sagte man früher zu so einem Wetter. Es gab Sommer, die länger und heißer waren, als derzeit absehbar. Und völlig verregnete, kalte Sommer.
Ich erinnere mich noch genau, dass wir mal in den Sommerferien 6 Wochen lang in einem kleinen Dorf nähe Münchberg logierten. Jeden Tag Regen. Jeden! Hat uns nichts ausgemacht, man kann auch bei Regen in den Wald. Feste Schuhe, Regencape und ab dafür. Man kommt dann in den Genuß, unverhofft auf erstaunt blickende Waldbewohner wie Rehe zu stoßen, die es gar nicht fassen können, dass es Zweibeiner bei Regen in den Wald zieht…
Und genau so ein Sommer drohte es zu werden, als es Anfang Juni noch kalt und regnerisch war. Das hatte immerhin den Vorteil, daß all die Klimapaniker mal tage- und wochenlang nicht mit ihrem Weltuntergangsgeheul meine Nerven strapazierten.
Aber jetzt! Da waren es doch Anfang Juli mal ein paar Tage weit jenseits der 30°-Marke. Und schon ging das vielstimmige Geheul wieder los. Von Hitzeschutzplänen war die Rede, von Hitzeschutzorten und was das Zeug hält wurden „Hitzetote“ beschworen.
Leute!
Also mein persönlicher Hitzeschutzplan bestand in der Erwartung von Hitzefrei nach der zweiten, spätestens dritten Stunde (als Schüler), in der Vermeidung von körperlichen Anstrengungen und, ja ganz pragmatisch, dem Weglassen von überflüssiger Kleidung.
Hitzeschutzräume? Waren von alters her das Freibad und die Eisdiele Venezia. Das hat uns damals das Überleben gesichert.
Später wusste ich die Klimaanlage in diversen OPs zu schätzen. Geht doch nix über 18° Raumtemperatur, während draussen die Hitze tobt.
Auch derzeit ist die Wetterkarte noch tiefrot eingefärbt, um uns tüchtig zu erschrecken. Aber nach all dem Gestöhne boarden viele, die hier die Hitze für unerträglich halten, ihren Ferienflieger Richtung Kreta, Türkei oder noch weiter weg. Um da dann bei 35° tiefenentspannt Urlaub zu machen.
Statt all der fruchtlosen Versuche, durch De-Industrialisierung das Welt-Klima zu retten (dazu hat Reinhold Messner schon früh recht eindeutig Stellung bezogen. Und ich schätze ihn und seine Meinung), könnte man da nicht ein bißchen mehr auf Anpassung setzen? Wenn man schon die Klimakatastrophe beschwört, sollte man auch gleich mit voller Kraft deren Auswirkungen zu minimieren versuchen. Straßenbahnen und Züge ohne Klimaanlagen gehören sicher nicht mehr in unsere Zeit, genauso wenig wie öffentliche Gebäude, ja sogar Krankenhäuser ohne angemessene Klimatisierung…