Vor dem Gesetz

sind alle gleich. Sagt man.

Schön wär’s.

Die Ereignisse der letzten Zeit haben jedoch gezeigt, dass das offenbar nicht so ist.

Da kann man im Untersuchungsausschuss mit „… ich kann mich absolut nicht erinnern…“ antworten.

Oder löscht eilends alle eventuell belastenden Spuren aus dem SMS-Speicher seines Telefons.

Und das Erstaunlichste ist: sie kommen damit durch.

Nun ist unter Privatleuten bei Vertragsabschluss die Schriftform dringend angeraten, damit spätere Unklarheiten ausgeräumt werden können.

Und Vertragsverhandlungen und -abschluss per SMS sind eigentlich ein strenger Hinweis auf Blutsbrüderschaft – oder verhandeln Sie so über einen Autokauf oder die Anmietung ihrer Wohnung?

Aber Konsequenzen?

Nitschewo!

Wenn ich als Anästhesist meine Dokumentationspflicht verletze, indem ich etwa ein schludriges oder gar kein Narkoseprotokoll führe, wird mir das in einem eventuellen Prozess später auf die Füsse fallen.

Keine oder keine nachvollziehbare Dokumentation meines Tuns und Lassens wird dann nämlich zur Beweislastumkehr führen. Plötzlich muss ich beweisen, dass ich nichts falsch gemacht habe. So ist die gängige Rechtspraxis.

Allerdings bei den Grosskopfeten sieht’s dann offenkundig wieder ganz anders aus.

Quod licet iovi, non licet bovi.

Wo’s mit der natürlichen Intelligenz

nicht mehr klappt, sagen Spötter, versuchen wir’s mal mit der künstlichen.

Aber Spass beiseite, die KI oder AI wie man international sagt, ist allüberall auf dem Vormarsch, wird geradezu gehyped.

Ach wie bequem und easy ist es doch, seine Beiträge in verschiedenen Foren per AI erstellen zu lassen. Oder die AI hilft bei der Bildgestaltung. Oder man stellt Fragen – und bekommt doch tatsächlich Antworten.

Nur: wo bleibt der Spass, selbst etwas zu leisten?

Interessant auch, dass im Ausland die künstliche Intelligenz durchaus kritisch gesehen wird. Während in Schland auf den ersten 3 Plätzen der Gefahren, die die Menschheit bedrohen – natürlich – der Klimawandel, der Klimawandel und nochmal der Klimawandel stehen, ist im Ausland die AI auf Platz eins der Hitparade.

Wir denken dabei dann sofort an Filme wie „I Robot“ – aber so dramatisch wollen wir das doch nicht sehen. Bis zu dem Punkt, da die AI den Menschen als solchen als schädlich für die Umwelt und Bedrohung für die Existenz dieses Planeten einstuft und mit seiner Beseitigung beginnt, mag es noch eine Weile hin sein.

Viel gefährlicher ist aber dies:

Stellen Sie mal der KI eine Frage, beispielsweise wie wirksam das Pharmakon X sei.

Sie werden binnen Kurzem eine vollständige Antwort bekommen.

And that’s it.

Was daran ist schlecht? Nun, ganz einfach: Sie werden von den Quellen für diese Antwort nichts erfahren. Und damit, dass man Sie von den Quellen trennt, verlieren Sie auch die Möglichkeit, selbst zu recherchieren. Gute Studien von miserablen zu trennen und die Antwort auf Plausibilität zu überprüfen.

Damit verlieren Sie die Kontrolle!

Jedweder ideologisch gefärbte Mist kann Ihnen – unerkannt und unerkennbar – als Antwort serviert werden.

Gefährlich scheint mir aber der Siegeszug der KI in der Wirtschaft oder speziell in der Medizin.

Sämtliche Diagnostik erfährt einen erheblichen Gewinn an Schnelligkeit und Sicherheit durch den Einsatz der KI. Egal, ob der Radiologe sich unterstützen lässt oder ein profanes EKG ausgewertet wird, überall mischt neuerdings die KI mit.

Mir fällt dabei dann das Histörchen von den Heinzelmännchen ein.

„Ach wie war es doch vordem

in Köln am Rhein so gar bequem…“

Nein, nicht die Auslöschung der Menschheit ist das kardinale Problem, sondern die Tatsache, dass ein mehrstündiger Stromausfall Sie von den Segnungen der KI abschneidet und damit völlig hilflos macht.

Wehe dem Arzt, der sich daran gewöhnt hat, Diagnosen mit der KI als Gehhilfe zu erstellen…

Übergriffig

kommt unser Staat daher. Nicht erst seit der „Corona-Krise“ mischt er sich ungefragt in kleinste Details unseres Privatlebens ein.

Seit neuestem arbeitet unser tapferer Gesundheitsministernder an einem nationalen „Hitzeschutzplan“. Da soll dann das öffentliche Leben wegen erhöhter Temperaturen zum Stillstand kommen. Wie bei Corona. Und genauso nutzlos.

Wo sind die Burschen eigentlich falsch abgebogen?

Wie hat die Menschheit ohne staatliches Kindergärtnertum bis heute überleben können?

Nein, ich will nicht ab einer bestimmten Aussentemperatur immer wieder angerufen werden, ob ich auch genug trinke! So senil bin ich wirklich nicht.

Seit Jahrzehnten habe ich einen persönlichen „Hitzeschutzplan“ – und der hat prima funktioniert. Ob ich bei 39,5 °C noch auf dem Golfplatz herumlaufe oder nicht, kann man ganz getrost mir überlassen. My body – my choice!

Komplett lächerlich machen sich unsere Politiker, wenn das Narrativ gebetsmühlenartig wiederholt wird, schon bei 24 °C Aussentemperatur werde es gefährlich. Und das bei einem bislang sehr durchwachsenen Sommer! Und sich dann in den Flieger setzen, um in südlichen, deutlich wärmeren Ländern den Urlaub zu verbringen. Oh, ich habe schon verstanden, dass 24 °C hierzulande eine tödliche Bedrohung sind, im Urlaub aber 41 °C durchaus den Erholungswert eines Strandaufenthaltes erhöhen können. Kennt man schon Überlebende dieser mörderischen Hitze vor Ort? Wie hat die dortige Bevölkerung bis hierher überlebt?

Wie wäre es mal, wenn der Staat sich auf sein Kerngeschäft zurückziehen würde?

Innere und äussere Sicherheit, Bereitstellen einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung, ein funktionierendes Gesundheitswesen (ohne Krankenhäuser in Not) zum Beispiel. Da sind genug offene Baustellen!

Oder die blosse Sicherstellung des staatlichen Gewaltmonopols. Ich will nicht, weil mein Staat da versagt, selbst kriminell werden und mit einer wie auch immer gearteten Waffe am Mann den öffentlichen Raum betreten müssen.

Und solche Szenen wie in Duisburg oder Giessen – wären bei funktionierendem Staat ganz undenkbar.

Fangt endlich an, den Staat wieder funktionsfähig zu machen, statt dem Bürgenden mit pingeliger Regulierungswut auf die Nerven zu gehen.