehen vom Essplatz als „habe kein Interesse mehr“ – und langt zu.

Neue Gartenstühle wurden angeschafft. Tja, bevor wir Platz nehmen konnten, hatte sie schon mal einen ausgiebigen Test absolviert. Die Stühle schienen den Test bestanden zu haben.

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Überhaupt, der Garten. Eine Quelle interessanter Beobachtungmöglichkeiten. Stundenlang konnte sie vor der Hecke oder dem Nussbaum sitzen und das Dickicht beobachten. Und im Sommer, wenn Frau Schäfer im Schatten der Hecke ein Nickerchen machte, war auch die Katze nicht weit. Durch Grunzen und Stöhnen wurde meine Holde geweckt – die Katze hat sich ausgiebig im kühlen Gras gewälzt und aus ihrem Behagen kein Geheimnis gemacht.

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Und dann, eines Tages, erschien sie nicht mehr. Zunächst hat uns das keine Sorgen gemacht, so etwas hatten wir schon öfter erlebt. Man hat ja nicht immer Zeit, seine Bekannten zu besuchen. Oder das Wetter war nicht geeignet für grossartige Ausflüge.

Aber dann hingen überall in der Gegend Zettel mit einer Suchbotschaft. Und ihrem Bild. Kurz drauf waren alle Zettel verschwunden. Wir nahmen an, es herrsche bei den eigentlichen Besitzern Klarheit über ihren Verbleib….

Wochen ohne Kittys Besuche zogen sich dahin – und dann, eines schönen Tages, sass sie wieder da, als wäre nie etwas gewesen.

Völlig selbstverständlich nahm sie wieder Besitz von unserem Haus. Einstweilen dürfen wir noch wohnen bleiben….

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Inzwischen kommt sie nicht mehr. Ihre Besitzer sind weggezogen. 

Ist schon komisch, aber irgendwie fehlt sie mir.