Hotline-Blues

Wer kennt es nicht?

Ob Mobilfunkvertrag oder technische Hilfe mit einem neuen Gerät – oft ist die Hotline nicht kompetent. Man hat den Eindruck, die Mitarbeiter verlesen nur Texte, die sie auf laminierten Seiten vor sich haben.

Wehe, das Problem lässt sich damit nicht erschlagen!

Eine rühmliche Ausnahme schien der Mobilfunkanbieter Telefonica, hierzulande als O₂ bekannt, darzustellen. Meine neue Apple-Watch wollte sich mit der vorhandenen e-SIM nicht anfreunden. Mit gekoppeltem Handy war Telefonieren möglich, ohne nicht, obwohl die O₂-App das Gegenteil behauptete.

Also mal die Hotline kontaktiert. Dort war jemand, der rasch einsah, dass er nicht helfen könne. Also alles so, wie man’s kennt. Aber dann kam die Überraschung: ein Techniker rufe mich in wenigen Minuten zurück, damit wir gemeinsam die Lösung finden.

Ungläubig nahm ich erstaunt wenig später einen Anruf von mir nicht bekannter Mobilfunk-Nummer entgegen. Jawohl, der versprochene Techniker!

Der sprach allerdings nur sehr gebrochen Deutsch mit einem östlichen Akzent.

Oha! Ob das wohl gutgeht?

Und ob! Unermüdlich mühte er sich insgesamt dreimal vergeblich, bis beim vierten Mal meine Apple-Watch den Testanruf entgegennahm. Enfin, die eSIM harmonierte nun mit meiner Watch.

Dafür mal ein dickes Lob für diesen perfekten Support!

Allerdings: ein altes polnisches Sprichwort sagt, nichts sei so schlimm, dass es nicht noch schlimmer werden könne. 11 Tage nach ihrem online erfolgreich selbst durchgeführten Tarifwechsel erhielt meine Gattin gestern eine SMS, ihr Widerruf sei akzeptiert worden, sie werde auf ihren alten Tarif zurück-umgestellt.

Widerruf? Sie hatte keinen Widerruf getätigt.

Heute dann war sie wieder beim alten Tarif. Daraufhin: Anruf bei der Hotline.

Zunächst muss man sich geduldig und ausdauernd mit einer virtuellen Assistentin herumschlagen, die nicht alles so versteht, wie man es sagt. Bis es finalemente gelingt, ein menschliches Wesen an die Strippe zu bekommen. Ein männlicher Mitarbeiter mit englischem Akzent müht sich. Ja, er versteht das Problem. Er schicke eine e-mail mit einem Code an die hinterlegte Adresse, diesen Code möge man vorlesen, dann könne er die Chose bearbeiten.

Die e-mail kommt nicht. Drei weitere Versuche später – immer noch keine e-mail. Immer noch kein Code zum Vorlesen.

Wortlos und grusslos legt er auf.

Das gibt Abzüge in der B-Note, meine Lieben!

Die Ausweitung der Kampfzone

Mitten in den Protest der Bauern, Handwerker und Spediteure fällt die Veröffentlichung bereits im November letzten Jahres vorliegender Erkenntnisse von „correctiv“ über eine angebliche „Wannsee-Konferenz 2.0“ Das Wort „Deportation“ soll ebenso wie der Ort der Konferenz die Verbindung zu den Nazis herstellen. Daraufhin bricht ein Sturm der Entrüstung und vor allem Verleumdung über die derzeit einzige wirkliche Oppositionspartei herein.

Nazis, Rechtsextreme, Gefahr für die Demokratie und ähnliche Behauptungen tönen aus allen Radios, springen einem aus dem Blätterwald entgegen. Alle Nachrichtensendungen und Talkshows haben nur ein Thema: Gefahr für die Demokratie.

Sagte man das früher nur von sogenannten „Rechtsextremen“, heißt es heute schon verkürzt „Gefahr von Rechts“.

