Auf dem absteigenden Ast

Seit geraumer Zeit fällt mir auf, dass das früher so leichte Gefühl beim Hantieren mit Apple-Software allmählich bösem Frust weichen will.

Früher hat man carddav- und caldav-accounts im Hui einrichten und benutzen können, seit neuestem funktioniert das gar nicht mehr so easy.

Ich habe eine NextcloudInstallation bei meinem Provider laufen. Klaglos und problemlos eingerichtet, updates eingespielt, zusätzliche apps aktiviert. So zum Beispiel den Kalender.

Nun hätte ich gern, dass auch mein Apple-Kalender damit was anfangen kann. Einrichten geht angeblich leicht; die Nextcloud-Kalender-App bietet eine eigene URL an, mit der man Android beispielsweise diesen Kalender nutzen lassen kann. Für Apple ist mal wieder eine besondere URL nötig, aber auch die wird bereitwillig präsentiert.

Frisch ans Werk.

Doch was ist das? Beim Einrichten wird der caldav-account mit „automatisch“ angeboten. E-mail und Passwort – und dann: nix. „Es ist ein Fehler aufgetreten. Benutzername und/oder Passwort konnten nicht überprüft werden.“

Na, dann nicht automatisch. Also „manuell“ ausgewählt. Damit kann man was anfangen, denn hier kommen Benutzername, Passwort und die spezielle URL vor, mit der man einen caldav-account so einrichten könnte. Aber leider auch hier: „Benutzername und/oder Passwort konnten nicht überprüft werden.“

Ja verbibbsch. WARUM können die Parameter nicht überprüft werden? Dann mal „erweitert“ angeklickt. Hier kann man den Server und den Serverpfad zum Kalender, den Benutzer und das Passwort eingeben. Ach ja, einen Port darf man noch angeben und wählen, ob SSL benutzt werden soll. Aber egal, was man hier eingibt – entweder das bekannte „Es ist ein Fehler aufgetreten…“ erscheint – oder es wird wortlos und flink ein caldav-account angelegt. Der aber nutzlos ist, denn im geöffneten Kalender erscheint der Hinweis, der Server habe einen ungültigen Kalenderpfad angegeben.

Na toll.

Im Internet werde ich nach einigem Suchen fündig. Dort schreibt ein Kundiger, Apple habe das Verfahren der Übergabe der Credentials geändert und seither funktioniere caldav mit Nextcloud nicht mehr. So lange, bis Nextcloud da etwas ändere.

Hallo? Wer hat denn da was geändert? Wer muss nachbessern?

Mein Bekannter fällt mir wieder ein, der mit Schaum vor dem Mund von den vergeblichen Versuchen berichtet hat, das iPhone ins Firmennetzwerk einzubinden. Nix. Null. Einfach nicht möglich. Katastrophe!

Ich glaube, das Apple-Universum ist eine feine Sache, solange man nicht versucht, zu Nachbarn Kontakt aufzunehmen. Leider wird das Apple-Universum aber von Tag zu Tag kleiner, so dass ich nicht recht verstehe, wie jetzt noch Leute glauben, mit Apple-Aktien reich werden zu können. Die erscheinen mir nach den letzten Software-Desastern und der immer bescheidener daherkommenden überteuerten Hardware (wegfallende Schnittstellen am MacBook, gestrichener Mag-Safe-Netzstecker, iPhone im Gegenwert eines guten Gebrauchtwagen) reichlich überbewertet.

Früher gab es sowas wie „Abwärtskompatibilität“ – aber das ist lange vorbei. Wer Photoshop in der Version 5 sein eigen nennt, verzichtet entweder darauf, das Betriebssystem auf High Sierra upzudaten, oder wirft sein nutzlos gewordenes Photoshop weg. Was alles mit Mojave nicht funktioniert (Wacom-Tablett – vergesst es!), will ich nicht im Einzelnen wissen. Mein MacBook Pro aus 2011 spielt jedenfalls nicht mit, „Installation nicht möglich“ heisst es lapidar, wenn ich dort Mojave aufrufe.

Na, Gottseidank muss ich ja gar nix.

Und eines Tages gibt’s eine LINUX-Installation für das MacBook….

Month 13 is out of bounds

So wird mein console-log im Sekundentakt regelrecht zugemüllt. Alle möglichen Apps bemerken, dass das Jahr mit dem 12. Monat endet – und der 13te wohl jenseits von Gut und Böse sei. Und protestierend schreiben sie diese Erkenntnis unermüdlich immer wieder ins console-log, das dadurch wächst und wächst…..

Da darf man sich schon mal fragen, was Apple eigentlich so treibt?

Schier im Wochentakt kommen für iOS und MacOS neue Bugfixes und Sicherheitsupdates heraus, nach deren Installation man dann verwundert feststellt, dass in Cupertino offenbar das Jahr nun 13 Monate hat. Oder von denen schon nach kurzer Zeit bekannt wird, dass sie zwar ein relevantes Sicherheitsproblem gelöst, aber gleichzeitig zwei neue Lücken aufgerissen haben. Ich kann die Bemerkung im Begleittext „dieses Update behebt Probleme mit dem iPhone X“ nicht mehr ohne Brechreiz lesen.

