The good, the bad… and the ugly

Wikileaks… kaum einer kannte das bis vor kurzem. Und nun?

Ob es nun wichtig und basisdemokratisch ist, wenn ich lesen kann, was der US-Botschafter in Berlin so nach Hause kabelt? Eher nervig als erhellend. Heimlich haben wir uns ja sowas schon gedacht – aber was solls. Die Unseren werden sicher ähnlich wichtige Dossiers hüten. Wer Spaß dran hat, mags lesen, wer nicht – eben nicht. Die freie Verfügbarkeit solcher journalistischen Ergebnisse unterscheidet eben unser demokratisches System von Diktaturen.

Halt mal: http://www.wikileaks.org ist nicht mehr erreichbar?!?

Nun, das ist allerdings komisch, gestern ging’s noch – und heute, nach einer Ewigkeit „Nachschlagen von www.wikileaks.org“ – „Der Server konnte nicht gefunden werden“. Ach was. Soso!

Na sowas. Da haben die Spielverderber es offensichtlich satt, über sich selbst im Internet zu lesen – und vor allem: andere lesen zu lassen. Wer könnte denn auch erwarten, dass man straf- und reaktionslos solche bösen Dinge tut, wie einfach brisantes (und geheimes) Material veröffentlichen. Hmm – irgendwie bewegen sich Manche noch immer auf Kindergarten-Niveau.

Da wird man ganz basisdemokratisch abgeklemmt vom DNS-Service. Da wird ganz selbstverständlich die demokratische Tugend des blacklisting wieder ausgegraben. Da werden bestehende Verträge gebrochen. amazon.com hat ihnen beispielsweise ihre gemietete Serverkapazität auf Druck der US-Regierung entzogen, wie man hört.
Paypal und mastercard wollen sich natürlich auch nicht lange bitten lassen (was heisst hier „bitten“?).

Ach ja. Und wir mokieren uns über Zensur in China!

Und wieso ist es da nicht möglich, Kinderpornografieseiten aus dem Netz zu entfernen?

Da fällt mir doch wirklich nix mehr ein.

Oder doch: wer Wikileaks dennoch lesen möchte – bitteschön: 213.251.145.96 sollte es tun!