Fahrlässige Tötung: Ärzte wurden verurteilt – salzburg.com – Salzburger Nachrichten

Fahrlässige Tötung: Ärzte wurden verurteilt – salzburg.com – Salzburger Nachrichten
Da dieser Link unter Umständen ins Leere führt: eine Anästhesistin hat Novamin verabreicht, ohne die in der umfangreichen Krankenakte vermerkte Allergie gegen Novamin zur Kenntnis zu nehmen. Es kam zu einem allergischen Schock. Ein anderer Arzt hat die ihm bekannte Allergie nicht weiter erwähnenswert gefunden und nicht in die aktuelle Krankenakte übertragen. Der Anästhesistin wurde vorgeworfen, nicht die nötige Sorgfalt aufgebracht zu haben, sie hätte trotz der üblichen Eile und Hetze des Tagesgeschäfts eben doch die alte Akte zu Rate ziehen müssen, um diesen Zwischenfall vermeiden zu können.

Sollte uns im Zeitalter des „production pressure“ zu denken geben – schließlich zahlen ja nicht wir die Zeche für „jalla jalla“, sondern der Patient!

Ob aber die getroffenen Maßnahmen nicht teilweise blossen Aktionismus darstellen?

„Im Landeskrankenhaus wurde seit dem Vorfall einiges geändert: Patienten mit einer Medikamentenallergie tragen jetzt „ein rotes Armband“, schilderte der Leiter der Anästhesie, Peter Gerner, im Zeugenstand. Es sei zudem ein Softwaresystem angekauft worden, das eine falsche Medikamentenabgabe verhindere. Als weitere Konsequenz aus dem Vorfall nahmen die Salzburger Landeskliniken (SALK) „Novalgin“ aus der Medikamentenliste. Es werde nur noch auf außerordentliche Anordnung der leitenden Mediziner gegeben, teilten die SALK am 9. April mit.“

Wenn wir jedes Medikament aus dem Repertoire verbannen würden, gegen das jemand allergisch ist / war / sein könnte, müssten wir mit dem Holzhammer Narkose machen und gegen postoperative Schmerzen ein Beißholz verordnen.