Und dazu noch jede Menge seltsame Ungereimtheiten. War früher der Klick auf „W-LAN aus“ ausreichend, um das W-LAN-Modul auszuschalten, bewirkt jetzt der gleiche Klick was? Eine Trennung der aktuellen Verbindung. Das stromfressende W-LAN-Modul bleibt nämlich jetzt sicherheitshalber mal an. Damit man sich morgens eines leergelutschten Akkus erfreuen kann.

Darüberhinaus muss ich feststellen, dass ein Update des Betriebssystems seit einiger Zeit Probleme mit zum Teil teuer bezahlter Software hervorruft. Da läuft dann mein geliebtes Photoshop CS3 (zugegeben alt, aber bislang ohne Probleme zu benutzen) beispielsweise nicht mehr.

Ist auch nicht wieder in Gang zu bringen.

Also weg damit.

Dann gab’s kürzlich ein neues Filesystem. Das alte war wohl nicht mehr zeitgemäss. Bevor ich aber so ein neues Filesystem installiere, wäre es schicklich, ein wenig Erfahrungen damit im Echtzeitbetrieb zu sammeln. Leider gibt’s keine Wahl: hat man ein MacBook mit Solid State Drive – schwupps ist das dortige HPFS nach der Betriebssystemaktualisierung auf das neue APFS umgestellt. Nun ja. Bei meinem iMac tat sich nichts, das ist leider noch nicht möglich, eine aktive Partition umzustricken. Ach wat. Neugierig war ich aber schon – darum habe ich mal eine meiner externen Festplatten umgestellt. Schien auch soweit alles o.k. – bis auf die Tatsache, dass ich jetzt jedesmal nach dem Hochfahren des Rechners die Meldung präsentiert kriege, dass ich ein Passwort eingeben möge, um diese besagte Platte nutzen zu können. Gebe ich ein. Und klicke auf „weiter“, kommt sofort die Meldung, die Platte sei bereits aktiviert, ich möge das Festplattendienstprogramm starten. Äh ja. Und dann?

Ist wohl auch normal, dass ich in den Rechten der Platte als Besitzer mit Schreib- und Lesezugriff eingetragen bin, aber jedesmal, wenn ich mit einer Datei darauf was anstellen will, werde ich aufgefordert, mich zu authentifizieren. Hey, ich bin der Besitzer dieser Datei! Klicke ich auf „authentifizieren“ – geht’s kommentarlos weiter, als wäre nie etwas passiert.

Also, vertrauenerweckend geht anders.

Hardwareseitig sieht’s auch nicht besser aus. Das ehemals als Ersatz für ein nicht mehr unterstütztes Wacom-Tablet angeschaffte Bamboo macht schon lange keine Freude mehr, zu rudimentär sind die Funktionen geworden, derer man sich noch mit den mühsam angepassten, schon wieder veralteten und nicht mehr erneuerten Treibern, bedienen kann. Abstürze inbegriffen.

Das alles erinnert mich sehr an Windows in seinen Glanztagen.

Mangelnde Abwärtskompatibilität, mangelhafte Sicherheit, dazu hektische Updateritis – deswegen habe ich seinerzeit den Sprung weg vom Mainstream-Windows auf den Mac gewagt.

Sollte Apple jetzt endlich gleichgezogen sein?

Dazu die Tatsache, dass die ohnehin nicht preiswerte Hardware aus Cupertino inzwischen wahre Mondpreise erreicht hat. Erinnert ein wenig an die Zeiten vor den diversen Währungsreformen. Wer – ausser strenggläubigen Appelianern – kauft sowas noch?

Dazu wird abgespeckt, wo’s nur geht: Früher kamen iMacs mit der Möglichkeit, selbst neue Speicherriegel einzubauen, wenn denn ein Upgrade des Arbeitsspeichers nötig wurde. Wo ist das dafür vorgesehene Kläppchen nur geblieben? Weg. Speicher jetzt fest verlötet. Upgrade nur noch durch Neukauf. Des ganzen Rechners, versteht sich.

MacBooks nahezu ohne Schnittstellen. Ein DVD-Brenner wurde schon zu früheren Zeiten ersatzlos gestrichen. Jetzt die Schnittstellen. Aber man kann schon für relativ kleines Geld Docking-Stationen kaufen. Nein, nicht kann, muss. Wenn man nämlich die altgewohnten externen DVD-Brenner und Festplatten weiter nutzen möchte.

Seid Ihr noch zu retten, möchte man etwa fragen, wenn für ein anerkannt zerbrechliches Brikett mit dem Namen iPhone X dann 1300,- € aufgerufen werden. So viel Geld! Für zwei durch einen Metallrahmen fixierte Glasscheiben, deren ach so schön stylish anzusehende Gläser bei einem Sturz aus weniger als einem Meter Höhe geschrottet werden. Immerhin, lange haben wir drauf warten müssen, „spritzwasser- und staubgeschützt“.

Vor dem Sturz.

Mann! Für diese Summe hätten wir früher einen Gebrauchtwagen gekauft und wären damit noch zwei – drei Jahre vergnügt herumgefahren.

Verlängert man diesen Trend mal in die Zukunft, dann ist auch der exorbitante Preis für eine Apple-Aktie durch nichts zu rechtfertigen.