Ich weiß nicht, ob es allen auffällt, aber damit ist nicht mehr der rechte Rand gemeint, sondern alle, die sich nicht als „progressiv links“ betrachten.

Die sprichwörtliche Ausweitung der Kampfzone!

Fragt man dann mal nach, wieso denn genau die AfD beispielsweise rassistisch sei – Schweigen im Walde.

Ehrlicherweise müsste man wie Ralphie (der Sohn von Sheriff Wiggum aus der Serie „Die Simpsons“) sagen: „Mein Fernseher hat gesagt…“

Denn bei Betrachtung von Parteiprogramm, Wahlprogramm und sonstigen Veröffentlichungen findet man selbst mit der Lupe nichts von Rassismus. Dafür gibt es aber blitzgescheite „PoC“ (Farbige darf man ja heute nicht mehr sagen), die sogar in Spitzenpositionen der Partei aufgestiegen sind. Rassismus sieht anders aus.

Auch Lesben, Schwule und Diverse müssen sich nicht vor der AfD fürchten, es gibt genug Beispiele für solche unter den Mitgliedern der AfD.

Ja, aber die Juden… auch die sind in der AfD zahlreich vertreten. So what?

„Sie sagen es natürlich nicht offen, aber sie sind so…“ höre ich auch immer wieder.

Natürlich kann man den Menschen nur vor den Kopf sehen, nicht aber hinein.

Aber das gilt auch für andere Parteien, deren Vertreter und Programme.

Ich habe eher den Verdacht, dass angesichts des seit zwei Jahren offenkundigen Regierungsversagens die etablierten Parteien ihre Felle davonschwimmen sehen. Pöstchen und Pfründe sind in Gefahr.

Die Umfragen zu den anstehenden Landtagswahlen in den östlichen Bundesländern sprechen eine deutliche Sprache.

Und so muss jetzt die unliebsame Konkurrenz ausgeschaltet werden. Ein Parteiverbotsverfahren, dessen Ausgang recht ungewiss ist,  nimmt natürlich eine lange Zeit in Anspruch – zu lange, um noch vor den Wahlen was zu reißen. Daher muss jetzt dringend der „Obernazi“ Höcke seiner bürgerlichen Ehrenrechte beraubt werden, damit er nicht wählbar ist und ein „Ministerpräsident Höcke“ mit Sicherheit vermieden werden kann.

Und dabei ist der herrschenden politischen Klasse nichts zu schade, keine Verleumdung zu groß. Nach dem Motto: audacter calumniatur, semper aliquid haeret – nur frech verleumdet, immer bleibt irgendwas hängen.

Seit neuestem geht man zum Gegenangriff gegen die Proteste des niederen Volkes vor.

Jetzt stehen ganze Städte auf gegen Rechts, gegen Nazis und gegen Gefährdung des Grundgesetzes.

Wo waren die „aufrechten Demokraten“, die sich jetzt unterhaken, als meine Grundrechte aus fadenscheinigen Gründen ausgehebelt wurden? 3G, 2G, 2G+ und dergleichen mehr?

Seit wann ist es üblich, dass man auf Geheiß der Regierung mit dieser gegen die Opposition demonstriert?

Sowas gab’s hierzulande noch nie! Oh, wait: das war im Arbeiter-und-Bauern-Staat, dem realexistierenden Sozialismus auf deutschem Boden doch an der Tagesordnung!

Willkommen in der DDR 2.0!

Und Parteiverbot? Das hatten die Nazis 1933 mit der SPD vorgeführt. Ruck zuck war Schluss mit SPD, deren Führungskräfte wurden dann sogar in „Schutz“haft genommen.

Die „aufrechten Demokraten“ müssen fein aufpassen, wenn sie im Kielwasser der Nazis segelnd Parteiverbote und Rechtsverluste von Einzelpersonen fordern, dass nicht die einzigen Nazis, die sie sehen können, ihnen eines Tages aus dem Spiegel entgegensehen!