iTunes – mal wieder

Da ärgert man sich schon, wenn mal wieder fast die Hälfte aller Albumcover verschwunden sind. Auch solche, die man händisch mühevoll eingepflegt hat. Und sicher noch grösser ist der Frust, wenn man beim Musikhören von Systemsounds unterbrochen wird, die iTunes einfach nicht ausfiltern oder unterdrücken mag.

Alternativen zu iTunes gibt es nur wenige, einige davon sind leider den Windows-Nutzern vorbehalten.

Aber „Audirvana Plus“ ist eine – wenn auch nicht billige Alternative.

Echt Klasse – die Wiedergabe lässt sich per Voreinstellung auf ein bestimmtes Gerät festlegen, etwa den teuren Bluetooth-Kopfhörer. Dann gibt dieses Programm die Musik nur dort aus – und man bleibt von Systemsounds verschont, die weiterhin über die Bordlautsprecher tönen.

Ganz fein: man kann eine Erweiterung von Audirvana Plus bestimmte Systemaktionen, wie die Suche nach USB-Geräten oder TimeMachine- und Spotlight-Aktivitäten, die die Klangqualität negativ beeinflussen können, unterdrücken lassen. Es knackst jetzt deutlich weniger beim Musikhören.

Ein kleines Problem hat aber der Fremdsoftware-Musikplayer. Stösst er auf kopiergeschützte Dateien, lässt sich das Abspielen zwar starten – aber es wird nichts wiedergegeben. Das sind speziell bei Apple Dateien mit der Endung „m4p“ statt „m4a“.

Zunächst denkt man ja, das lässt sich beheben, wenn iTunes die Dinger als mp3-files exportiert.

Aber bei manchen weigert sich iTunes einfach. Man habe keine Berechtigung. Und exportiert nichts.

Und ob ich die Berechtigung habe, denn ich habe diese CD selbst importiert (wie dann einst aus m4a ein m4p wurde, lässt sich nicht mehr nachvollziehen, die halbe CD ist nicht kopiergeschützt, einige Dateien dann aber doch).

Was tun?

Suchen im Web ergeben diverse Hinweise auf Fremdsoftware, die da helfen könne.

Leider nicht. Ich habe einige ausprobiert – und nervig und wenig hilfreich gefunden. Und bevor es so richtig losgehen wollte, mussten schon Zahlungsdaten bearbeitet werden. Also nichts mit „Kopierschutz entfernen“ ohne finanziellen Aufwand.

Weitere machen zwar Anstalten, die Dateien von m4p nach m4a umzuwandeln, schrecken aber dann vor der eigenen Courage zurück und verweisen auf Kopierschutz und die Rechtslage…

Da kam die Erinnerung wieder. Selbiges Problem, kopiergeschützte Dateien in iTunes für andere Anwendungen greifbar zu machen, hatte ich doch vor langer Zeit schon mal (da waren probehalber einige Modelle von Blackberry in meinen Besitz gelangt – und wollten auch nur nicht kopiergeschützte Dateien abspielen).

Also, das völlig legale und an sich triviale Vorgehen ist wie folgt:

Man erstelle in iTunes eine Playlist (alle Titel auswählen und „Playlist aus Auswahl“). Ohne Playlist will iTunes seit einem früheren Update ja nichts mehr auf CD brennen.

Diese Playlist muss dann noch überprüft werden, ob die Songs in der richtigen Reihenfolge auftauchen. Dabei gibt sich iTunes gelegentlich von der kreativen Seite und ordnet neu, nach eigenem Gutdünken, sehr zum Ärger des Nutzers.

Diese Playlist kann dann als „Playlist auf Disc brennen“ exportiert werden. Als Ausgabeformat wählt man „Audio-CD“, dann klappt’s auch mit den kopiergeschützten Titeln. Sodann kann man die CD re-importieren lassen, siehe da, die Dateien hören jetzt auf „m4a“ (sofern in den iTunes Voreinstellungen diese Import-Option gewählt wurde, obacht, da schleicht sich gern „m4p“ ein und dann ist man wieder auf Anfang bei diesem Maneuver…) und der Kopierschutz, der andere Player als iTunes ausbremst, ist vergessen. Auswählen und löschen der kopiergeschützten Dateien (am besten im Finder, iTunes zeigt ja keine Endungen an).

Man sehe grosszügig darüber hinweg, dass iTunes jetzt die gelöschten kopiergeschützten Dateien mit einem Wölkchen dahinter im neu-importierten Album anzeigt. Man möge sie doch wieder downloaden. Nö, die wählen wir jetzt alle aus und verfügen „Aus Mediathek löschen“ – sie werden ab sofort ausgeblendet. (Vielleicht nur bis zum nächsten Update von iTunes – wer weiss das schon?)

Der Qualitätsverlust der Daten bei diesem Maneuver ist erstaunlich gering. Und ausser einem verbrannten CD-Rohling entstehen keine weiteren Kosten.

Frei nach dem Motto: „Warum denn einfach, wenn es nicht auch umständlich geht?“

Ich glaube, die bei Apple haben neben anderem Wichtigem die Usabiltiy-Tests abgeschafft, anders kann man sich die Entwicklung von iTunes zu einer ausgemachten Spassbremse langsam nicht mehr erklären.

Oder, wie meine Mutter früher immer sagte: „Gut gemeint ist die kleine Schwester von mies gemacht.