Und damit kommen die durch!

Neulich in der Süddeutschen über einen Artikel unter der Überschrift „Wann sich Riester lohnt“ gestolpert.

Darin fand sich der Satz: “ Man muss frühzeitig anfangen, zu sparen, um der Altersarmut zu begegnen.“

Diese Binsenweisheit setzt ein studierter Mitarbeiter der Wirtschaftsredaktion in die Welt. Studiert hat er wirtschaftspolitischen Journalismus. Na, der sollte es doch wissen.

Ich zitiere mal:

„Das Riester-Modell sollte vor allem Geringverdiener vor Armut im Alter zu schützen. Damit das funktioniert, müssen Sparer einiges beachten. “

Krause Rede – krauser Sinn?

Aber schau’n wir mal weiter:

“ […] Insbesondere Geringverdiener sollten ausdauernde Sparer sein. Nach Möglichkeit zahlen sie den gesamten Eigenbeitrag für die volle staatliche Zulage ein. ‚Eine bessere Rendite gibt es nicht. Menschen mit 450-Euro-Jobs können mit einem jährlichen Beitrag von 60 Euro eine Förderung von 154 Euro erhalten‘, sagt Ortmann“

Der zitierte Weise namens Ortmann ist Direktor des Instituts für Transparenz.

Bevor wir jetzt glückliche Alte auf Malle oder Gran Canaria ihr so Erspartes verzehren sehen, bleibt noch die Frage, wie viele hundert Jahre man denn so sparen muss, um die Altersarmut zu vermeiden.

Es geht schliesslich um die ungeheure Summe von 214,- € im Jahr.

Vor allem beim derzeitigen Zins ist das mit der Eigenvorsorge auf diese Weise ja gar nicht so einfach.

Nein, einen Trick, wie man das so angesparte Kapital vervielfacht, hat nicht in dem Artikel gestanden. Da hätte man sicher schon mehr als eine Kombination aus Panama- und Paradise-Papers gebraucht…..

Mein Weltbild, in dem die renommierte Süddeutsche einen festen Platz im Gebäude sachlicher Informationsbeschaffung hatte, ist ziemlich ins Wanken geraten.

Seit wann wird eigentlich nicht mehr nachgerechnet, bevor man solche „Empfehlungen“ veröffentlicht?

Früher hätten die Setzer protestiert, die Drucker die Maschinen angehalten – aber heute, im Zeitalter des online-Journalismus ist solcher Schmarrn fix in die Welt gesetzt.

Aber Leuten, die hier nicht laut aufschreien, kann man sicher auch eine Jamaika-Koalition als Wählerwillen verkaufen.

„Denk‘ ich an Deutschland in der Nacht….“

 

 

Das Rad neu erfinden

muss Herr Draghi gar nicht.

Er könnte auch die FAZ lesen:

Lernen von Japan
Die Verbraucher halten sich zurück, die Unternehmen schwimmen im Geld. Magere Wachstumsaussichten bremsen den Investitionswillen. Japan lernt eine bittere Lektion. Ein Kommentar.
27.03.2016, von PATRICK WELTER, TOKIO

Kommt mir jetzt bekannt vor.

Kann es sein, dass die Kritiker Mario Draghis und seiner „Gelddruck-Politik“ Recht haben?

Vermutlich ja.

Jetzt müsste man jemanden finden, der diesem Unsinn ein Ende macht, bevor die Altersvorsorge-Produkte für Millionen Leute wertlos werden, bevor die berufsständischen Altersversorgungen Pleite gehen…

Herr, wirf Hirn vom Himmel – und verschone diesmal Frankfurt nicht!

Oder schick jemanden, der Draghi stoppen kann!